Es tut mir schon gut, wenn ich hier schreiben kann.
Auch wenn die Wenigsten ermessen können, was es bedeutet, wenn man Notfellchen betreut (Arbeit, Zeit, Geld und vor allem Verantwortung), so lernt ihr sicher, dass Tierschutz bitter ist. Manchmal sogar extrem bitter.
Durch Jerrys Tod bin ich, auch wenn es sich jetzt blöd anhört, wieder etwas freier. Ich traute mich kaum zum Einkaufen, weil ich Angst hatte, dass er mich gerade dann dringend braucht. Ich war während seiner Krankheitsphase total angespannt, immer nahe an der Explosion oder kurz vorm Umkippen. Er bekam im Wechsel Bioserin, Medikamente und Aufzuchtmilch. Jede Stunde habe ich ihm etwas anderes verabreicht. Denn er war ein kleiner Kämpfer und ich habe mitgekämpft.
Gestern morgen sah es noch so gut aus. Er hat das erste Mal mehr als nur 2 kleine Krümelchen Futter zu sich genommen und ich sah wieder mehr Hoffnung. Deshalb hat mich sein Tod sehr hart getroffen.
Manchmal wünschte ich mir, ich könnte distanzierter an die Notfellchen rangehen. Aber das schaffe ich nicht, ich lebe und leide für und mit ihnen.
Aber unterm Strich überwiegen doch die schönen Momente. Wenn ein Notfellchen wieder ausziehen darf und ich anschließend noch Kontakt habe. Das ist das, was mich aufrecht erhält, auch wenn ich im Moment sehr down bin.