Warum zeigt denn hier niemand ein wenig Verständnis? Alle sind so versteift auf die Norm, das ist doch schade! Ich denke, blacksun hat ihre Umstände ganz deutlich gemacht. Ich muss sagen, mir geht es ähnlich. Mein kleiner Kater kam auch mit 6 Wochen zu mir, wobei die Besitzerin der Mama mir sagte, die Kitten seien älter. Als das Geburtsdatum wie aus der Pistole geschossen kam, habe ich das nicht angezweifelt. Dann habe ich, nachdem sich der Kleine etwas eingewöhnt hat, die Tierarzt für eine Allgemeinuntersuchung aufgesucht. Dort habe ich erfahren, dass der Kater jünger als 8 Wochen sei. Ich war so perplex, dass ich die Vorbesitzerin angerufen und zur Rede gestellt habe. Sie hat kleinlaut zugegeben, dass sie das Alter hochgemogelt hätte, um die Tiere loszuwerden. Erst war ich wirklich sauer. Doch als weiter darüber nachgedacht habe, dachte ich "besser, der Kleine ist bei mir, als bei einer Person, die ihn anscheinend nur loswerden will und ihm kein bisschen Liebe schenkt."
Nun, es gibt also immer diverse Hintergründe.
Auch ich habe keinen Platz für zwei Katzen. Und doch kann ich stolz behaupten, dass wir prima zu zweit klarkommen. Ich bin Studentin und kann mir meine Zeit nach eigenem Gutdünken einteilen. Wir spielen viel miteinander, wir schlafen beieinander, wenn ich am Schreibtisch sitze, beobachtet mich der Kleine immer, drängt sich manchmal zwischen mich und meine Bücher/mein MacBook etc. und legt sich sonst neben meine Füße oder zieht seine Decke auf den Tisch und macht es sich darauf bequem.
Natürlich beißt er auch ab und zu in meine Hände und kaut darauf oder bohrt seine Krallen hinein. Aber mit einem ruhigen, tiefen, betonten "Nein" ist auch das unterbunden. Solange er nur knabbert, lasse ich ihn meistens, bis er zu fest beißt, dann gibt es ein "Nein".
Lange Rede, kurzer Sinn: Natürlich ist es wünschenswert, dass die Kleinen ganz vorbildlich 12-14 Wochen bei der Mama bleiben. Aber solange man sich nicht an einen seriösen Züchter wendet, wird man sich immer eine deutlich jüngere Babykatze ins Haus holen. Das heißt aber nicht, dass die weniger wertvoll sind, nur weil sie ursprünglich ein "Unfall" waren und man sie nun so früh wie möglich loswerden will.
Wenn man sich die Zeit nimmt und nicht in menschliche Verhaltensmuster verfällt, die Kleinen nicht zu sehr betüddelt und ihnen klare Grenzen aufzeigt, spricht nichts dagegen, dass auch so ein Tier später wunderbar zurecht kommt.
Ich würde dir raten, viel mit der Stimme, den Augen und der Körpersprache zu arbeiten. Verlass dich auf dein Gefühl, bleib immer ruhig, sodass sich deine Katze an dir orientieren kann und nicht verunsichert sein muss, weil du zu unausgeglichen und unruhig bist. Gerate nicht in Panik. Wenn eine Vertrauensbasis geschaffen ist, wird das kleine Ding dir überall hin folgen. Meiner kommt sogar mit in die Dusche und hat erste Versuche veranstaltet, in die Toilette zu pinkeln.
Ich wünsche dir alles Gute!