'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft

Diskutiere 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Du gehst davon aus, daß eine Katze die nie etwas anderes als die Wohnung gesehen hat von der ersten Stunde an ein "perfekter" Freigänger sein muß...
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #781
Der Kater der so anhänglich mir und jedem Besuch gegenüber ist, kam draußen aber nicht zu mir. Er war völlig verängstigt und verunsichert. Erst als die Haustür offengelassen wurde ist er rein gerannt, ich habe hinter ihm die Tür zugemacht und er kam sofort wieder zu mir.

Er kann draußen nicht zurecht kommen. Egal wer mir was anderes erzählen will.
Du gehst davon aus, daß eine Katze die nie etwas anderes als die Wohnung gesehen hat von der ersten Stunde an ein "perfekter" Freigänger sein muß welcher sofort mit der neuen Situation zurecht kommt?
Und wenn sie das nicht ist, sondern verstört und verängstigt ist weil sie von der Situation nach dem Sturz (zurecht) überfordert ist, als "Beweis" gewertet werden kann daß die Katze kein Freigang will bzw. sowieso nicht klar kommen würde?
 
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  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #782
Mein Hauskater ist vor 8 Jahren mal aus dem Fenster gesprungen, ich habe eine 3/4 stunde erfolglos gesucht. Dann kam er von allein, laut miauend. Er wollte wieder dort rein, wo er raus ist, ging aber nicht, da zu hoch. Der Kater der so anhänglich mir und jedem Besuch gegenüber ist, kam draußen aber nicht zu mir. Er war völlig verängstigt und verunsichert. Erst als die Haustür offengelassen wurde ist er rein gerannt, ich habe hinter ihm die Tür zugemacht und er kam sofort wieder zu mir.

Er kann draußen nicht zurecht kommen. Egal wer mir was anderes erzählen will. Übrigens, es war sicherlich Dummheit von mir (es ist Jahre her und seit ewigkeiten ist inzwischen auch alles gesichert), aber ich habe später Xanthi und Sammy alleine gehabt, in dieser Zeit war der Balkon für beide zugänglich und ungesichert. Xanthi wollte nicht mal über die Brüstung schauen, Sammy hopste auf den Stuhl, schaute drüber, aber hat nie wieder den Versuch gestartet rauszukommen. Das heißt nicht das er es nie in seinem Leben wieder gemacht hätte, ich denke ein Vogel der nah genug vorbei fliegt reicht, aber bewusst, um draußen rumzustromern hat er es nicht getan.

lg Juli
Dass Katzen, die jahrelang in der Wohnung gehalten wurden, nicht gleich mit "Kawumm" rausrennen ist klar....es ist eben erstmal fremd.

Nach meiner Trennung hatte ich meinen Kater (Freigänger) mitgenommen, aufgrund der Lage musste er zum Wohnungstiger mutieren. Es hat keine 2 Monate gedauert, da habe ich ihn wieder zu meinem Ex gebracht. Er(der Kater;-)) hat nicht randaliert oder sonstiges, sondern saß nur unendlich traurig leise mauzend am Fenster und hat sehnsüchtig rausgeschaut.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #784
Dass Katzen, die jahrelang in der Wohnung gehalten wurden, nicht gleich mit "Kawumm" rausrennen ist klar....es ist eben erstmal fremd.

Nach meiner Trennung hatte ich meinen Kater (Freigänger) mitgenommen, aufgrund der Lage musste er zum Wohnungstiger mutieren. Es hat keine 2 Monate gedauert, da habe ich ihn wieder zu meinem Ex gebracht. Er(der Kater;-)) hat nicht randaliert oder sonstiges, sondern saß nur unendlich traurig leise mauzend am Fenster und hat sehnsüchtig rausgeschaut.

und manche wollen dennoch nicht raus. Es gibt auch Freigänger die sitzen nur vor der Terrassentür. So war der Kater meiner Nachbarin, die früher unter mir wohnte. Er war 5 und hat sich am wohlsten drin gefühlt, oder eben nur auf der Terrasse, weiter weg war er nie.

Es gibt A und auch B.

lg Juli

Du gehst davon aus, daß eine Katze die nie etwas anderes als die Wohnung gesehen hat von der ersten Stunde an ein "perfekter" Freigänger sein muß welcher sofort mit der neuen Situation zurecht kommt?
Und wenn sie das nicht ist, sondern verstört und verängstigt ist weil sie von der Situation nach dem Sturz (zurecht) überfordert ist, als "Beweis" gewertet werden kann daß die Katze kein Freigang will bzw. sowieso nicht klar kommen würde?

Nein, aber das ich gehe davon aus, das er insgesamt überfordert war. Straße vor der Haustür, keiner der nur 30 fährt. Das war die eine Seite, gerade aus, war die straße mitten im Bau. Bagger, Krach, Lärm.

Ich gehe einfach davon aus, das er, auch hätte ich ihn langsam an den Freigang gewöhnen wollen, in vermutlich 2 Monaten überfahren worden wäre. Weil in seiner Natur, Autos als Gefahren nicht vor kommen.

Und ich frage mich, warum er die Chance nie genutzt hat vom Balkon zu springen. War direkt davor ein Baum, es wäre ein leichtes gewesen, wenn er es wirklich gewollt hätte.

lg Juli
 
Zuletzt bearbeitet:
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #785
Tut mir wirklich leid, ich verstehe nicht auf was du hinaus willst. Klingt für mich so wie: Eigentlich sind Katzen doch Einzelgänger, sie akzeptieren die artgenossen nur, weil ihnen in der Whg zu langweilig ist????
Katzen sind definitiv Einzelgänger. Das Problem ist, dass die Katzenhaltung durch den Menschen so gut wie nichts mit den natürlichen Lebensbedingungen der Katzen in der Natur zu tun hat. Durch Kastration gibt es keinerlei Sexualverhalten, keine Jagd die ausschließlich der Ernährung dient, keine existentiellen Revierkämpfe, nichts das in der Natur eine Rolle spielt. Allerdings haben Katzen die Fähigkeit vielfältige soziale Kontakte zu knüpfen, vor allen wenn natürliche Zwänge wie Sexualverhalten und Ernährung keinerlei Rolle spielt. Soll heißen, das eine ist die natürliche Veranlagung, das andere ist das was der Mensch daraus gemacht hat.

Ich denke doch das die ersten 3 monate, wie sie aufwachsen, sehr viel ausmachen.
Natürlich, ich habe ja auch nie etwas anders behauptet. Aber nicht die Umgebung ist entscheident, sondern viel eher die Frage ob die jungen Kitten möglichst lange bei der Mutter und ihren Geschwistern bleiben und so viel wie möglich soziales Verhalten lernen konnten.
Mein Hauskater ist vor 8 Jahren mal aus dem Fenster gesprungen, ich habe eine 3/4 stunde erfolglos gesucht. Dann kam er von allein, laut miauend. Er wollte wieder dort rein, wo er raus ist, ging aber nicht, da zu hoch. Der Kater der so anhänglich mir und jedem Besuch gegenüber ist, kam draußen aber nicht zu mir. Er war völlig verängstigt und verunsichert. Erst als die Haustür offengelassen wurde ist er rein gerannt, ich habe hinter ihm die Tür zugemacht und er kam sofort wieder zu mir.
Natürlich nicht, das war ja auch der Grund weshalb wir unseren Sternenkater Alex damals den Garten einzäunten und uns intensiv mit dem gesicherten Freigang beschäftigt haben. Wobei ich auch schon von Katzen hörte, die nach 10 Jahren reiner Wohnungshaltung sehr erfolgreich in den Freigang gewechselt sind. Aber ehrlich gesagt, ich persönlich würde es nicht darauf ankommen lassen.
Letztendlich ist halt jede Katze anders. Alex ist einge male ausgebüxt, aber nur in der näheren Umgebung. Salem war ständig auf der Suche nach Schlupflöchern. Seine Kreativität beim Ausbrechen kannte praktisch keine Grenzen. Und Floyd ist froh das der Garten einen Zaun hat, der ihn andere Katzen vom Leib hält.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #786
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #787
Woher beziehst du deine Informationen diesbezüglich?
Aus unzähligen Büchern, darunter etliche von dem Zoologe und Verhaltensforscher Paul Leyhausen sowie viele andere Seiten im gesamten Internet.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #788
ich denke jegliche art von tierhaltung, ob hund, ob vogel, ob kaninchen ist egoistisch!
und ich glaube schon, das durch geziehlte jahrzehntelanger zucht, die einen oder anderen rasse wohnungstauglicher gemacht worden sind.
als ich mich dazu entschlossen habe, mir wieder eine katze zuzulegen, habe ich tagelang das internet durchforstet und keinen einzigen hinweis darauf gefunden, das katzen tatsächlich einzelgänger sind. sie jagen zwar alleine und nicht wie löwen im rudel, aber lieben trotzdem den sozialen kontakt untereinander. ich käme allerdings auch nicht auf die idee, allzuviele katzen in reiner wohnungshaltung zu halten, den rudeltiere sind es, wie hunde, auch nicht.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #789
Aus unzähligen Büchern, darunter etliche von dem Zoologe und Verhaltensforscher Paul Leyhausen sowie viele andere Seiten im gesamten Internet.

Also Leyhausen habe ich auch hier, den lese ich gerne und er hält Katzen nicht definitiv für Einzelgänger. Er hat mehrere Untersuchungen von verwilderten Katzengruppen verglichen, nicht nur seine eigenen Forschungen und rausgefunden, dass die je nach dortigen Begebenheiten unterschiedliche Sozialstrukturen haben und keine Gruppe der anderen gleicht, so dass man da nichts für alle verbindliches daraus schließen kann.

Ich zitiere mal nur einen Satz aus seinem Buch Katzenseele: "Viele wilde Katzenarten sind wohl nicht so einzelgängerisch, wie das seit jeher behauptet wird."
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #790
Ich zitiere mal nur einen Satz aus seinem Buch Katzenseele: "Viele wilde Katzenarten sind wohl nicht so einzelgängerisch, wie das seit jeher behauptet wird."
Meine Güte, sag mal rede ich hier gegen die Wand oder was??? Natürlich sind sie das nicht. Nur kann man nicht den Umkehrschluss darau ziehen und mal eben behaupten, Katzen wären Rudeltiere die sich stets und in jeden Fall nur in riesigen Gruppen wohlfühlen. Hier bei uns sind alle Tierheime voll mit Katzen die Artgenossen ablehnen. Schlechte Haltung hin, negative Erfahrungen her, der Ursprung liegt ganz sicher nicht im angeblichen Rudelverhalten.

Außerdem hab ich doch ganz klar gesagt, dass die heutigen modernen Haltungsbedingungen doch ohnehin nichts mehr mit den natürlichen Lebensumfeld von Katzen zu tun haben. Katzen sind äußerst anpassungsfähig und kommen mit vielen Gegebenheiten klar. Nur sollte man die naturgegebene Veranlagung nicht komplett aus den Augen verlieren.
 
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  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #791
AW: Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft

Darf ich einmal daran erinnern, dass man hier freundlich miteinander umgehen sollte?
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #792
Nur kann man nicht den Umkehrschluss darau ziehen und mal eben behaupten, Katzen wären Rudeltiere die sich stets und in jeden Fall nur in riesigen Gruppen wohlfühlen.

Wer behauptet das?

Vielleicht gibt es ja noch eine dritte Gruppe:

Einzelgänger - Katzen - Rudeltiere

;-)
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #793
Meine Güte, sag mal rede ich hier gegen die Wand oder was??? Natürlich sind sie das nicht. Nur kann man nicht den Umkehrschluss darau ziehen und mal eben behaupten, Katzen wären Rudeltiere die sich stets und in jeden Fall nur in riesigen Gruppen wohlfühlen. Hier bei uns sind alle Tierheime voll mit Katzen die Artgenossen ablehnen. Schlechte Haltung hin, negative Erfahrungen her, der Ursprung liegt ganz sicher nicht im angeblichen Rudelverhalten.

Außerdem hab ich doch ganz klar gesagt, dass die heutigen modernen Haltungsbedingungen doch ohnehin nichts mehr mit den natürlichen Lebensumfeld von Katzen zu tun haben. Katzen sind äußerst anpassungsfähig und kommen mit vielen Gegebenheiten klar. Nur sollte man die naturgegebene Veranlagung nicht komplett aus den Augen verlieren.

Dann hatte ich diesen Satz von dir wohl falsch verstanden:
Katzen sind definitiv Einzelgänger.

Und natürlich sind Katzen keine Rudeltiere im Sinne von Herdentieren oder wie Meerschweinchen und Kaninchen, die sich je größer die Gruppe umso wohler fühlen.

Wir sagen hier zwar das Katzen keine Einzelgänger sind, aber darf man dann auch nicht den Umkehrschluss daraus ziehen, dass sie sich nur in größeren Gruppen wohlfühlen.

Ich persönlich bin der Meinung das Katzen absolute Individualisten sind und sich die meisten von ihnen in Gesellschaft anderer zwar wohlfühlen, aber auch viel Raum und Platz für sich brauchen und die meisten Katzen sich in kleineren Gruppen deutlich wohler fühlen und ihnen 1-2 Artgenossen an ihrer Seite weitaus lieber sind als allein zu leben oder sich das Revier gleich mit 10-20 Artgenossen teilen zu müssen.

Kommt immer auf die Katze an und natürlich auch sehr viel auf die Umstände, Sozialisierung, wie sie aufgewachsen ist, was sie erlebt hat und natürlich müssen die anderen auch zu ihr passen und natürlich die Reviergröße und Beschaffenheit, da spielen viele Faktoren eine Rolle.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #794
und manche wollen dennoch nicht raus. Es gibt auch Freigänger die sitzen nur vor der Terrassentür. So war der Kater meiner Nachbarin, die früher unter mir wohnte. Er war 5 und hat sich am wohlsten drin gefühlt, oder eben nur auf der Terrasse, weiter weg war er nie.


lg Juli

Auf dieses Ausnahmeargument habe ich gewartet:mrgreen:
Es ist wohl unbestritten, was ich schon vorher schrieb: Es ist problemloser eine Wohnungskatze zum Freigänger zu machen als andersrum.
Setze 100 Wohnungskatzen an die geöffnete Terrassentür...ich bin mir sicher, da ist höchstens eine dabei, die nicht raus will.
Meine Mäuse sind, als sie dann mit ca. 7/8 Monaten in den gesicherten Garten durften, auch nicht sofort losgeprescht....logisch
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #795
Ich persönlich bin der Meinung das Katzen absolute Individualisten sind und sich die meisten von ihnen in Gesellschaft anderer zwar wohlfühlen, aber auch viel Raum und Platz für sich brauchen und die meisten Katzen sich in kleineren Gruppen deutlich wohler fühlen und ihnen 1-2 Artgenossen an ihrer Seite weitaus lieber sind als allein zu leben oder sich das Revier gleich mit 10-20 Artgenossen teilen zu müssen.

Kommt immer auf die Katze an und natürlich auch sehr viel auf die Umstände, Sozialisierung, wie sie aufgewachsen ist, was sie erlebt hat und natürlich müssen die anderen auch zu ihr passen und natürlich die Reviergröße und Beschaffenheit, da spielen viele Faktoren eine Rolle.
Jepp... genau so meinte ich das. Wie Du schon sagst, es kommt halt immer auf den Einzelfall an. Das halbe Internet ist leider voll von Beiträgen und Kommentaren leidvoller Katzenhalter bei denen die Zusammenführung von Katzen überhaupt nicht klappt, von Leuten die statt "möglichst mehrere Tiere die gut zusammen harmonieren" ein "hauptsache Katzen einfach zusammen schmeißen" gemacht haben.

Wie ich schon sagte, wir haben ja nun auch ein Problem, nachdem unser Salem über die Regenbogenbrücke gegangen ist, ist unser Floyd nun allein. Scheint ihm nicht zu interessieren, da kommt er wohl ganz gut klar. Zumal er ohnehin immer sein eigenes Ding gemacht hat. Aber meines Erachtens wäre das auf Dauer halt auch zu langweilig. Ich meine, etwas Herausforderung und gemeinsames Spiel gehört halt auch dazu. Aber da eine Katze finden die auch passt wird bestimmt schwer werden.

Es ist wohl unbestritten, was ich schon vorher schrieb: Es ist problemloser eine Wohnungskatze zum Freigänger zu machen als andersrum.
Setze 100 Wohnungskatzen an die geöffnete Terrassentür...ich bin mir sicher, da ist höchstens eine dabei, die nicht raus will.
Ähm... also theoretisch magst Du natürlich völlig Recht haben. Rein praktisch gesehen ergeben sich dabei aber meist doch Probleme. Je nach Alter und Typ sind Wohnungskatzen in vielen Fällen allein schon körperlich nicht so fit wie Freigängerkatzen. Das heißt, die Gefahren, bspw. durch den Straßenverkehr oder andere Katzen (Revierkämpfe) werden entsprechend grösser. Letzteres ist oft ein geradzu ärgerliches Problem. Viele Katzenhalter denken, wenn Katze einigermaßen draussen klar kommt ist alles in Butter. Das aber oft lang gewachsenen soziale Struckturen zerstört werden, das wird sehr oft vergessen.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #796
Ähm... also theoretisch magst Du natürlich völlig Recht haben. Rein praktisch gesehen ergeben sich dabei aber meist doch Probleme. Je nach Alter und Typ sind Wohnungskatzen in vielen Fällen allein schon körperlich nicht so fit wie Freigängerkatzen. Das heißt, die Gefahren, bspw. durch den Straßenverkehr oder andere Katzen (Revierkämpfe) werden entsprechend grösser. Letzteres ist oft ein geradzu ärgerliches Problem. Viele Katzenhalter denken, wenn Katze einigermaßen draussen klar kommt ist alles in Butter. Das aber oft lang gewachsenen soziale Struckturen zerstört werden, das wird sehr oft vergessen.
Mir ging s mit meiner Aussage lediglich um das grundsätzliche Bedürfnis fast jeder Katze.....
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #797
Zum Thema Freigang ja/nein und was ist eigentlich artgerechte Katzenhaltung:
Heutige Katzengenerationen sind nun einmal domestiziert und durch den jahrhundertelangen Kontakt zum Menschen in ihrem Verhalten geprägt. Und da stellt sich dann auch die Frage, was denn eine artgerechte Haltung wäre? Denn mit einem direkten Vergleich zu den wilden (nicht verwilderten) Vertretern der Gattung wäre ich da schon etwas vorsichtig ...

Ja, wir halten die Tiere auch aus egoistischen Gründen, aber das schließt nicht zwingend aus, dass wir dennoch auch das Wohl der Tiere im Sinn haben.

Ich kann Canix gut verstehen, denn wenn eine Katze nicht gelernt hat, die Gefahren im ungesicherten Freigang richtig einzuschätzen, wird sie nicht lange überleben. Und gerade, wenn ich Wohnungskatzen in X.ter Generation habe, kann es ihnen auch die Mutter nicht beigebracht haben.

Wir haben hier insgesamt 6 Katzen im unbeschränkten Freigang: 1 Persermix, 2 Ex-Streuner + 2 Schuppenkater (die Ableger der Streuner), sowie eine kleine Katzendame aus dem Tierschutz. Unsere beiden jungen Schuppenkater sind sehr darauf geeicht draußen zu überleben und Gefahren zu erkennen. Was aber auch bedeutet, dass sie draußen z.T. so scheu sind, dass sie noch nicht einmal zu mir kommen, wenn ich mich außerhalb unseres Reviers befinde. Drinnen ist die Situation anders, sie sind verschmust und suchen den Kontakt mit uns. Dennoch sind sie mehr draußen als drinnen.
Der Umkehrfall sind die beiden Ex-Streuner: Beide gehen nur noch sporadisch nach draußen. Die wissen einfach viel zu sehr einen sicheren, warmen Platz und eine regelmäßige Mahlzeit zu schätzen.
Insofern würde ich aus meiner Erfahrung heraus sagen, es hängt sehr von den Katzen ab. Es gibt Katzen für die wäre ein Leben ohne Freigang Quälerei und wieder andere, die eben einfach mehr Couch-Potatoes sind. :mrgreen:

2.) Zum Thema Katzen sind Einzelgänger. Nunja … wenn ich mir verwilderte Hofpopulationen und große Katzengruppen im Mittelmeerraum so ansehe, glaube ich nicht, dass die Menschen diese Tiere zum Zusammenleben zwingen (wie es hier ja für Gruppen in Wohnungshaltung angemerkt wurde). Denn die Nahrungssituation, die hier häufig vorliegt, ist nicht gut, sodass eigentlich kein konkreter Vorteil im Zusammenbleiben für die Tiere besteht. Dennoch sieht man dort immer wieder Katzenknäule aus 2-3 Katzen, die sich innig putzen. Auch unsere könnten jederzeit problemlos abwandern (sind ja auch erst selbsttätig zugewandert), tun sie aber nicht.
Ja, es gibt Reibereien in unserer Gruppe, aber auch immer wieder Momente in denen sie zeigen, wie eng der Verbund wirklich ist. Es wird gemeinsam gejagt und gemeinsam das Revier verteidigt. Brösel sucht rufend unser Haus ab, wenn er Filou, seinen Bruder, nicht finden kann. Der Schnitzelkater greift an, wenn er ein Mitglied seiner Gruppe in Gefahr vermutet und verteidigt dieses.

Auch wird mit fremdem Katzenbesuch auf unserem Grundstück sehr unterschiedlich umgegangen: Es gibt welche, die dürfen keine Pfote in den Garten setzen, sonst werden sie von 3 singenden Katern in Empfang genommen. Und andere mit denen wird ein freundschaftlicher Umgang gepflegt: Man beschnuppert sich und lässt den Besuch sogar in den Schuppen, ohne irgendein Anzeichen von Unruhe.

Dass in vielen Tierheimen Katzen sitzen, die in Einzelhaltung vermittelt werden, weil für Katzengruppen nicht kompatibel: Ich vermenschliche mal kurz: Wenn Du mich in eine 5er WG wirfst mit wildfremden Menschen, die mir bös unsympathisch sind. Dann bin ich auch äußerst „inkompatibel“. Das bedeutet aber nicht, dass ich andere Menschen grundsätzlich nicht leiden kann. Nur eben nicht alle …

Ich will nicht ausschliessen, dass es bei Katzen Einzelgänger gibt, aber ich glaube es sind deutlich weniger, als immer so angenommen wird.
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #798
Zum Thema Freigang ja/nein und was ist eigentlich artgerechte Katzenhaltung:
Heutige Katzengenerationen sind nun einmal domestiziert und durch den jahrhundertelangen Kontakt zum Menschen in ihrem Verhalten geprägt. Und da stellt sich dann auch die Frage, was denn eine artgerechte Haltung wäre? Denn mit einem direkten Vergleich zu den wilden (nicht verwilderten) Vertretern der Gattung wäre ich da schon etwas vorsichtig ...

Ja, wir halten die Tiere auch aus egoistischen Gründen, aber das schließt nicht zwingend aus, dass wir dennoch auch das Wohl der Tiere im Sinn haben.

Ich kann Canix gut verstehen, denn wenn eine Katze nicht gelernt hat, die Gefahren im ungesicherten Freigang richtig einzuschätzen, wird sie nicht lange überleben. Und gerade, wenn ich Wohnungskatzen in X.ter Generation habe, kann es ihnen auch die Mutter nicht beigebracht haben.

Wir haben hier insgesamt 6 Katzen im unbeschränkten Freigang: 1 Persermix, 2 Ex-Streuner + 2 Schuppenkater (die Ableger der Streuner), sowie eine kleine Katzendame aus dem Tierschutz. Unsere beiden jungen Schuppenkater sind sehr darauf geeicht draußen zu überleben und Gefahren zu erkennen. Was aber auch bedeutet, dass sie draußen z.T. so scheu sind, dass sie noch nicht einmal zu mir kommen, wenn ich mich außerhalb unseres Reviers befinde. Drinnen ist die Situation anders, sie sind verschmust und suchen den Kontakt mit uns. Dennoch sind sie mehr draußen als drinnen.
Der Umkehrfall sind die beiden Ex-Streuner: Beide gehen nur noch sporadisch nach draußen. Die wissen einfach viel zu sehr einen sicheren, warmen Platz und eine regelmäßige Mahlzeit zu schätzen.
Insofern würde ich aus meiner Erfahrung heraus sagen, es hängt sehr von den Katzen ab. Es gibt Katzen für die wäre ein Leben ohne Freigang Quälerei und wieder andere, die eben einfach mehr Couch-Potatoes sind. :mrgreen:

2.) Zum Thema Katzen sind Einzelgänger. Nunja … wenn ich mir verwilderte Hofpopulationen und große Katzengruppen im Mittelmeerraum so ansehe, glaube ich nicht, dass die Menschen diese Tiere zum Zusammenleben zwingen (wie es hier ja für Gruppen in Wohnungshaltung angemerkt wurde). Denn die Nahrungssituation, die hier häufig vorliegt, ist nicht gut, sodass eigentlich kein konkreter Vorteil im Zusammenbleiben für die Tiere besteht. Dennoch sieht man dort immer wieder Katzenknäule aus 2-3 Katzen, die sich innig putzen. Auch unsere könnten jederzeit problemlos abwandern (sind ja auch erst selbsttätig zugewandert), tun sie aber nicht.
Ja, es gibt Reibereien in unserer Gruppe, aber auch immer wieder Momente in denen sie zeigen, wie eng der Verbund wirklich ist. Es wird gemeinsam gejagt und gemeinsam das Revier verteidigt. Brösel sucht rufend unser Haus ab, wenn er Filou, seinen Bruder, nicht finden kann. Der Schnitzelkater greift an, wenn er ein Mitglied seiner Gruppe in Gefahr vermutet und verteidigt dieses.

Auch wird mit fremdem Katzenbesuch auf unserem Grundstück sehr unterschiedlich umgegangen: Es gibt welche, die dürfen keine Pfote in den Garten setzen, sonst werden sie von 3 singenden Katern in Empfang genommen. Und andere mit denen wird ein freundschaftlicher Umgang gepflegt: Man beschnuppert sich und lässt den Besuch sogar in den Schuppen, ohne irgendein Anzeichen von Unruhe.

Dass in vielen Tierheimen Katzen sitzen, die in Einzelhaltung vermittelt werden, weil für Katzengruppen nicht kompatibel: Ich vermenschliche mal kurz: Wenn Du mich in eine 5er WG wirfst mit wildfremden Menschen, die mir bös unsympathisch sind. Dann bin ich auch äußerst „inkompatibel“. Das bedeutet aber nicht, dass ich andere Menschen grundsätzlich nicht leiden kann. Nur eben nicht alle …

Ich will nicht ausschliessen, dass es bei Katzen Einzelgänger gibt, aber ich glaube es sind deutlich weniger, als immer so angenommen wird.

Eins mit Sternchen von mir !:mrgreen:
 
  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #799
2.) Zum Thema Katzen sind Einzelgänger. Nunja … wenn ich mir verwilderte Hofpopulationen und große Katzengruppen im Mittelmeerraum so ansehe, glaube ich nicht, dass die Menschen diese Tiere zum Zusammenleben zwingen (wie es hier ja für Gruppen in Wohnungshaltung angemerkt wurde). Denn die Nahrungssituation, die hier häufig vorliegt, ist nicht gut, sodass eigentlich kein konkreter Vorteil im Zusammenbleiben für die Tiere besteht.
Wenn Du Dich da mal nicht täuscht. Schon zu allen Zeiten wurden Katzen von Menschen versorgt. Zugegeben, meine Oma hätte jetzt gewiss kein Rindergulasch gekauft. Aber egal ob gut oder schlecht, auch die Speisereste hat vielen Katzen das Überleben gesichert. Ich hab mal irgendwo gelesen das allein in Rom tagtäglich mehr als zwei Tonnen Fleisch nur für Katzen verfüttert werden. Und die angeblich wilden Kolonien bspw. im Römischen Kolosseum sind in Wahrheit gar nicht so wild, denn seit einigen Jahren beschäftigt die Stadt Rom extra eine Katzenbeauftragte. Alle Tiere im Kolosseum werden prinzipiell kastriert und es gibt feste Fütterungszeiten, vor allen wegen der Touristen.
Ich denke, letztendlich ist wohl entscheident, dass es allein durch die menschliche Zivilisation für Katzen mehr Unterschlupfmöglichkeiten und natürlich auch immer Mäuse und Ratten gibt, die zu vermehrter Gruppen- oder gar Rudelbildung beitragen.

Heutige Katzengenerationen sind nun einmal domestiziert und durch den jahrhundertelangen Kontakt zum Menschen in ihrem Verhalten geprägt.
Ich habe gelesen, dass die Domestikation bei Katzen prinzipiell nicht so gross ausgeprägt ist wie immer behauptet wird. Bei verwilderten Hauskatzen, sprich wilden Streunern, kann oft schon nach der zweiten Generation von Domestikation keine Rede mehr sein. Das ist auch der Grund weshalb man nicht einfach jede wilde Katze ins Tierheim sperren kann. Und selbst die Kastration ist für einen wildlebenden, nicht domestizierten Kater der sich in seinen Revier behaupten muss eine durchaus ernste Angelegenheit. Ich denke einfach, dass die heutige Katzenhaltung über Jahrhunderte völlig unbekannt war.
 
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  • 'Diskussionen rund um das Thema Anschaffung, Haltung und (Katzen-)Gesellschaft Beitrag #800
@ aLuckyGuy: Siehe am Anfang meines Post
Katzen wurden durch uns Menschen in ihrem Verhalten geprägt. Ob wir nun auch die Rudelbildung "auf unsere Fahne" schreiben können, mag durchaus sein. Deshalb sage ich ja, dass man beim direkten Vergleich zwischen Wildkatzen und (verwilderter) Hauskatze aufpassen sollte.

Ich kenne es hier aus meiner Kindheit, dass das Fressen auf den Bauernhöfen in der Regel aus eigeweichten Brotresten bestand und davon auch immer zu wenig. Auf vielen Höfen sieht es heute noch so aus. Das meinte ich mit schlechter Futterversorgung. Und es gibt immer wieder Katzen die abwandern.

Was die Katzengruppen im Süden angeht: Ich habe das nur am Beispiel Griechenland gesehen. Dort wird zwar von Tierschützern verzweifelt versucht der Katzenpopulation Herr zu werden Mithilfe von Kastrationsaktionen, aber sie sind von guten Zuständen noch weit weg. Ja, es gibt Futterstellen, aber man findet diese Gruppenbildung auch ausserhalb der Futterzeiten und fernab der Futterplätze. Weshalb ich nicht gewillt bin, es ausschließlich aufs Futter zu schieben. Natürlich ist Futter für Katzen immer ein starker Anreiz (wer überleben will muss fressen).

EDIT: Ich denke die Ausprägung der Domestizierung hängt davon ab, welche Katzen ich mir anschaue: Eine Rassekatze, die tatsächlich seit Jahrhunderten (z.B. Perser) als (ich nenn es mal) Zierkatze gezüchtet wird, besitzt eine andere Prägung, als eine Bauernhofkatze in 500. Generation. Erstere soll menschenbezogen sein, letztere eine genügsame Jägerin.
 
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