@Li_ne,
ich möchte dir nur mal etwas aus meiner eigenen Geschichte erzählen, um mal ein bisschen darzustellen, wie sich das mit dem "Vermehrer" und "Züchter" verhält. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass du Vermehrer mit "bösen", raffgierigen Menschen gleichsetzt, ist ja schließlich auch ein, (meiner Meinung nach) mit Recht, nicht sehr nettes Wort.
Ich hatte auch einmal einen Wurf Kitten von meiner Katze. Die Geschichte ist nicht die gleiche wie bei dir, bei mir war es ein Ups-Wurf, der so weder geplant noch gewollt war. Ich hatte niemals vor eine meiner Katzen Kitten bekommen zu lassen, aber durch Unwissenheit, Fehlinformationen und Versäumnisse kam es eben doch dazu. Ich habe meine Zeit, die noch bis zur Geburt blieb, dann dazu genutzt mich so gut es geht zu informieren und (nach dem größten Versäumnis, nämlich der rechtzeitigen Kastra) so viel wie möglich richtig zu machen.
Kurz und gut, mir geht es nur darum, dass ich mich nicht für einen schlechten Menschen halte und ich auch immer nur das Beste für meine Tiere wollte, aber trotzdem führt kein Weg daran vorbei, dass mein Ups-Wurf ein Vermehrerwurf war und ich sinnlos vermehrt habe. Nein, ich fühle mich nicht wohl dabei das zu schreiben und ich fühle mich auch nicht wohl dabei mich selbst als Vermehrer zu bezeichnen, eben weil es einen wirklich negativ darstellt. Nur bleibt es dabei, dass es eine negative Handlung ist und somit auch das negative Wort gerechtfertigt ist. Was ich sagen will, ist, dass die jetzige Halterin deiner Katze vielleicht ein ganz, ganz netter Mensch ist und sie sich vielleicht auch wirklich total liebevoll um ihre Katzen kümmert, was sie von geldgeilen Kittenproduzenten, die die Tiere mit 7 oder 8 Wochen rausschmeißen unterscheiden mag, aber was sie macht bleibt trotzdem vermehren, denn züchten ohne Stammbaum und Verein funktioniert einfach nicht und das ist und bleibt für mich einfach negativ und ich würde das auch nicht unterstützen (und nein, ich hätte auch kein Kitten von mir genommen ;-)).
[...]
Ich habe zwar momentan meine Meinung, bin ich aber nicht belehrungsfaul. Wer weiß vielleicht werde ich meine Meinung ja auch irgendwann ändern und zusammen mit saurier an der Front kämpfen:lol: [...]
Das finde ich wirklich gut. Ich bin jetzt mal ganz ehrlich und muss zugeben, dass mir Menschen, die innerhalb von 5 Minuten durch Beiträge in einem Forum ihre Meinung um 180° drehen irgendwie immer suspekt sind. Das du aber offen für die Diskussion bist lässt hoffen, dass du dir wirklich Gedanken darum machst, was hier an Argumenten kommt und irgendwann einfach wirklich "von Herzen" nachvollziehen kannst, was wir meinen.
[...] Meine Meinung zum Tierschutz hat sich wie gesagt, durch meinen kranken Kater etwas geändert. Nun mache ich diese Erfahrung.
Das finde ich sehr schade.
Klar ist es so, dass man beim Tierschutz absolute Wundertüten bekommt, sowohl gesundheitlich, als auch charakterlich, aber das sollte einem doch vor der Adoption eines
Tierschutz-Tieres bewusst sein, schließlich haben Tierschützer nicht die Möglichkeit solche (Erb-)krankheiten zu beeinflussen, oder zu verhindern, denn sie sehen ja schon vor den vollendeten Tatsachen. Das dem Tierschutz negativ auszulegen finde ich recht ungerecht, oder habe ich dich da jetzt falsch verstanden?
Dass du ein
möglichst gesundes Tier nach deinen Erfahrungen haben möchtest, kann ich dagegen gut verstehen, nur verstehe ich wirklich nicht, warum man dann nicht zu dem seriösesten aller seriösen Züchter geht, sondern zu einen Vermehrer.
[...] Nun ist es ja in manchen Fällen ja durchaus sinnvoll und auf jeden Fall geläufig, die Tiere irgendwie weiter zu unterteilen/zu gruppieren. Das erfolgt nun mal traditionell über Rassebegriffe. Das du das ändern möchtest, kann ich durchaus verstehen, aber es braucht dann halt irgend nen Ersatzbegriff. [...]
Geläufig mag stimmen, aber sinnvoll finde ich das jetzt nicht, wenn die Einteilung einfach auf falschen Voraussetzungen beruht und damit absolut keinen Mehrwert bietet. Dann kann man sich das eben auch einfach sparen. Aus biologischer Sicht hört die Unterteilung bei der Hauskatze (die je nach Quelle als Unter-Unterart der Falbkatze im Stammbaum steht, oder als Unterart der Waldwildkatzen (zu der auch die Falbkatze gehört)) auf. Eine weitere Unterteilung gibt es nicht mehr und auch der Rassebegriff ist in aktuellen Biologie Lehrbüchern nicht mehr zu finden. Das macht auch durchaus Sinn, da die einzelnen Rassen die biologischen Merkmale, um als eigene Unterart angesehen zu werden einfach nicht erfüllen. Z.B. kommen alle ihre Gene aus dem
Genpool der Hauskatze und so kann auch jede Hauskatze rein zufällig ganz ähnliche Genkombinationen tragen, wie eine Rassekatze. Kann ich eine Katze jetzt keiner bestimmten Rasse zuordnen, dann ist es doch nur logisch diesen Züchterbegriff (und nichts anderes ist es: ein Begriff aus der Zucht, der auch dementsprechend definiert ist, z.B. eben, dass ein Abstammungsnachweis zwingend zu einem Rassetier dazugehört) einfach wegzulassen und die Katze einfach nur Hauskatze sein zu lassen, was biologisch gesehen ohnehin alle unsere Katzen sind, ob nun Rasse oder nicht.
[...] Warum? Nun ja, für folgende Situationen: Mein Mietvertrag erlaubt grundsätzlich Hunde und Katzen. Bestimmte größere Hunderassen oder solche, die gemeinhin auch als Kampfhunde bezeichnet werden, erlaubt er allerdings nicht, so z. B. Türkische Hütehunde oder Pit Bulls. Ich glaube aber nicht, dass ich einen Hund, der von der Allgemeinwelt als "Pit Bull" angesehen wird mit der Aussage "Er hat keine Papiere, er ist also kein Pit Bull!" hier einziehen lassen dürfte. [...]
Nun ja, wenn der Vermieter das so haben möchte, dann ist es doch kein Problem eine Maximalgröße anzugeben und wie wäre es, anstatt einfach pauschal "Kampfhunde" zu verbieten, einen
Wesenstest zu verlangen?
[...] Noch ne Spur offizieller wirds mit den Rasselisten in bestimmten Regionen, die uns ja vor "gefährlichen" Hunderassen schützen sollen. Es würde mich sehr wundern, wenn diese sich wirklich nur auf korrekt gezüchtete Tiere mit Papieren beziehen, und nicht auch auf Mixe und Look-a-likes. Wenn dazu wer Informationen hat, gerne her damit. [...]
Ich habe nicht viel Ahnung von Hunden, aber ein bisschen habe ich auch in Hundeforen gelesen und ich kann dir sagen, dass es dort einige Hundehalter gibt, die sich sehr massiv, und ich finde auch zu Recht, darüber beschweren, dass ihre Hunde einfach pauschal nach optischen Merkmalen eingeordnet werden und "verurteilt" werden, obwohl da teilweise eben nichts (laut deren Aussage) dran, bzw in dem Hund drin ;-), ist, was diese Einteilung rechtfertigt. Wie viel Schutz und Sinn das dann noch ergibt erschließt sich mir nicht wirklich, da werden dann nämlich einfach nur massig Fehlurteile mit provoziert.