Hmpf... jetzt dachte ich, dass hier die Diskussion "Haltung im Tierheim" weitergeht und stoße auf eine etwas anders gelagerte Thematik.
Da ich den anderen Thread nicht mit Offtopic füllen will, führe ich meinen Punkt jetzt dennoch an dieser Stelle an, vielleicht ergibt sich ja doch noch ne Diskussion dazu
Ich kenne das im Thread erwähnte Tierheim in der Süderstraße, glaube ich, nicht. Bin mir aber nicht ganz sicher. Ich komme gebürtig aus der Gegend und bin als Kind mit meinen Eltern bei mehreren Tierheimen im Umkreis vorbeigefahren um unsere Herzenskatzen zu finden. Ich weiß nicht genau wie alt ich war, ist auch nicht so wichtig, aber es ist locker über 20 Jahre her. Und weil ich nun kein Tierheim für Erlebnisse, die Jahre her sind, denunzieren will, sage ich es so unspezifisch: Wir haben uns schlussendlich für Tiere aus Schleswig-Holstein entschieden.
Als Jemand, der Katzen wirklich sehr liebt, habe ich das damals als unfassbar furchtbar empfunden. Allein bei dem Gedanken daran schießen mir heute noch die Tränen in die Augen. Es war so traumatisch, dass ich Jahre später als Erwachsene nur aus reiner Willenskraft und Überzeugung, damit etwas Gutes zu tun, wieder ein Tierheim betreten habe. Allein auf dem Weg dahin hat sich mir der Magen umgedreht aus Angst vor dem Tierleid.
Nun muss ich eines direkt vorweg sagen: Die letzten Tierheime, die ich besucht habe, waren wirklich sehr schön. Es gab schöne Ausläufe und Gruppenhaltung. Käfige nur für Quarantänetiere. Die Mitarbeiter waren superfreundlich, haben sehr geduldig zugehört, was für Tiere man sich wünscht und was für Gegebenheiten man bieten kann und haben einem dann die möglicherweise passenden Tiere vorgestellt.
Damals vor 20 Jahren war das deutlich anders.
Schon draußen roch es furchtbar nach so einem abartigen Gemisch aus Tierarzt, Ausscheidungen und Angst.
Drinnen kamen dann die - ich kann es nicht anders schreiben - Hilferufe der Tiere hinzu. Ein konstantes, mehrstimmiges, klägliches Miauen (und Gebell von drüben aus der "Hundeabteilung). Es war wahrscheinlich nicht wirklich so, aber in meiner Erinnerung war es ohrenbetäubend.
Eine übellaunige Mitvierzigerin hat uns als Familie kritisch beäugt und dann festgelegt: "Die da könnt ihr haben oder keine!"
Dorn im Auge war offenbar hauptsächlich ich, weil ich ein Kind war, und Kindern wohl grundsätzlich keine Tiere anvertraut werden sollten.
Die unfreundliche Frau führte uns dann an einer Reihe von Käfigen vorbei zu "unseren Katzen". Es war so schrecklich an all diesen armen Seelen vorbeigehen zu müssen.
Einige Katzen rieben sich fröhlich am Käfig, als sie uns erblickte. Andere saßen völlig verängstigt mit riesigen Augen in der Ecke Wieder Andere miauten uns einfach an.
Und noch schlimmer war es dann auf dem Rückweg nochmal an allen vorbeigehen zu müssen und nur zwei mitnehmen zu können...
Ich habe mich sehr über unsere neuen Mitbewohner gefreut und sie durften neben mir auf dem Rücksitz in ihrer Box festgeschnallt zu ihrem neuen Zuhause fahren. Die beiden haben sich aneinandergekuschelt und hin und wieder miaut. Ich habe ihnen weinend zugeredet, dass es bald vorbei ist und sie es gut haben werden.
Das ist so lange her und ich muss immer noch weinen, jetzt wo ich es niederschreibe. Es war so so schrecklich!
Insofern: Ich kann durchaus verstehen, wenn Jemand Tierheime nicht betreten mag und eine sehr negative Meinung vertritt, wenn er ebenfalls solche oder ähnliche Erlebnisse hat machen müssen.
Und jetzt muss ich erstmal Katzen kuscheln gehen, damit ich mich wieder besser fühle
