Ich bin zwar kein Britenzüchter, aber Züchter bin ich. ;-)
Dass Kater nicht immer lange in einer Zucht bleiben, liegt auch ein wenig in der Natur der Sache. Die Herren neigen nun mal dazu, ihr Revier sehr deutlich zu markieren und da gibt es verschiedene Methoden (außer putzen) damit umzugehen. Einige Züchter machen es so, dass sie ihren Kater eben nicht separat in einen Verschlag sperren möchten, sondern lassen ihn nur eine kleine Weile potent, damit er 1, 2 oder 3 Würfe zeugt, kastrieren ihn dann, bevor es für alle Beteiligten zu großer Stress wird und suchen nette Liebhaberplätze für die kastrierten Jungs, weil man als Züchter nun mal nicht immer alle Kastraten behalten kann. Daran sehe ich also erst mal nichts Verwerfliches, da es eine von mehreren Möglichkeiten ist, mit dem Thema "dufter Bube" umzugehen, die ich nicht mal für eine der schlechtesten im Sinne des Jungen halte.
Bei Mädels sieht es teilweise anders aus. Wenn alle Mädchen immer nur mal einen Wurf bekommen und dann gleich wieder abgegeben werden, ist das zwar eine Möglichkeit, die ich befremdlich finde, aber das hat vielleicht was mit Zuchtzielen oder Zuchtphilosophie zu tun.
Ob die von Dir genannte Zucht seriös ist, hängt von ganz vielen verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählt für mich auch, ob man ein Tier, wenn eine Vergesellschaftung nicht klappt, auch wieder zurück nimmt. Das scheint hier ja (ohne jetzt den Thread bezüglich der Vergesellschaftung mit dem Kitten gelesen zu haben) durchaus der Fall zu sein.
Dass Asthma genetisch sein soll, ist mir neu. Wo hast Du das her? Da ich mich gerne fortbilde, wäre ich für eine Quellenangabe dankbar. Und für viele Erkrankungen gilt übrigens, dass sie, wenn sie genetisch bedingt sein können, trotzdem auch durchaus erwerbbar sind und die Grenze da manchmal schwer zu ziehen ist.
Was ich persönlich meinen Kittenkäufern IMMER rate und wonach ich selber auch ein- und verkaufe: Höre auf Deinen Bauch! Wenn Dein Bauchgefühl aus irgendwelchen Gründen streikt, hat das einen Grund, auch wenn Du den rational vielleicht in dem Moment nicht wirklich "fassen" kannst. Natürlich irrt sich manchmal auch ein Bauchgefühl, aber viel seltener als ein Kopf!
Solltest Du Dich für den Kastraten entscheiden, wäre es vielleicht gut, wenn die Züchterin ihn Dir bringt und dabei einen ersten Eindruck gewinnen kann, wie sich Dein Poldi und der neue Bub sich gegenüber verhalten. Gerade wenn die Züchterin selbst öfter mal Neuzugänge hat, sollte sie recht gut einschätzen können, ob das erst mal "ganz normal" aussieht und Dir dann in den folgenden Tagen gut raten können, was zu beachten ist.
Grundregel Nummer 1 für jede Vergesellschaftung: Knurren, Fauchen und kleine Backpfeifen ignorieren - solange weder Fell fliegt noch Blut (oder Urin) fließt, die Katzen völlig in Ruhe ihre Diskussionen führen lassen. Normal weiter leben, Argusaugen einpacken, Baldriantee auspacken. Je entspannter man selber damit umgeht, umso normaler gehen die Katzen damit um. Ruhig auch mal einkaufen gehen oder ne kleine Runde um den Block spazieren, damit die Miezen sich ganz in Ruhe beschnuppern können, ohne dass ein angespannter/aufgeregter Mensch sie beobachtet.
Okay, bevor ich jetzt Post von irgendeinem Verlag bekomme, weil ich einen Roman geschrieben habe, höre ich erst mal auf, auch wenn mir bestimmt noch einiges einfallen würde.
Ich hoffe, es hilft Dir schon ein wenig weiter....