Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr

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  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #41
Ja es ist glaub schwer, Murmelchen nicht gern zu haben. Sie hat bisher jede/n verzaubert.
Selbst meine Mutter.

Und ich liebe den Namen Ishani. Paßt so schön zu Deiner Katze.
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #42
Ja es ist glaub schwer, Murmelchen nicht gern zu haben. Sie hat bisher jede/n verzaubert.
Selbst meine Mutter.

Und ich liebe den Namen Ishani. Paßt so schön zu Deiner Katze.

Das kann ich mir gut vorstellen. ;-)
Dankeschön, ich werde es der Fellfluse ausrichten. :)
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #43
Zur Zeit kommt wieder so Einiges auf mich zu, daß ich mehr eingespannt bin, als es mir lieb ist.
Zu allem Übel ist mein Thinkpad abgestürzt, so daß ich nicht an mein Geschriebenes herankomme.
Versuche mich heute drum zu kümmern.
Wie es eben immer mal wieder so ist, kommt alles zusammen.....
darüber bin ich verärgert, ein wenig, etwas mehr...eigentlich sehr....
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #44
Dann kann es ja bald hier weitergehen - schonganzgespanntbin!!!
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #45
Ich hoffe es auch ...denn falls ich die Daten nicht wieder herstellen kann, dann muß ich alles neu schreiben...
in Zukunft wird wieder alles ordentlich handschriftlich festgehalten. Geht halt nichts über ein Blatt Papier und Füller!
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #46
Teil 4

" Deine Tochter ist jetzt schon wieder alleine gewesen. Das arme Kind. Du mußt Dich mehr um sie kümmern. Seit Du diese Katze suchst, läßt Du sie unentwegt alleine! "

Mit einem Blick auf die Uhr, es ist gerade mal kurz nach 19.oo Uhr, wende ich mich meiner ach so armen Tochter zu, und gebe ihr einen Begrüßungskuß. " Hast Du Deine Hausaufgaben gemacht? " " Ja, Mama! "
Seit ich nach Tunesien ausgewandert bin, fallen immer wieder solche Wörter wie, ' das arme Kind ' ein, oder noch häufiger als früher schon, fängt bald jeder zweite Satz mit ' du mußt ' an.
Diese ganze Litanei an Vorwürfen und Vorschriften leid, lege ich meine Jacke ab und begebe mich in die Küche, um das Abendbrot zuzubereiten. Schon wieder in Gedanken versunken bemerke ich nicht, wie die Tür ins Schloß fällt.

Plötzlich bricht alles über mich ein. Wie soll ich das nur alles bewältigen? Ich vermisse mein Murmelchen so sehr, daß ich schon befürchte ohne sie nicht mehr glücklich zu werden. Vermissen. Dieses Gefühl der Leere und herzzerreißender Sehnsucht nach Etwas, das man mal gewagt hat besessen zu haben, das man gewagt hat für sich in Anspruch genommen zu haben.
Immer wieder tauchen Bilder Tunesiens wie Bruchstücke eines zerbrochenen Ganzen vor mir auf. Es schmerzt. Es schmerzt zu wissen, daß da mal Etwas war;
Etwas, daß man befürchtet für immer verloren zu haben. Etwas, daß man vielleicht nie wieder sehen oder berühren kann.
In diesem Moment frißt mich die Leere nahezu auf. Tränen laufen unmerklich über mein Gesicht, als ich zusammengekauert auf dem kaltem Fliesenboden der Küche sitze, und auf den leeren Futternapf starre...


Etwas kitzelt mich an den Füßen. Mehania? Nein. " Möpsi, laß das sein. Das kitzelt doch!" Ich ziehe meine nackten Füße unter die leichte Decke und fühle, wie die Schnauze meiner kleinen, wuscheligen Hündin ein Loch gräbt, um weiter meine Füße zu malträtieren. Meine Hand sucht das Wollknäuel mit den Fingerspitzen, um gerade so ihr weiches Fell berühren zu können. Zwei kurz hintereinander nachahmende Kußgeräusche, läßt das aufgeregte Hündchen zu mir hervorschnellen. Die Zunge schleckt wie wild über mein
müdes Gesicht.
Es ist noch dunkel draußen. Meine innere Uhr schätzt auf gerade mal vier Uhr.
" Na gut, ein wenig Zeit habe ich noch mit Dir zu schmusen und zu balgen. Komm her, meine kleine süße Maus."
Ich knuddel Möpsi feste durch. Sie legt sich auf den Rücken, streckt alle Viere von sich, und streckt mir ihr kleines Bäuchlein entgegen.
Sie liebt es am Bauch gekrault zu werden. Überhaupt liebt sie es, geknuddelt, gedrückt und abgeknutscht zu werden.
Und ich liebe diese seidigen, goldblonden Kringellöckchen an ihrem Bauch, und an den Beinchen. Überhaupt bin ich ganz verzaubert von ihrem fröhlichen und liebevollen Wesen. Zu Allem und Jedem hüpft sie freudekläffend hin und begrüßt ihr Gegenüber tanzend und auf ihren Hinterbeinchen springend. Seit ich sie habe, ist das Lachen in mein Gesicht zurückgekehrt.

Mein Mann war vor nicht ganz vier Monaten für einen kurzen Urlaub bei uns, da kam er eines Abends von seinen Eltern ins Haus gerannt, und sagte, ich solle mal schnell mitkommen. Er hätte da Etwas für mich.
Widerwillig ließ ich die Arbeit in der Küche liegen, und tapste im Dunkeln hinter ihm her. Ich hatte so gar keine Lust in das Haus meiner Schwiegereltern zu gehen, schon gar nicht Abends, wenn sich Schlange und Skorpion " guten Abend " sagen!
Wie immer war das Elternhaus meines Mannes bestens besucht. Von mehreren Verwandten, bis hin zu Menschen die ich nicht kannte, oder zumindest dieser Familie nicht zuordnen konnte. Nach unzähligen Küssen auf die Wangen, viel mein Blick auf Jamel.
Ein groß gewachsener, entfernter Cousin meines Mannes, der mich mit erwartungsvollen Augen anschaute. In den Händen hielt er ein winzig kleines Fellknäuel, in ein altes Tuch gewickelt!
Als ich erkannte, daß es endlich mein heißersehnter Havaneserwelpe war, hatte ich solch ein Strahlen im Gesicht, daß sich die gesamte Familie mitfreute. Mein Mann hat viele Jahre später erzählt, daß er mich lange hat nicht mehr so lachen sehen, wie damals!

Vorsichtig nahm ich das Kleine in die Hände, und drückte es sanft an meine Brust. Es war noch anthrazitfarben und seine Äuglein so wunderschön knopfig und schwarz, daß ich mich auf Anhieb verliebte. Mein Beschützerinstinkt verabschiedete sich schnell von den vielen Menschen und dem Kindergeschrei, jedoch nicht ohne mich mit einem "shukran" und einer herzlichen Umarmung bei Jamel zu bedanken.
Ob mein Mann ihm für die Kleine ein paar Dinar bezahlt hat, weiß ich bis heute nicht.

Zügig lief ich in Begleitung meines Schwagers, in unser Haus zurück.
Meine Mehania. Seelig schlief sie in ihrem liebevoll hergerichteten Zimmer. Das alte Bauernbett hatte ich auf einem Markt in Sfax ergattert. Es ist türkis, mit wunderschönen Bildern am Fuß-und Kopfende verziert. Die Farbe bricht , und es ergibt ein antikwirkendes Muster, ähnelnd einem Mosaik. Jetzt sind wir schon Jahre hier, und wir haben uns nie an die abendlichen Umtriebe gewöhnt.
Die Kinder hier gehen teilweise so spät ins Bett, daß es mich nicht wundert, diese schlaftrunken am nächsten Morgen auf dem Weg zur Schule zu sehen. Oftmals war ich froh um die Stille in meinem Haus und Hof. Schließlich mußte ich täglich in aller Frühe aufstehen, um die Tiere zu versorgen. So vermied ich die Hitze, die schon kurz nach Sonneneingang hereinbrach, und hatte auch genügend Zeit, mich um meine Tochter zu kümmern, bevor sie in die Schule mußte.

Möpsi und ich wurden zu einer Einheit. Sie durfte den Vorzug genießen, in dem Haus leben zu dürfen. Während meine anderen beiden Hunde, Baghira und Julia um das Haus herum, das von einer großen Mauer umgeben war, ihr häusliches Territorium hatten.
Doch man soll nicht glauben, daß nur Möpsi ins Haus durfte. Abwechselnd waren hier alle Sorten von Tieren kurzfristig zu Besuch.
Ob es sich um kränkliche Tiere oder um Aufzuchten von Geflügel und Hasen handelte; diese konnten in der kritischen Phase vor den Schlangen und Ratten geschützt, meine Fürsorge genießen. Diese Zeit des Aufpäppelns war für Mehania und mich eine willkommene Abwechslung und bereichernde Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Seit ich also diesen Welpen hatte, sah man mich also nur noch mit Anhang. Möpsi begleitete mich überall hin. Auf den wöchentlichen Markt, auf den Fahrten in die Wüste, um Ziegen und Schafe zu verkaufen, zu allen Erledigungen, die außerhalb meines Hofes zu besorgen waren, und natürlich war sie auch mit Begeisterung beim Hüten meiner Nutztiere mit von der Partie. Baghira und Julia wiesen sie mehr oder weniger geduldig ins Schafe- und Ziegenhüten ein.
Immer wenn sie zu wild umher sprang, wurde sie mit ein paar zarten Bissen meiner beiden großen Hunde zurechtgewiesen. Schon nach kurzer Zeit hielt sie gebührenden Abstand zu den Tieren, so daß sie
in Ruhe ihre Gräser und Kräuter fressen konnten.
Abends kuschelte sie sich abwechselnd zu meiner Tochter und mir, und ich war glücklich in den vielen einsamen Nächten etwas Schmusiges bei mir zu haben.
Felix, unser Kater hatte übrigens keinerlei Schwierigkeiten mit unserem Neuankömmling, und schon nach ein paar Tagen hielten die beiden Siesta, während der großen Hitze des Tages, in meiner Wohnstube.


...so konnte es nicht weitergehen. Meine Nerven lagen blank. Wie lange wollte ich denn noch unsere Gegend durchsuchen?
Erschöpft legte ich mich ins Bett; doch es wollte sich kein Schlaf einfinden. Die letzte Zeit litt ich immer häufiger an unruhigen Beinen, die mich nicht zur Ruhe kommen ließen.

Am nächsten Tag setzte ich mich an meinen PC. Wozu hast Du denn das Ding? Ich gab das Stichwort " vermißte Katzen " ein.
Was sich da alles vor meinen Augen öffnete, erschlug mich regelrecht. Mit Spannung las ich mich in das Thema ein, und stieß durch Zufall auf ein Forum, das etwas esoterisch zu sein schien. Ich las von einer Frau, die schon seit mehreren Monaten ihre Katze vermißte und versuchte, diese durch einen Hellseher wiederzufinden.
In einem anderen Forum las ich immer wieder die gleichen Ratschläge, Vermißtenanzeigen aufzugeben, Tierheime zu informieren und dergleichen. Ich machte mir mehrere Notizen, und schlug mich durch die, in meinen Augen verworrene Welt des Internets.

Nachdem ich also diverse Suchanzeigen meines Murmelchens veröffentlichte, wurde ich den Gedanken eines Hellsehers nicht mehr los.
Nach kürzester Zeit hatte ich sogar Jemanden in meinem Ort ausfindig gemacht, dem ich sofort eine Mail
mit meinem Anliegen schickte.Während ich noch auf seine Antwort wartete, registrierte ich mich in einem Katzenforum, welches mir ebenfalls, nach anfänglichen Schwierigkeiten der Handhabung, zum treuen Begleiter wurde.
Hier traf ich viele Katzenfreunde und Gleichgesinnte, die mich während dieser schwierigen Phase begleiteten.
Doch mit großer Erwartung saß ich eines Tages am PC, als ich die Antwort des Hellsehers auf meine Mail öffnete.

Meine Hoffnung, auch nur irgend eine Kleinigkeit über mein geliebtes Schätzchen zu erfahren, wich sogleich einer enttäuschenden Ernüchterung. Wenigstens war er so ehrlich mir zu sagen, daß er nicht auf die Suche von vermißten Tieren spezialisiert sei.
Er konnte mich jedoch insofern beruhigen, daß er ein gutes Gefühl hätte, und Murmelchen mit Sicherheit noch lebe.
Ob er dies aus Mitleid oder aus Überzeugung tat, konnte und wollte ich jedoch nicht wissen.
Somit vertiefte ich mich in dieses Thema immer mehr, bis ich ein einschneidendes Erlebnis hatte.

Über eine Werbeseite wurde ich auf eine telefonische Beratungsstelle aufmerksam, die auch Tierkommunikation anbieten.
Nach einer mir viel zu langen Wartezeit, hatte ich endlich eine Dame am Telefon, die mich mit ihrer dunklen und sanften Stimme freundlich nach meinem Anliegen erkundigte.
Nachdem ich ihr in knappen Worten über den Hergang des Verschwindens von Murmelchen erzählte, hielt sie eine Weile inne.
Ungeduldig wartete ich auf Ihre nächsten Worte. Diese schnitten in mein Herz, und ließen gleichzeitig meinen Atem stocken.
Ich kämpfte gegen ein aufschreiendes Nein an, welches mir im Halse stecken blieb. Statt dessen verkrampfte sich meine Stimme zu einem leisen Schluchzen." Sind sie sich sicher? Wo genau sehen sie mein Murmelchen?"
Mit einer mir unglaublich ruhigen und sanft erscheinenden Stimme, beschreibt sie mir den Ort, an dem sie Murmelchen im Gras liegen sieht, benetzt von herbstlichen Tau. Sie sei sehr schnell gestorben, wahrscheinlich durch einen harten Schlag gegen ihr Köpfchen, und hätte nicht gelitten. Sie würde nun in einer Zwischenwelt verharren, da die Verbindung zwischen mir und ihr sie daran hindern würde, ins Jenseits einzutreten." Eine Art Schockzustand hinderte mich daran, den verdammten Hörer einzuhängen.

"Sagen sie ein paar liebe Worte zu ihrer Katze, so als ob sie vor ihnen steht. Das wird es ihr erleichtern
Abschied zu nehmen!" Was trieb mich dazu, dieses lächerliche Spiel mitzuspielen? Bis heute kann ich es mir nicht erklären, wie mich diese Frau dazu brachte meinem geliebten Murmelchen zum Abschied für unsere gemeinsame Zeit zu danken, in Gedanken über ihr unglaublich weiches Fell zu streicheln, sie zu küssen.

Danach war ich nicht mehr fähig irgendetwas wie auf Wiedersehen zu sagen. Kraftlos beendete ich das Gespräch, hängte den Hörer ein, und blieb dort am Boden vor meinem Telefon sitzen. Murmelchen, Murmelchen, mein geliebtes Murmelchen....
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #47
*TränenausdenAugenwisch*
Maaaaannn, Du schreibst so ergreifend. Ich glaube, ich habe die Zeit jetzt nur einmal Luft geholt. *Schnappatmung* Ich freue mich auf die Fortsetzung! :)
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #48
oh nein ... du arme ...
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #49
*schniiieeef*
*TränenausdenAugenwisch*
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #50
Das Wort was ich suche ist Ergreifend,ja es ist Ergreifend in deine Geschichte einzutauchen.
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #51
Man fühlt sich wirklich, als ob man neben Dir stehen würde. "Dich mal ganz lieb in den Arm nehm"
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #52
*abboniert hab* ;-)
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #53
Natürlich wollte und konnte ich das alles nicht glauben, doch dieses Bild, welches Murmelchen in irgendeinem Straßengraben liegend zeigte, ließ mich von da ab nicht mehr los.
Es beeinfußte meine Denkweise und mein Handeln für die nächste Zukunft.
So fragte mich eines Tages meine Freundin, ob ich mir nicht vorstellen könne, eine Katze aus dem Tierheim zu mir zu nehmen.
Nach anfänglichen Bedenken, freundete ich mich mit diesem Gedanken jedoch immer mehr an, so daß ich mich eines Tages in einem unser nahegelegenen Tierheimen wiederfand. Skepsis und Neugier ließ mich in Richtung Katzengehege gehen, hinter deren Gittern ich nur schemenhaft ein paar Katzen wahrnahm. Die erste Tür geöffnet, entdeckte ich sofort eine Katze, die in Richtung der Absperrung eines zweiten Geheges tippelte. Natürlich viel mir gleich ihre wunderschöne sand- und schwarzfarbene Zeichnung auf, die an eine Siamkatze, heutige Thaikatze erinnerte.
Noch nie hatte ich solch eine Katze bei uns in den Tierheimen gesehn. Meist waren es doch die üblichen Hauskatzen, selten konnte man solch eine Colour Point antreffen.
Kaum öffnete ich die Türe in ihr Gehege, da kam sie auch schon plappernd auf mich zu, und ab da hatte ich sie bei mir aufdringlich und unwiderruflich auf meinem Schoß sitzen.
Meine Freundin beschäftigte sich derweil mit allen anderen Katzen, und bei jeder ließ sie ein Bedauern äußern, das kundtat, daß sie nicht noch eine Katze haben könne. Nebenbei meinte sie, daß die Katze auf meinem Schoß farblich sehr gut zu mir passe. An diesem Tag hatte ich meine creme farbene Schurwolljacke an, in die sich dieses aufdringliche Etwas hineinkuschelte, und mit keinster Weise andeutete, wieder an einem anderen Platz liegen zu wollen.
Kein Zweifel, diese Katze hatte mich ausgesucht, also dürfte sie auch mit mir mitkommen.
Maymunah, gleichbedeutend wie glücklich und gesegnet, wurde ab da meine Seelentrösterin, doch niemals ein Ersatz für
Murmelchen.


Nun könnte man meinen, ich hätte den Kopf in den Sand gesteckt, aber so leicht ließ ich mich von der Aussage einer sogenannten Hellseherin, und noch dazu einer so gering Glaubwürdigen, nicht beeinflussen.

Am nächsten Tag schon, saß ich wieder auf meinem Fahrrad, und suchte noch intensiver die Gegend ab, wenn das überhaupt noch möglich war. Allerdings muß ich mir eingestehen, daß diesmal mein Blick unweigerlich am gesamten Straßenrand hängenblieb.
Es hätte ja doch eine klitzekleine Möglichkeit bestehen können....nein! Murmelchen genoß genau in diesem Augenblick die nachmittägliche Herbstsonne, womöglich mit einem gesättigtem Bauch einer soeben gefressenen Feldmaus.
Katzen sind schließlich geschickte Jäger, das liegt ihnen im Blut, und auch wenn sie es in ihrem Leben noch nicht ausprobieren durfte, so konnte sie doch bisweilen ihren Jagdinstinkt in der Wohnung nacheifern. Fast täglich ließ ich sie einem Filzbällchen, dem kleinen, roten Punkt des Laserstrahlers oder anderen diversen Spielzeugen über Tische, Regale, Küchenbuffet, Fensterbänke hinwegflitzen. Es gab so ziemlich kein Hindernis, welches mein Murmelchen, leicht wie eine Feder, nicht mit Bravour meisterte. Dabei war sie so geschickt, auch nicht ein Stück meines Sammelsuriums an Gegenständen, die meine Wohnung
schmücken, hinunterzuschmeißen.

Von einer Kollegin aufmerksam gemacht, daß es einen Gast-und Bauernhof in einem nahegelegenen Dorf gibt, an dem sich sehr viele Katzen aufhielten, und dort von einem Tierfreund gefüttert werden, fuhr ich diesen Hof mit einem neuen Stück Hoffnung, und ein paar Leckerlis zielstrebig an.
Im hinteren Bereich des Gasthofes, direkt an einer Landstraße gelegen, kamen auch schon maunzend ein paar struppig aussehende Katzen auf mich zugelaufen. Unter ihnen waren auch einige kleinere, abgemagerte Tiere, die mich mißtrauisch beobachteten.Ich setzte mich auf den gepflasterten Boden,verteilte ein paar Brocken Trockenfutter um mich aus, und schon nach kürzester Zeit hatte ich mindestens 12 Katzen um mich geschart.So konnte ich mir in Ruhe einen Überblick über die dortige Lage verschaffen.
Rechterhand gab es einen Schuppen, an deren zebrochenen und vor Schmutz milchigen Fenterscheiben, noch einige Katzen zu erspähen waren.Mein Blick wanderte langsam nach links. Dort war ein Geräteschuppen, und daneben befand sich ein Kuhstall.
Als ich dort einen jüngeren Mann sah, der auf einer Heugabel aufstützend meinen Blick traf, war ich kurz erschrocken, und vieklleicht auch ein wenig verlegen. Schließlich machte ich mich in aller Seelenruhe auf fremden Gehöft breit.
Ich lächelte ihn an, stand auf, und ging freundlich auf ihn zu.Nachdem ich mich entschuldigte, mich ohne Rücksprache hier aufzuhalten, fragte ich ihn, ob er wisse, wieviel Katzen sich hier aufhielten, und ob sie denn alle zum Hof gehörten.
Zudem, daß dieser Mann mehr als wortkarg war, brachte er mir solch ein Mißtrauen und somit auch eine Unfreundlichkeit entgegen, daß ich mich nochmals entschuldigte, und nun erklärte, daß ich auf der Suche nach meiner Katze sei und hoffe, sie hier eventuell zu finden. Zumindest hatte er nichts dagegen, daß ich öfters vorbeischauen wolle.
Nochmals einen prüfenden Blick hinter mich geworfen, sammelte ich meine Tasche ein, und fuhr wieder einmal, zum gefühlten tausendsden Mal, enttäuscht nach Hause.
Vielleicht war sie ja nur diesesmal nicht da? Ich müsse einfach noch öfters dort vorbeischauen, und ich mußte über den hiesigen Tierschutz mehr über diese vielen Katzen in Erfahrung bringen.

In dieser Nacht hatte ich einen Traum:

meine Familie und ich sind in einer Stadt am See spazieren gegangen. Da sah ich meinen Müll auf meinem runden, kleinen Holztisch liegen.Wir laufen vorbei, und ich denke für mich, den Müll kann ich doch nicht liegen lassen, und trenne mich von meiner Familie.Als ich auf die besagte Stelle zulaufe, sehe ich anstelle des Mülls, eine Katze dort sitzen.
Neben ihr sitzt eine alte Dame auf einer Bank. Ich erkenne Murmelchen, gehe langsam, ihren Namen sprechend, auf sie zu.
Sie sitzt in ihrer typischen Stellung mit eingeschlagenen Pfötchen da. Sie steht auf, und hebt ihr linkes Vorderpfötchen.
Sie springt vom Tisch und läuft hinkend auf mich zu. Kniend nehme ich sie auf den Arm, und sogleich schmiegt sie sich in meine linke Halsbeuge, ganz ihrer Gewohnheit gleich. Als ich aufstehe springt sie von meinem Arm, jedoch kann ich sie mit Trockenfutter aus meiner Tasche zu mir locken...

Während dieses Traumes fing ich wohl schon an zu weinen. Ob ich nun der Tränen wegen aufwachte, oder durch mein Schluchzen;
Maymunah kam diese Nacht das erste Mal zu mir an meinen Kopf um mich zu trösten. Und ich spürte immer noch die Wärme des weichen Felles von Murmelchen an meinem Hals!

Am darauffolgendem Tage war ich so erschöpft, daß ich mich nach der Arbeit sofort hinlegte.
Das Läuten meines Telefones ließ mich aus meinem Schlaf reißen. Torkelnd ging ich ans Telefon."Ja, bitte?"
"Spreche ich mit Frau Martina .....? Hier ist der Tierschutzbund Langenargen. Wir haben gehört, daß sie eine Tigerkatze suchen, und wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie uns eine Mail mit einem Foto schicken könnten, um dies mit der Katze abzugleichen, die schon ein paar Tage bei uns ist. Ich gebe Ihnen meine Mail-Adresse."
Oh, bitte, laß es Murmelchen sein. Diesmal muß es Murmelchen sein! Ich hatte solch zittrige Hände, daß ich kaum in der Lage war, meinen Kugelschreiber ordentlich zu halten. "Vielen Dank, ich werde Ihnen sofort ein paar Bilder zusenden."
Wie immer war mein PC zu langsam, zu langsam, wenn man es vor Aufregung ganz eilig hatte....
Kaum eine viertel Stunde später klingelte das Telefon wieder, und der freundliche Herr sagte mir, daß seine Frau sicher sei, daß es sich um meine Katze handle.Er war sogar so entgegenkommend, mich abzuholen, da ich keine Möglichkeit hatte, so schnell eine Auto zu besorgen. Ich lief zitternd vor Kälte an die Straßenecke am See, und bemerkte erst jetzt, daß ich den Regenschirm vergessen hatte. Seit gestern regnete es immer wieder, und es wurde unangenehm feucht.
Doch schon kurz darauf hielt ein sportlicher Zweisitzer, und während der Fahrt, die sich bis ins Unermessliche ausdehnte, erzählte mir der Tierfreund von seiner Arbeit. Und ehrlich gesagt, interessierte es mich im Moment erschreckend wenig.

Wir stiegen die alte Holztreppe des Bauernhofes hinauf, und an der Türe erwartete mich schon seine Frau.
Im etwas düsteren Wohnraum kam mir ein Geruch von nassem Hundefell und modrigen Holz entgegen. Außerdem begrüßte mich ein mittelgroßer, struppiger Hund mit seiner feuchten Hundeschnauze.Ich war viel zu aufgeregt, als daß ich mich mit ihm abgeben wollte, und streichelte ihm flüchtig über seinen Kopf. Als Dank dafür bedrängte er mich noch mehr, und wedelte voll freudiger Erwartung mit seinem Schwanz. Wenn er wüßte, welch große Erwartung ich erst hatte!
Die Frau sagte mir, daß das Tigerle, sehr schreckhaft sei, und wir uns wohl einen Moment gedulden müßten, bis es unter dem Sofa hervorgekrochen käme. Ich setzte mich auf einen zerschlissenen Sessel und erzählte, daß ich schon einmal von einem ähnlichen Anruf enttäuscht wurde, und es sich sicher wieder nicht um mein Murmelchen handeln würde.
Aber sie versicherte mir, daß die Ähnlichkeit frappierend sei.

Und da schaute ein Näschen unter dem Sofa hervor, und plötzlich wurde mir klar, daß ich wohl nochmals solch einen Anruf nicht verkraften würde." Jetzt warten Sie doch einen Moment noch, bis sie ganz zu sehen ist!"
Ich kannte das Schnäuzchen meines Murmelchens. Und das, was ich da sah, war nicht das Schnäuzchen
meiner über alles geliebten, so sehr vermißten Katze! Niemals wieder würde ich meine Kräfte für irgendeine zaghafte Hoffnung aufwenden. Niemals wieder.
In diesem Moment wußte ich nicht, wer mehr enttäuscht war; die Frau, die dachte, ein glückliches Widersehen protokollieren zu können, oder ich, die auf dem schnellsten Wege wieder nach Hause wollte. Nach Hause in mein gemütlich geschaffenes Reich , in meine Oase des Friedens und der Stille. In meine vier Wände, in denen ich ohne Scham und Rücksicht vor fremden Leuten meinen Frust und meiner Traurigkeit freien Lauf lassen konnte.

Und wieder einmal kam ich mit einem leeren Katzenkorb nach Hause.
Das war nun das Zweite Mal.
Den ersten Anruf bekam ich von einer Dame, die von einer Tigerkatze berichtete, welche sich seit mehreren Tagen ums Haus aufhielt, und die man nicht zuordnen könne.
Allerdings befand sich das Dorf mit besagtem Haus mindestens 30 Kilometer entfernt. Schon damals rechnete ich die Chancen gering ein; trotzdem saß ich am darauffolgendem Tag im Auto meiner Mutter. Sie fuhr mit, denn auch wenn sie es nicht zugab, falls es eine geringe Chance gab, ihre Tochter wieder lachen zu sehen, so wollte sie sich diesen Augenblick nicht entgehen lassen.
Wir fuhren also über etliche Dörfer hinweg, bis wir dort ankamen. Also mal ehrlich, wie sollte Murmelchen denn hier her gekommen sein. Aber es gab ja immer wieder Wunder. Und auf ein Wunder wartete allen voran, natürlich ich am meisten.
Doch auch hier wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Wäre meine Mutter nicht dabei gewesen, ich hätte diese Katze wohl mitgenommen. Auf dem Heimweg konnte ich meine Tränen wieder mal nicht zurückhalten, und ich hörte nur noch:
"Jetzt ist aber mal gut! Die Heulerei bringt Murmelchen auch nicht wieder zurück!"
Wie konnte meine Mutter nur so unsensibel sein?!
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #54
Oh mann wie hast du diese Zeit der Hoffnung und Hoffnungslosigkeit nur überstanden.Ich war heut beim lesen ganz angespannt.Du reisst deine Leserschaft einfach mit.
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #55
Danke Dir.

Durch das Schreiben erlebe ich ja gerade alles wieder. Das nimmt mich schon ganz schön mit.
Ja, und ich denke, ich habe während der Zeit der Suche einfach nur funktioniert.
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #56
ich bin schon irre gespannt darauf, wann und wo du deine süsse wiedergefunden hast ..
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #57
Das glaube ich,ich als Leserin deiner Geschichte weiss ja von dem Positiven Ausgang.Aber dieses Wissen tritt während des Lesens völlig in den Hintergrund.Ich freue mich über jede Fortsetzung.
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #58
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #59
Genau so hab ich mich auch gefühlt... man sucht eben ... was hat man vorher in der Zeit gemacht? keine Ahnung...

Seltsam oder? Trotzdem, daß man fast ausschließlich damit beschäftigt war, sei es praktisch oder auch nur mental, die anderen "wichtigen" Dinge wurden auch irgendwie erledigt; als ob die Zeit langsamer gelaufen wäre
 
  • Die Geschichte vom Verschwinden meines Murmelchens und noch mehr Beitrag #60
Seltsam oder? Trotzdem, daß man fast ausschließlich damit beschäftigt war, sei es praktisch oder auch nur mental, die anderen "wichtigen" Dinge wurden auch irgendwie erledigt; als ob die Zeit langsamer gelaufen wäre
Ich kann nichtmal sagen was ich alles gemacht hab... woher ich die Kraft für Alles genommen habe...
irgendwie beängstigend o_O
 
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