Es wird einfach nicht weniger. Am Montag wurde der Verein von einer Frau aus Datteln um Hilfe gebeten. Ihr war ein sehr dünner Kater aufgefallen, der in der Nähe der Hauptpost an der Straße saß. Er war so schwach dass er nicht mehr weglaufen konnte. Der
Tierarzt, der die Notfallversorgung machte, schätzte ihn zwischen zehn und achtzehn Jahre, es wurden vergrößerte Nieren festgestellt, er hat nur noch die Reißzähne und sabbert. Der Kater ist taub, er ist kastriert aber nicht gekennzeichnet.
Der
Tierarzt meinte, er müsste nicht sofort eingeschläfert werden, er könnte wieder zu Kräften kommen. Blut für ein Blutbild könne man ihm im Moment nicht abnehmen, er muss erst gepäppelt werden, er wiegt keine zwei Kilo. Wir haben ihn Lazarus genannt.
Er frisst gut und ist total ausgehungert. Er sollte bis Freitag bei der Frau bleiben, die ihn gefunden hat. Eine hohe Lebenserwartung hat der Kater nicht mehr, aber vllt doch noch ein, zwei gute Jahre.
Am Mittwoch musste Lazarus plötzlich als Notfall zum Tierarzt, er hatte einen totalen Zusammenbruch. Jetzt ist er am Tropf, er ist wahrscheinlich sehr dehydriert. Das hätte der andere Arzt eigentlich sehen und behandeln müssen.
Der Zustand von Lazarus hat sich jetzt etwas stabilisiert, der
Tierarzt konnte ihm sogar Blut abnehmen. Der Kater ist aber immer noch am Tropf. Alle Blutwerte sind noch nicht da, seine Nierenwerte sind ganz gut, seine Leberwerte erhöht, das kommt wahrscheinlich von seiner langen Hungerzeit. Evtl. war er irgendwo eingesperrt. Die Schilddrüsenwerte bekommt der
Tierarzt heute Nachmittag.
Dann hat er doch mehr Zähne als der erste
Tierarzt gesagt hat, leider sind die sehr verfault und müssen unbedingt raus. Sobald Lazarus stabil ist soll das gemacht werden.
.....und das ist der arme Tropf.
Wie der Verein das alles stemmen soll, keine Ahnung. Eine Pflegestelle hat er aber zum Glück schon wenn wir ihn morgen abholen können.