Ehrlich gesagt, ich bin IMMER Befürworterin von gesichertem Freigang, aber wenn die TE kein Geld für eine Terrassensicherung hat (bei
meinem System schon ab € 400,- und mit der Option, jederzeit auszubauen wenn Geld da ist), dann wird sie auch kein Geld für eine zweite Katze und für Wohnungshaltung (die teurer ist als Freigang wegen der vollständigen Ernährung der Katzen und wegen Streu und Entsorgungskosten) erübrigen können.
Man muss bei artgerechter Ernährung und Haltung von zwei Katzen nebst Rücklagen für ein Tierarztkonto in Höhe von 20 Euro monatlich (oder ca. ebensoviel für eine Krankenversicherung) pro Katze mit ca. 120 Euro laufender Kosten pro Monat für zwei Wohnungskatzen kalkulieren.
Ich habe wirklich mit vielen befreundeten Katzenhalter die Kosten durchgesprochen und mir von ihnen Zahlen geben lassen, 60 Euro pro Katze im Monat ist ein vernünftiger Wert, nur bei größeren Katzengruppen ab vier Katzen ergeben sich kostenreduzierende Mengeneffekte beim Futter, die aber meistens durch mehr Einstreu, mehr Klos wieder aufgewogen werden...
Der TE waren die angesprochenen 600 Euro für eine Gartensicherung schon zu viel - das sind die Kosten für 10 Monate Zweitkatze... zudem ist eine zweite Katze wohl auch vom Vermieter nicht erlaubt.
Welche Alternativen gibt es also für die Katze?
- Charakterlich geeignete Zweitkatze kommt dazu, Garten wird gesichert und beide werden als Wohnungkatzen mit gesichertem Freilauf gehalten. Vorteile: Katze hat Gesellschaft und sicheren Freigang, Nachteile: Kosten für Gartensicherung plus Kosten für Zweitkatze plus Überzeugungsarbeit Vermieter
- Alles bleibt so wie gehabt. Vorteile: Katze kann sich draußen Gesellschaft suchen und hat Freigang, Nachteile: Lebensgefahr für die Katze, Nervenaufreibend für Besitzerin, Kostentreibend bei Unfällen
- Charakterlich geeignete Zweitkatze kommt dazu ohne Gartensicherung. Vorteile: Katze hat Gesellschaft, Nachteile: Katze muss auf Freigang verzichten, Kosten für Zweitkatze fallen an, Vermieter muss überzeugt werden
- Katze bleibt alleine und Garten wird gesichert. Vorteile: für die Katze - keine, Nachteile, Katze muss auf Freigang und Gesellschaft verzichten, Kosten für Gartensicherung
In genau dieser Reihenfolge sehe ich die möglichen Alternativen für das Wohlbefinden der Katze.
Generell sollte man sich vor der Anschaffung einer Katze Gedanken über die Haltung und die Kosten machen.
Einzelkatze in Wohnung geht nur, wenn man eine ausgewiesene erwachsene Einzelkatze z.B. aus dem Tierschutz nimmt.
Einzelkatze in Freilaufhaltung geht nur, wenn man eine erwachsene Katze mit Freigängererfahrung z.B. aus dem Tierschutz nimmt.
Möchte man keine solchen "Second-Hand" Katzen, dann muss man immer zwei Kitten nehmen, denn Freigang sollte man Kitten erst nach erfolgter Kastration und frühestens im Alter von etwa 10-12 Monaten bieten, weil bis dahin die nötige Reife sich entwickelt hat.
Aber ein einzelnes Kitten sieben bis neun Monate, in der entscheidensten Prägephase als Einzelkitten zu halten, geht gar nicht.