PS: Es gibt auch Gott sei Dankauch Katzen, denen es viel besser geht als Deiner. Schon mal darüber nachgedacht, dass Katzen sicher ein Zuhause bei einem "militanten Katzenhalter" vorziehen als bei jemandem, der so "lässig" ist?
... dazu müsste man die Sichtweise der Katze einnehmen. Und genau das ist Euer Problem. Viele "vermenschlichen" ihr Tier, behandeln es wie ein Kind. Es ist oft sogar Kind-Ersatz. Dabei hat ein Tier ganz andere Bedürfnisse. Aber hier werden einfach die menschlichen unterstellt.
Ich bin auf dem Land aufgewachsen. Die Katzen auf dem Hof konnte keiner zählen. Es hielt sich aber ein fester Bestand von 15 bis 20 Tieren. Keine war kastriert. Gewiss waren sie unzähligen Gefahren ausgesetzt. Aber die Schlauesten wurden auch sehr alt.
Im Sommer ließen sie sich die Sonne auf dem Bauch scheinen oder beobachteten das Treiben der Menschen und andere Tiere. Sie spielten mit den Jungen im Heu und lernten ihnen das Jagen. Ihr Revier erstreckte sich über mehrere Hektar Felder und große Wälder. Abends kamen die Kinder oder die Bauersleut und fütterten zu. Hungrig waren sie jedoch nie so richtig - notfalls tats auch etwas Futter von den Schweinen.
Im Winter wärmten sie sich bei den Pferden und im Heu. Sie hielten den Hof Mäusen frei und verstanden sich mit Mensch und Tier. Es kamen nicht alle von ihnen durch. Manches Jungtier fiel dem Fuchs zum Opfer, manche Katze wurde "aus Versehen" vom Jäger erschossen. Manch eine von den älteren war so eine "Charakterkatze" dass sie trotz der Vielzahl von Katzen nach ihrem Tod sehr betrauert wurde. Für etliche hielten wir als Kinder die Trauerreden und setzten ein Denkmal.
Ich frage mich, ob eine einzige von ihnen ein Leben als Wohnungskatze mit dem regelmäßigem Stress beim Tierarzt, dieses lästige Kämmen und diese dämlichen "OHHH wie NIIIIIEEEEDLICH" Rufe gegen das Ihrige eingetauscht hätte.
Der Mensch kommt daher und züchtet ihnen die Nasen weg, so dass sie ein Leben lang nicht richtig Luft kriegen - und ihr ruft: "WIE SÜÜÜSSS!"
Hier meinen mich Menschen, die sich als "Katzenliebhaber" bezeichnen, verurteilen zu können und würden nichtmal vom Tierheim eine Katze anvertraut bekommen. Ich lese in Postings, dass hier welche vorhaben eine Katze in einer Mini-Wohnung zu halten ohne Freigang. Oder verunfallten Katzen eine monatelange Tortour auferlegen, mit Behandlungskosten von mehreren tausend Euros.
Man kann geteilter Meinung sein, darüber, wie lange ich gezögert habe, zum
Tierarzt zu gehen. Tatsache ist, dass die Katzen bei uns nicht das ALLERWICHTIGSTE sind. Meine Kinder gehen immer noch vor. Trotzdem sind auch die Katzen Familienmitglieder und ich habe mich um das Tier gekümmert und meine Pläne für diese Woche geändert - wegen Rücksichtnahme auf die Katze. Ich kann nicht wegen einer Katze meinen Job riskieren oder meine Kinder vernachlässigen.
Die Freigänge meines Katers werden immer risikobehaftet sein - das ist der
Preis der Freiheit, den manche Wohnungskatze bei Euch gerne bezahlen würde.