Ein auszug aus einem Tipp, den ich mal erstellt habe...
Fangen wir mit dem Trockenfutter an: Trockenfutter ist die unnatürlichste Form, eine Katze zu ernähren. Katzen sind ursprünglich Wüstentiere, welche ihren Flüssigkeitshaushalt lediglich mit der erlegten Beute regulieren. Das heißt, den reicht das Wasser, was so durch eine Maus fließt. Trinken müssen Katzen nur im Notfall. Eine Maus besteht im Durchschnitt aus 65% Feuchtigkeit, Trockenfutter in der Regel aus 10%. Das heißt, wenn eine Katze 100g Maus isst, nimmt sie ca. 65ml Wasser zu sich – Bei der gleichen Menge Trockenfutter allerdings nur ca. 10ml. Das restliche Wasser muss die Katze über den Wassernapf beziehen – und das machen leider die wenigsten Katzen in ausreichender Menge. Klar, ab und zu schlabbern sie mal, aber das reicht nicht, um die Nieren ausreichend zu durchspülen. Die Folgen des Trockenfutters können Nierenprobleme, wie z.B. Nierensteine oder Grieß sein. Und jeder, der schonmal einen Nierenstein hatte, weiß, wie sehr das schmerzt. Das ist bei den Tieren nicht anders. Auf den Halter kommen hohe Tierarzt kosten zu, falls wirklich der Fall auftritt.
Dazu kommt, das Trockenfutter meist aus einem viel zu hohen Anteil aus Getreide (Dazu zähle ich auch Reis und Mais) besteht. Katzen sind Carnivoren, welche auf tierisches Eiweiß ausgelegt sind, und dementsprechend einen kurzen Darm haben. Getreide liegt zu lange im Darm, kann nicht richtig aufgespalten werden und verursacht teilweise Verdauungsprobleme und Bauchschmerzen. Hier kommen einige Katzenhalter mit dem Argument: „Die Mäuse, welche die Katzen fressen, fressen auch Getreide, und die Katze frisst das Getreide dann mit“. Das stimmt schon, dagegen kann ich nichts sagen. Aber vergleicht mal den Mageninhalt einer Maus mit dem Getreidegehalt von Trockenfutter, das steht in keiner Relation zueinander! Es gibt auch Getreidefreie Sorten Trockenfutter, die ich selbst auch empfehlen kann. Allerdings regelt der Verzicht auf Getreide auch nicht den Wasserbedarf der Katze – Das Tier dehydriert dennoch! Trockenfutter sollte meiner Ansicht nach NIE at libitum gefüttert werden („Bei uns steht IMMER Trockenfutter bereit, die Katze nimmt sich einfach was wenn sie was will“).
Ich lese auch oft, das Katzenfutter gut für die Zähne sei. Das stimmt absolut nicht. Katzenfutter sind im Prinzip kleine Kekse, welche aus gemahlenen Zutaten gebacken werden. Jetzt stellt euch mal vor, ihr esst ein paar Kekse. Ihr kennt doch sicher das Gefühl, das der Keksbrei irgendwann zwischen den Zähnen hängen bleibt, oder nicht? Das geht den Katzen in dem Falle nicht anders, die Krümel bleiben auch auf dem Zahn kleben und kann Zahnstein begünstigen. Das Trockenfutter Zahnstein reduziert, weil die Brocken beim kauen die Zähne abreiben, ist Blödsinn. Die Katzen beißen meistens nur einmal auf ein Brocken und schlucken dann hinter. Und habt ihr schon mal versucht, euch mit einem Keks die Zähne zu putzen?
Ich selbst füttere übrigens auch Trockenfutter. Aber pro Tag gibt es lediglich 7-13g Pro Katze. Entweder, ich weiche es mit selbstgekochter Hühnerbrühe ein (natürlich nicht von Maggi&Co, aber das sollte euch ja klar sein), ich fülle es in Snackbälle, ich werfe es einfach abwechselnd durch die Gegend, oder ich verstecke es in der ganzen Wohnung – So haben die Katzen noch was zu tun.
Fazit: Trockenfutter ist ein tolles und praktisches Leckerchen. Aber für die alleinige Fütterung absolut nicht empfehlenswert!