Das Problem ist ja, dass die Tierheim auch am öffentlichen Tropf hängen. Die Gelder sind jedoch nicht sehr üppig, so dass sie auf Spenden angewiesen sind. Je weniger Spenden eingehen, desto weniger Mittel sind zur Verfügung, was auch zu Lasten der Tiere geht. Sicher machen die vielen Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer einen Job, der viel Zeit in Anspruch nimmt und auch oft frustrierend ist. Gleichwohl sollte man - und wenn man es nur im Sinne der Tiere tut - einen Spender, der etwas vorbei bringt, nicht wie eine Störenfried behandeln, dem man notgedrungen seinen Kram abnimmt. Das ist respektlos und unhöflich.
Die Person hat eingekauft, sich auf den Weg zum Tierheim gemacht und neben Geld auch noch Zeit investiert. Wenn ein Mitarbeiter - oder sogar der Tierheimeiter - nicht in der Lage ist, sich dann zu einem einfachen "Danke" durchzuringen, verhält er sich vereinsschädigend. Es wird sich nachhaltig auf die Spendenbereitschaft auswirken, wenn das laufend so passiert.
Und die Tiere werden sie vermutlich auch schlechter los. Wer geht denn in so einem "einschneidenden" Moment, in dem man ein neues Familienmitglied sucht, in ein Tierheim, wo man muffelig empfangen wird. Weil die Höflichkeit, die man Spendern nicht entgegen bringt, sicher auch nicht Leuten entgegen gebracht wird, die ein Tier suchen.
Gewisse Grundregeln des Umgangs sind einzuhalten. Da kann ich mich auch nicht damit heraus reden, dass ich mich ja ansonsten ehrenamtlich hervorragend um die Tiere kümmere.
Da das örtliche Tierheim von der Stadt auch einen nicht unerheblichen jährlichen Zuschuss bekommt, würde ich mich sofort dahinter klemmen, wenn mir zu Ohren käme, dass das bei uns im Tierheim so liefe. Was ja nicht der Fall ist - im Gegenteil.
Die Einstellung, dass man ja für die Tiere spendet, stimmt sicher in gewissem Umfang. Da aber ein Tierheim auch von Spenden lebt, ist es notwendig, dass man die Spender nicht ungehörig vor den Kopf stößt. Es könnten dann nämlich viel mehr Spenden aquiriert werden. Wenn ich solche Erfahrungen gemacht hätte und mehrfach machen würde, setzte ich mit der entsprechend zuständigen Kommune in Verbindung und würde diese darüber informieren. Dann sollte auch von der Seite einmal ein Wörtchen mit den Verantwortlichen gesprochen werden. In Zeiten knapper öffentlicher Mittel und auch knapper Mittel in vielen privaten Haushalten sollte man mit Spendern anders umgehen.