Klar könnte sich Belen wehren , fremde oder garstelige Katzen wären ihm ja auch nicht neu. Die zwei sollen den jeweilis anderen aber ja nicht als gefährlich wahrnehmen sondern feststellen, dass der andere gar nicht so doof ist. Belen weiß abgesehen davon ja auch, dass Artemis selbst auch noch ein Jungspund ist und seine Methode, ihn einfach zu ignorieren, ist wohl nicht nur verunsichernd für Artemis, sondern nimmt ihm offenbar auch noch ganz schön den Wind aus den Segeln ;-) Dass Artemis sich nicht gleich auf Belen gestürzt hat, sondern andersrum erstmal erwartet hat, dass Belen sich auf ihn stürzt, zeigt ja auch nochmal, wie unsicher Artemis in Wirklichkeit ist und das wird auch Belen merken. Ich kenn Artemis ja nur von deinen Erzählungen, vielleicht traut er sich aber erst gar nicht Belen anzugehen, wenn das Gitter nichtmehr dazwischen ist (der Bub ist ja nicht doof und weiß, dass das Gitter auch ihn vor Belen schützt).
Wenn Belen in der Wohnung unterwegs und nicht am Gitter ist, macht das ja nichts - Artemis weiß ja, dass er noch da ist und wenn er sieht, dass Belen ihn ignoriert, kann auch Artemis ihn als ungefährlicher wahrnehmen. Wenn die zwei aber immer nur im selben Wohnungsabschnitt sind, kann es sein, dass Artemis sich zwar damit abfindet, dass Belen "da drüben" ist aber einen auf territorial macht, wenn Belen auf "seine" Seite geht. Kann also nicht schaden die zwei mal räumlich zu switchen, zumal sich so die Gerüche noch besser mischen.
Ich würde sein Verhalten dir gegenüber auch nicht als Eifersucht deuten, sondern als eine Mischung aus Übersprungshandlung und Erziehungsversuch an dich gerichtet. In seinen Augen hat er "die Hosen an" und muss dadurch auch für Ordnung sorgen, also einmal die Situation mit Belen regeln (was er auf der einen Seite wegen dem Gitter nicht kann und auf der anderen Seite, weil er schlichtweg die Hosen voll hat und überfordert ist) und dann dich tadeln, weil du dich in seinen Augen daneben benimmst (a la "Pakt mit dem Teufel" - Belens Oma fand mich plötzlich auch absolut doof, als sie meinen Kater als ihren Erzfeind deklariert hat und ich ja schließlich nach ihm rieche. Das ist da aber keine Eifersucht sondern reine katzentypische Prinzipienreiterei). Du tust Artemis nur einen Gefallen, wenn du ihm die Kontroll-Last abnimmst, indem du dir die Samthandschuhe ausziehst und ihm klarmachst, dass du hier die Grenzen und Regeln definierst, die ihm am Ende Sicherheit und Vertrauen dir gegenüber in ungewohnten Situationen geben - d.h. solche Angriffe gegen dich sind absolut nicht zu tolerieren. Im Normalfall lassen sich solche "Autoritätsfragen" auch ganz nebenher klären, da besonders Kater im Spiel immer wieder testen, wie weit sie gehen können und wie Mensch reagiert, wenn sie grob und übermütig werden (wird Mensch vorsichtiger, bekommt er gar Angst oder setzt er klare Grenzen?), mittels ich-weiß-ich-soll-das-nicht-aber-was-passiert-wenn-ich's-doch-tu-Spielchen (besonders beliebt bei den Mädels) oder ich-will-was-und-du-musst-das-jetzt-sofort-ermöglichen. Ich gehe davon aus, dass es euch nur hilfreich bei der Vergesellschaftung sein wird, wenn ihr zwei das geklärt habt. So zumindest meine Schlüsse aus dem sehr harmonischen Zusammenleben mit zwei einst pubertierenden Duracelkatzen, von denen der eine ja bis über sein Jungkatertum hinaus unkastriert war.