"Warum in der Stadt eine Katze...?"
Hm. Gute Frage... hier in Finnland gibt es so viel Natur, Wiesen, Wälder, winzige Käffer wo kaum Autos fahren, da wäre das fast schon realistisch...
...wenn ich mir Deutschland dagegen anschaue... wenn man jetzt nur noch als "Landmensch" Katzen haben darf, weil die Stadt zu gefährlich und die Wohnung nicht artgerecht ist, dann frage ich mich doch: wohin mit den ganzen Tieren? ;-)
Ich stelle mir gerade 100 Katzen pro Bauernhof vor, nun mal übertrieben gesagt, nur damit die armen nicht in einer Stadt leben müssen...
Ja, ich weiß, es gibt einen Unterschied zwischen Stadtrand und Innenstadt, Groß- und Kleinstadt, aber trotzdem.
Ich wohne in einer Großstadt (für finnische Verhältnisse *lach*) und in einem sehr ruhigen Stadtteil... hier ist viel grün, Familien mit Kindern, andere Katzen (auch Freigänger) und so weiter.
Trotzdem "sperre" ich meine Katze in der Wohnung ein.
Warum?
Weil ich 3 Katzen, die nicht mir gehörten, mir aber sehr wichtig waren, durch die Straße verloren habe.
2 davon in Deutschland, in einem ruhigen Randbezirk von Stuttgart, eine davon in Finnland auf dem Land. Und Land heißt hier, die nächsten Nachbarn sind 1-2 Kilometer weit weg.
Mein Kater Mikko kam damals mit rasiertem Hinterbein zu uns, da ihm ein Auto die Hüfte zertrümmert hatte, bevor er zu uns kam. Er hatte Glück, die anderen drei nicht.
Was sehen wir also?
Gefährlich ist es überall, wenn es keine Autos sind, dann ist es vielleicht was anderes.
Aber auch in den ruhigsten Gegenden fahren Autos und auch ein Auto kann schon genug sein...
Dass ich also meine Katzen nicht unbedingt raus lassen will, wenn ich trotz ruhiger Lage die Autobahn in 30 Metern Entfernung vorbeirauschen habe, ist doch eigentlich verständlich sollte man meinen...
Ich wohne mit meinem Freund auf "nur" 50qm und ja, wir holen uns noch eine zweite Katze...
Ob die beiden sich verstehen oder nicht, dass bleibt abzuwarten.
Ich geb dir vollkommen recht, wenn Katzen sich unsympatisch sind, dann kann man daran kaum etwas ändern.
Aber gleich anzunehmen, dass eine zu wild spielende Katze ausdrücken will, dass sie sich nicht allein fühlt sondern gern raus möchte oder dass ein anfängliches Fauchen bedeutet, dass sie lieber alleine in ihrem "Gefängnis" wäre, das finde ich doch nun etwas vorschnell geurteilt...
Wäre die Autobahn nicht so nah oder würde ich mehr auf dem Dorf wohnen, dann dürften meine auch raus, keine Frage. Obwohl das Risiko immer da ist...
Ich finde es auch schade, dass sie nicht raus dürfen, ich weiß es wäre theoretisch besser für sie. Praktisch dürfte ich sie aber vermulich weitaus früher beerdigen, als ich es nun tun werde...
Es ist auch immer eine Frage was für Katzen man sich anschafft.
Wenn man nun eine erwachsene Katze bekommt, die ihr ganzes bisheriges Leben in Freiheit verbrachte und sie dann zur Wohnungskatze "umfunktionieren" will, dann klappt das mit Sicherheit nicht und dann fühlt sich die Katze auch nicht wohl...
Aber nicht jede Katze hat automatisch einen solchen Freiheitsdrang.
Phoebe war vor der Vermittlung logischerweise zu klein um rauszudürfen und bei uns wird sie jetzt als reine Wohnungskatze aufwachsen... sie wird es also nicht anders kennen.
Sie rast durch die Wohnung wie eine Wilde, ja.
Weil sie ein verspieltes kleines Kätzchen ist.
Unsere neue, die wir am Sonntag bekommen, ist schon etwas älter, man vermutet zwischen 1 und 2, war aber auch nie draußen. Sie liegt wohl gern am Fenster und schaut hinaus, aber mehr aus Interesse als aus Freiheitsdrang, laut der "Gastfamilie" bei der sie gerade noch ist.
Als Mikko und Lotta nach dem Umzug meines Vaters einige Wochen drinnen bleiben mussten, saßen sie stundenlang kläglich miauend am Fenster und schauten sehnsüchtig nach draußen... von rumrennen weil eingesperrt war da nichts zu sehen und was sie uns sagen wollten war trotzdem eindeutig.
Ich finde es sollte jedem selbst überlassen sein, ob er seine Katzen rauslässt oder drinnen behält, egal wo derjenige wohnt.
Wenn man sich vorher über die Katze die man will informiert, dann kann man das Risiko dass sie durch Wohnungshaltung unglücklich wird von vorn herein stark einschränken.
Würde also keine vorschnellen Schlüsse ziehen und alle Wohnungskatzenhalter die nicht in einem Schloss residieren gleich als "nicht tierlieb" bezeichnen. ;-)