Figaro fängt ganz vorsichtig an zu öffnen. Es sind kleine Reaktionen, fast beiläufig, aber sie sind da. Ich gehe bei ihm sehr stark ritualisiert vor, weiche nicht von dem Ablauf ab. Erst zwitschern, dann Leckerlie, dann vorlesen, dann zwitschern während ich mich zu ihm hinbeuge, Hand hinhalten, er schnüffelt dran, dann beugt er sein Köpfchen und der Blick wird weich - das heißt ich darf - dann gibt es ein paar Streichler ganz sanft mit den Fingern über die Stirn, dann gehe ich wieder zurück. Seit kurzem jetzt ist sein Blick wenn ich weggehe ein "schaaade", dann frage ich nochmal mit Hand hinhalten: Magst du? Und meist darf ich nochmal. Er schließt dann sogar die Augen, legt das Köpfchen ab und atmet ganz gleichmäßig und entspannt. Sobald ich die Hand aber jenseits seiner Stirn irgendwohin bewege, erstarrt er sofort innerlich. Es ist ein ganz leises anspannen im Körper, kaum zu merken, aber da. Auch wenn ich zu lange das Köpfchen streichel. Dann höre ich sofort auf, zwitschere, ziehe mich zurück und flüstere und blinzel mit ihm, bis er zurückblinzelt. Langsam lernt er, daß er bestimmen darf, wann und wo er berührt wird und wann und wo nicht. Heute hat er mit gegendrücken des Köpfchens reagiert und ich durfte somit sogar auf den Hinterkopf gehen, da kam er sogar mit dem Körper kurz hoch.
Wer auch immer ihn später zu sich nimmt, muß in der Lage und bereit sein winzigste Zeichen zu lesen...