Ich danke euch für eure lieben Wünsche und Gedanken.
Das Jahr 2024 geht nun zu Ende...
Ich habe 2024 mit dem Wunsch nach einem Neuanfang begonnen – und ich habe ihn bekommen – mit allem, was dazu gehört und noch viel mehr. Es ist spannend, aufregend, schön, es treibt mich manchmal an meine Grenzen, zeigt mir neue Seiten von mir auf und gibt mir neue Wege, die ich gehen und kennenlernen möchte.
Mein letzter Post endete trotzdem mit ich bin müde…
Ich bin müde all dem Leid und müde diejenige zu sein, die sich verantwortlich dafür fühlen soll/muss alles wieder gut zu machen. Müde die Verantwortung zu tragen, die die, die sie tragen müssten einfach von sich wegschieben…
Mein Leben hat bereits mehrfach starke Wendungen gehabt, es hat mich oft Vorwärts getrieben in eine andere Welt. Ich habe schon vieles getan und gemacht und von daher wusste ich immer, dass vielleicht irgendwann der Tierschutz sich „ausgelebt“ hat, irgendwann vielleicht genug damit ist. Deshalb habe ich immer gesagt, ich möchte keinen Verein gründen, denn dann wäre ich auf diese Sache festgenagelt gewesen. Ich wollte immer die Möglichkeit haben zu sagen, dass nun genug ist.
An diesem Punkt bin ich nun. Schon seit einigen Jahren ist es immer mehr zur Pflicht denn Spaß geworden. Ich freue mich nach wie vor über jede Mietz, die ich geknackt habe und die im neuen Zuhause dann ein schönes Leben führen kann. Das gibt die Kraft um eben die unschönen Fälle zu überstehen, wo es nicht gut ausgeht – aus welchem Grund auch immer. Dennoch ist irgendwo die Freude verloren gegangen, das Gefühl für mich selbst, dass es das ist, was ich tun will, was mich selbst auch tief drin glücklich macht. Viele Jahre waren die Katzen nun der Mittelpunkt meines Lebens, haben meinen Alltag geprägt und meine Gefühlswelt gespiegelt. Ich habe viel viel viel dadurch gelernt – über die Tiere, die Menschen und das Leben. Es hat Spaß gemacht – trotz der teilweisen harten und schlimmen Fälle – es hat mich in den privat dunklen Stunden am Laufen gehalten und mich geprägt – und noch viel mehr finde ich es schön zu wissen, dass ich etwas gestartet habe, was mir unendlich viel bedeutet: die Scheumietzen ins Licht zu holen, damit sie nicht mehr als Katzen 2. Klasse gesehen werden, zu zeigen, dass man diese Katzen zähmen kann, dass sie ganz ganz tolle Katzen sind, wenn man ihnen eine Chance gibt und auch wie man diese Tiere händeln muss, um sie nicht zu zerstören.
Letztens schrieb mich jemand auf facebook unter meinem privaten Account an und wollte mir den Rat geben, dass man scheue Katzen für den Tierarztbesuch am besten mit einem Tuch einfängt… Da hab ich nicht nur amüsiert geschmunzelt, sondern auch innerlich gelächelt, denn es zeigt, wie weit die Kreise bereits reichen….
Ich habe anfangs nie geglaubt, dass das Ganze so groß werden würde, so weite Kreise ziehen würde und bin unendlich froh darüber, etwas bewirkt zu haben.
Aber für mich selbst, für den Menschen hinter und neben dem Tierschutz hat all das neben der Freude auch sehr viel Kraft und sehr viel Verzicht gekostet. Es hat sich viele Jahre sehr gut in mein Leben eingefügt, so dass ich alles gut miteinander kombinieren konnte und somit der Verzicht nicht groß ins Gewicht fiel. Doch es gab auch immer wieder Zeiten, in denen es mich viel Kraft gekostet hat um allem gerecht zu werden… und in den letzten Jahren nahmen diese Zeiten zu … es wurde immer mehr zur Pflichterfüllung, die ich zwar schaffte, aber der Preis war hoch… Und damit wurde mir immer mehr bewußt, dass vielleicht die Zeit des Tierschutzes nun vorbei ist. Dennoch schaffte ich es nicht den Absprung zu finden – zu groß ist eben die Pflicht, in der man sich befindet – es ist eine Zwickmühle in der man steckt: hat man das Recht so egoistisch zu sein, zu sagen: ich mach das nicht mehr – mit dem Wissen darum, dass die Tiere dann den Preis zahlen für das eigene Glück?
Das wiegt schwer…
Und so machte ich auch dieses Jahr trotz allem weiter
Mit ins Jahr 2024 kamen 7 Katzen
Die Brüder Azeno und Kestane, die zusammenbleiben durften und in ihrer Familie die Bude auf den Kopf stellen
Naeris, Loona, Elvar, die das unglaubliche Glück hatten zu dritt zu einer tollen Familie ziehen zu dürfen und eine tolle Truppe abgeben
Kiza, die mit ihrer neuen Freundin nun im Garten herumflitzt
Und Tamita
die zusammen mit Stean in ein Traumzuhause gezogen ist
Lloyd ist leider kurz nach seinem Umzug ins neue Zuhause entwischt und nicht wieder aufgetaucht. Ich hoffe, er kann ein gutes Streunerleben dort führen..
Larana hat mich 1 Jahr harte Arbeit gekostet um sie einzufangen und dann war sie fix vermittelt, wo sie zusammen mit Ex-Pflegi Lucylle ein umsorgten Leben führen darf
Auch das Pärchen Rija und Royka durfte zusammenbleiben und nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Bestandskater läuft nun alles in guten Bahnen
Liwano fand ein Traumzuhause mit Freigang, was er leider nicht lange genießen durfte – der Kater, den ich von der viel befahrenen Hauptstraße wegholte, damit er nicht überfahren wird, wurde in der 30er Zone im Freigang im neuen Zuhause überfahren…
Rückkommer und Pechvogel des Jahres Zeca hatte nochmal Glück und genießt seinen Hospizplatz sichtlich
Tedi hat mich mit seinem Ausbruch viel Nerven gekostet, aber schlußendlich ist nun alles gut geworden und er darf nun kennenlernen, wie schön so ein richtiges Zuhause sein kann
Die beiden alten Ex-Streuner Aneya und Tiemco dürfen ihren Lebensabend nun in einem eigenen Zuhause im Warmen und mit gefülltem Futternapf verbringen und nicht draußen elendig eingehen
Die kleine Nizana durfte ein großes Erbe antreten und das Trio mit Tamita und Stean wieder komplettieren, was sie mit Bravour meistert
Bijou wäre wohl verhungert, wenn ich sie nicht gefunden hätte – nun wird sie ihr Leben als umsorgte Familienkatze weiterleben dürfen
Timaras Weg war lang, da sie erst Kitten draußen hatte und dann wieder trächtig war, aber nun darf sie ihr Happy End bekommen: am 28.12. ist sie in ihr Zuhause gezogen
Rikers Tod schmerzt mich sehr – er streunert nun als Geist über die Felder hinter meinem Haus
Hier sind nun noch
Laya (die noch ein Zuhause sucht)
Abby
Cella
Anira
Rezy
Stava
Zedina
Und der rote heißt nun Flynn
Die Bilanz von diesem Jahr also 18 Katzen glücklich im neuen Zuhause,
2 zwar vermittelt, aber leider mit dort unglücklichem Ausgang
1 Pflegi hier verstorben
8 sind noch hier
Trotz der traurigen Fälle eine gute Bilanz – jedoch eigentlich immer noch zuviel…
Das werde ich so nicht halten können….
Der Zufall hat mir just in dem Moment, wo ich mich entschied nochmal meinem Leben eine neue Wendung zu geben die Chance für ein neues Glück vor die Füße gelegt und ich habe zugegriffen und sie genutzt. 2024 war deshalb das schönste Jahr seit langem, ich habe soviele schöne, tolle, faszinierende Dinge gesehen und Emotionen erlebt, wie ich nicht gedacht hätte nochmal erleben zu dürfen. Ich bin dankbar dafür und ich weiß, dass das noch lange nicht alles war. 2025 wird noch einiges für mich parat haben und auch viele Veränderungen bringen – und ich freue mich darauf.
Für den Tierschutz bedeutet das aber, dass in meinem Leben nur noch wenig Platz dafür sein wird. Ganz beenden kann und will ich es (noch) nicht, aber es wird nochmal weniger werden.
Diese Gedanken hatte ich schon länger und das, was hier in den letzten Metern des Jahres sowohl privat, als auch mit Riker passiert ist, hat mir nun Sicherheit gegeben, dass es richtig ist.
Der auch nach außen sichtbare Anfang wird im Quarantänebereich passieren: Der Raum in dem Riker gestorben ist, wird nicht mehr neu belegt und zurückgebaut. Das fühlt sich so auch gut und rund an, denn es würde schmerzen dort nun eine andere Katze reinzusetzen. Nach dem Umbau wird es dort nur noch 2 kleine Räume geben statt bisher 3. Der Raum unten bleibt wie er ist und das Gehege soll neu gestaltet werden. Durch die Umgestaltung wird es optisch nicht mehr sofort als „Katzengehege“ zu erkennen sein und sich so auch optisch in das Haus einfügen – egal ob besetzt oder leer. Das Gäste-WC und das Holzhaus habe ich schon länger nicht mehr genutzt und sind „raus“ aus den Tierschutzräumen. Kurzfristiger Plan ist, dass ich wie gesagt die Katzenanzahl noch weiter reduziere und langfristiger Plan ist, dass es Pflegis nur noch Phasenweise gibt. So, wie ich ursprünglich ja auch mal angefangen habe: Pflegis als eine Art Projekt – wenn es gerade in meinem Leben gut passt, dann kann es ein Projekt mit einer kleinen Gruppe von Katzen geben – z.B. ein oder 2 ältere Haudegen oder eine kleine Gruppe Resttiere von einer aufzulösenden Futterstelle oder eine Mami mit ihren Kitten oder ein Geschwistertrupp Jungtiere - und wenn die dann wieder ausgezogen sind, dann ist Pause und ich kann mich wieder meinem anderen Leben widmen. So kann ich weiterhin vereinzelt Tieren helfen, ohne aber mein eigenes Glück zurückstecken zu müssen, ohne in dieser Dauerschleife aus Verantwortung ohne Atempause festzustecken, wie es ja nun seit vielen Jahren der Fall ist.
Und dann werde ich diese Projekte auch wieder mit der Lust und Freude durchziehen, die mir verloren gegangen ist, da ich nicht müde und ausgezerrt versuche allem gerecht zu werden, sondern mit der Energie aus der Pause in das Projekt gehen kann.
Ich bedanke mich wieder für die tolle Unterstützung in jedweder Hinsicht in diesem Jahr und ich hoffe, ihr verurteilt mich nicht für diese Entscheidung und haltet mir trotz der starken Reduzierung die Stange – die muss nicht mehr so groß sein wie bisher, aber auch kleine Stangen brauchen Halter, damit sie nicht ganz umfallen…
In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und wünsche jedem einzelnen von euch, dass im nächsten Jahr die Form von Glück und Zufriedenheit in euer Leben kommt, die ihr wollt und braucht