Ach das ist doch mal ein gutes Thema!
Seit ich mit Tieren zusammen lebe hat sich bei mir zwangsläufig die Frage gestellt, wie ich dieses eine Tier über alles lieben kann und wahrscheinlich zu einem Mord fähig wäre, wenn jemand meiner Katze etwas antun würde und gleichzeitig zulassen kann, dass jeden Tag einzig für meinen Genuss oder meine Eitelkeit Tiere misshandelt werden und letzten Endes sterben. Denn darum geht es. Wir müssen uns nicht von Fleisch, Milch oder Eiern ernähren, um zu überleben oder auch nur gesund zu bleiben. Wir machen es, weil wir es nicht anders kennen, wir sind von klein auf an den Geschmack gewöhnt und natürlich sind wir auch bequem. Es gibt heute so unendlich viele Möglichkeiten sich vegan, gesund und schmackhaft zu ernähren. Es war noch nie so einfach. Es gibt heutzutage keine Rechtfertigung mehr Tiere auszubeuten. Was gibt uns das Recht uns über die Tiere zu stellen, zu denken, dass sie doch nur für uns gezüchtet werden, um geschlachtet zu werden. Und für jeden, der es noch nicht weiß: auch Milchkühe werden für uns geschlachtet, männliche Küken einfach zerschreddert oder vegast. Und nein, es gibt keine artgerechte Tierhaltung. Bio und Freiland hin oder her. Auch eine Biokuh landet im Nichtbio-Schlachthaus.
Und ja, wer in Auftrag gibt Tiere für seinen eigenen Genuss zu töten ist nicht besser als derjenige, der es mit eigenen Händen macht. Ganz abgesehen von den z.T. Sadisten, die in den Schlachthäusern arbeiten und die Tiere schlagen, treten und nicht darauf achten, ob das Tier betäubt ist, bevor es aufgeschlitzt wird. Das Thema macht mich so wütend und traurig.
Zu der Frage, wo endet der Tierschutz, musste auch ich, wie wohl jeder Veganer und Katzenmitbewohner mich fragen, wie ich meine eindeutigen Fleischesser weiterhin ernähren werde. Ich ernähre meine Katzen nicht vegan. Das kommt für mich nicht in Frage. Die Katze waren vorher da. Die einzige Alternative wäre sie wegzugeben. Was für mich auch nicht in Frage kommt. Alle 3 kommen aus dem Tierschutz. 2 davon mit Trauma, für die ein erneuter "Besitzerwechsel" nicht vorstellbar wäre und da bin ich dann auch egoistisch. Zumal der nächste Dosi, sie auch mit Fleisch füttern würde. Das ist dann wohl der Punkt, an dem bei mir der Tierschutz aufhört. Dann lebe ich halt nur zu 90% vegan. Für mich immer noch die bessere Alternative als zu sagen, entweder ganz oder gar nicht