Dann also die Geschichte von Gandor :-D
Gandor kam letzten Sommer als Mini - Pflegi zu uns. Er wurde in Frankreich an einer viel befahrenen Strasse in einem Busch gefunden. Dort sass er, hat wohl laut gejammert, war aber völlig wild. Eine Tierschützerin konnte das kleine Bündel Katze eintüten und hat ihn in Rücksprache mit der Orga bei der Steffi auch mithilft, zum
Tierarzt gebracht. Dort hat er sich so wild benommen, dass er den Namen "Giftling" bekommen hat. Sie mussten ihn in Narkose legen um ihn zu entflohen und zu untersuchen. Direkt anschliessend kam er zu uns. Noch in Narkose.
Da lag also das kleine Bündel Katze, völlig zerzaust, abgemagert und schlief friedlich.

So sah er aus als er wach war. Gandor kannte Menschen gar nicht und er war recht ängstlich und sehr scheu. Also habe ich mich frei nach Taskali zu ihm ins Zimmer gesetzt, mich auf den Boden gelegt und angefangen vorzulesen. Nach 2 Tagen Einzelhaft haben wir die Türen aufgemacht und er lernte unsere Bande kennen. Er war vom Fleck weg der grösste Fan von HomPom. Egal wo HomPom war, Gandor war dabei. Er hat sich völlig an HomPom orientiert.

Er lief hier sehr gut mit, hat sich sehr schnell und sehr gut in unsere Truppe integriert.
Uns gegenüber war er aber lange sehr zurückhaltend und scheu. Er hatte dennoch sehr schnell Interessenten, die bei uns vorbei kamen und Gandor besucht haben. Zu der Zeit waren grad die P's bei mir (Steffi und ich haben uns ja am Anfang abgewechselt bei den Nachtschichten). Die Interessenten waren natürlich sofort in die kleinen Würmchen verliebt und haben noch am selben Tag gemailt, dass sie gerne alle vier Katzen nehmen würden.
Ich war zwar skeptisch und mein Bauch war gar nicht glücklich, aber ich habe das auf Vorurteile meinerseits den Menschen gegenüber abgeschoben und nach Rücksprache mit Steffi war die Sache klar. Alle vier ziehen Anfang November, wenn die P's drei Monate alt sind, in die neue Familie.
In der Zeit bis November hat Gandor langsam seine Angst und Scheu uns gegenüber verloren und wir konnten ihn sogar streicheln. Er war aber schon immer noch ein Scheuchen und das habe ich den Interessenten auch so mitgeteilt, als wir die Bande anfangs November dahin gebracht haben.
Wir haben dann anfangs noch ein paar Fotos bekommen, allerdings immer von den Minis. Sie schrieben Gandor wäre scheu, würde aber gut mitlaufen.
Dann haben wir bis Februar nix mehr gehört. Im Februar kam ne Mail, dass sie mit den Nerven am Ende seien, Gandor würde nicht nur wild pinkeln sondern auch kacken, er liesse sich von niemandem anfassen und lebe total zurück gezogen. Sie hätten die Schlafzimmer nun zu, weil das so nicht gehen würde.
Steffi und ich gleich zurück geschrieben mit den üblichen Fragen: Anzahl Klos, wurde
Tierarzt konsultiert etc. Sie schrieben uns, dass
Tierarzt unnötig sei, er wäre ja gesund. Alles schreiben half nix, ein
Tierarzt Besuch war nicht drin. Das Klo - Management haben sie dann aber immerhin verbessert und zu den zwei! Klos noch ein drittes geholt.
Wir haben parallel zu den Mails einen gemeinsamen Termin gesucht, so dass wir die Familie besuchen konnten. Das war nicht einfach, sie hatte eigentlich nie Zeit. So wurde es dann Mitte April bis wir endlich dort vorbei konnten.
Ich bin mit Mr. P dahin weil Steffi einen Termin hatte. Schon beim reinkommen hat es mir den Atem verschlagen. Es stank nach Katzen.... WoW. Gleich beim Eingang war ein Miniklo (für Kitten!) voll mit Katzenkot und Pipi. Es war ne riesen Sauerei neben dem Klo. Wir sind dann hoch ins Wohnzimmer. Auch dort stank es, mein lieber Himmel! Die P's waren natürlich da und haben gleich mit uns gespielt. Sehr wild und offensichtlich auch nicht wirklich erzogen, aber halt immer noch sehr süss. Schon im Mailverkehr hat sich auch gezeigt, dass die Familie immer noch keine Ahnung von Barf hatte, aber partout rohes Fleisch fütterte (rohes Rinderherz, Schweinefleisch! etc.). Wir haben nochmals versucht die Sache mit der Ernährung anzusprechen, aber da hab ich auf Granit gebissen. Wenigstens haben sie angefangen morgens Dose zu geben, weil es sonst zu stressig war.
Ich hab dann gefragt, wo denn Gandor ist. Der Sohn hat mich in den oberen Stock geführt, auf ein Zimmer mit Sofa gezeigt und gemeint, da drin wohl. Er ging grad wieder runter. Kein Interesse an Gandor. Ich bin in das Zimmer. Gandor lag in der Ecke auf dem Sofa, hat mich mit Panikaugen angesehen und am ganzen Körper gezittert. Er war bereit um sofort zu flüchten. Ich hab mich mal zwei Meter entfernt auf den Boden gesetzt und mit Gandor geredet. Hat natürlich nix gebracht.
Ich bin dann nach 10 Minuten noch aufs Klo bei den Leuten. Da stand ein weiteres Katzenklo. Sah gleich aus wie das am Eingang. Völlig verkotet und verpinkelt. Als ich wieder runter bin habe ich vorsichtig versucht mit der Familie über ihr Klomanagement zu reden. Ich hab zu hören bekommen, sie wären berufstätig und hätten halt nicht dauernd Zeit. Nun ja. Ich hab dann nochmals erwähnt, dass wir Gandor natürlich jeder Zeit zurück nehmen. Es hiess dann: nein, nein wir wollen ihm doch noch eine Chance geben.
Am nächsten Tag hatte ich dann die Mail. Sie hätten entschieden, dass Gandor nicht mehr bleiben könne und wollen ihn zurück bringen. Sofort!
Also kam Gandor wieder hierher. Sie hat ihn in einer Transportkiste ohne Tuch oder so gebracht. Ich hab Gandor bei uns ins Bad gesetzt die Türe zugemacht und sie wollte schon wieder los.
Also bin ich nach einer guten Stunde rein zu Gandor und hab mich einmal mehr auf den Boden gesetzt und geredet.
Um das ganze nun abzukürzen: Gandor war voll mit Flöhen! Ich hab ihn natürlich gleich entfloht und er musste (mal wieder) drei Tage in Einzelhaft im Bad sitzen. Allerdings konnte ich Gandor schon am ersten Tag wieder vorsichtig streicheln. Beim spielen war er auch sofort wieder dabei.
Als Gandor wieder in unsere Truppe reinkam war schnell klar: Er ist die perfekte Ergänzung hier. Er liebt HomPom immer noch heiss und innig (und HomPom ist schon manchmal alleine gewesen bei uns). Mit dem Kindergarten (Omsk, Peppe und Lala) versteht er sich prächtig! Und auch Hector kann gut mit Gandor.
Also ist unser Entscheid gefallen: Wir haben Full House mit sechs Katzen und werden keine Pflegis mehr zu uns nehmen (nochmals versagen liegt nicht drin, wir sind bei Omsk ja schon Pflegestellenversager :mrgreen

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So. Das ist nun doch sehr lange geworden
