Ich möchte mich bei allen bedanken die mir Ihre Anteilnahme ausgedrückt haben.
Auch bei denen die nur hier mal reingesehen haben ohne den Antwortknopf zu drücken.
Das folgende musste ich schreiben, es hilft mir darüber weg zukommen.
Liebesbrief an eine Katze
Hallo meine klitzekleine Stella, meine geliebte Stellinka!
Warum musstest du gehen? Ich begreife es nicht!
Ich hoffe für dich und für mich das dein Todeskampf nicht allzu lange gedauert hat.
Warum habe ich und die Hunde dich nicht um Hilfe rufen hören? Ich verstehe es nicht
Warum ist es diesmal so schwer Abschied zu nehmen? Bei Purzel alias Tiger, bei Momo oder bei all den anderen Tieren die wir hatten, war es nicht so schwer. Nun sitze ich hier vor dem Compi und warte darauf das du kommst und mir deine Krallen ins Knie haust. Aber du kannst nicht kommen.
Liegt es vielleicht daran das der Abschied so schwer fällt an dem nach folgendem?
Ich war der erste, und der letzte Mensch, der dich auf dem Arm gehabt hat. Erinnerst du dich?
Es war am 23.Dez. 2010 als ich dich hinter dem Brotkasten hervor geholt habe und ins Wohnzimmer getragen habe.
Es war der 4.08.2013, also nach 954 Tagen, als ich dich aus der verfluchten Regentonne geholt habe und ganz fest an mein Herz gedrückt habe. Das du da klatschnass warst hat mich nicht gestört. Nichts an dich hat mich jemals gestört.
Erinnerst du dich, als du das erste Mal an meiner Hand geschnuppert hast, oder wie du nach dieser geschlagen hast? Das dabei bei mir ein bisschen Blut geflossen ist, hat mich nicht gestört. Ich wusste ja, das du es aus Angst vor den Menschen gemacht hast.
Sicher erinnerst du dich daran als du das erste Mal auf meinen Schoß gesprungen bist und ihn Stundenlang nicht mehr verlassen hast, weil du gestreichelt werden wolltest.
Als du zwei Tage verschwunden warst, habe ich gedacht du bist gegangen. Schließlich war es wieder warm draußen. Ich war sehr traurig darüber, aber du warst nur mit deinem Freund weg und bist nach zwei Tagen wieder zurückgekommen. Was habe ich mich gefreut! Mein kleiner Schatz war wieder da!
Kleine Stellinka!
Nach zwei Monaten warst du wieder verschwunden, aber wir haben dich schnell gefunden mit deinen zwei Kitten. Ich weiß noch, als wenn es gestern war, wie ängstlich du geschaut hast. Nach ein paar Minuten warst du dankbar und hast dich streicheln lassen. Immer wieder bist du erschrocken zusammen gezuckt, wenn ein fremdes Geräusch ertönte. Doch bei mir hattest du keine Angst.
Jeden Morgen wenn ich vom Zeitungstragen wieder kam, bist du über den Zaun gesprungen um zum Nachbarhaus zu laufen und dich dort auf die Bank zu setzen. Wie vermisse ich das!
Oft wenn du an der Flur Tür gestanden hast und ich diese geöffnet habe, du wolltest nur durch diese Tür raus durch keine andere, habe ich zu dir gesagt: „Stella, bitte nicht in den Keller!“ Du hast mich angesehen und bist nicht in den Keller gegangen sondern zur Haustür und ich habe dich Raus gelassen.
Wenn ich vom Zeitungstragen wieder gekommen bin und ich mich ins Bett gelegt habe, bist du gekommen und hast dich streicheln lassen bis ich eingeschlafen war. Wenn ich wieder wach wurde hast du vor meinem Bauch gelegen und dir erst mal deine Streicheleinheiten abgeholt. Das fehlt mir jetzt.
Oft bist du gekommen und hast mir deine Beute vor die Füße gelegt. Du warst dabei immer so stolz.
Wenn ich dir Geschichten erzählt habe, hast du immer genau zugehört.
Nun ist das leider vorbei!
Wenn ich morgens zurückgekommen bin, bist du immer als erster ins Haus gelaufen und in den Keller gegangen. Dann habe ich dich gehen lassen, ich wusste ja du kommst gleich wieder hoch. Wenn deine beiden Kinder auch wieder aus dem Keller hochkamen sind wir alle in die Wohnung gegangen und du bist sofort auf die Küchenarbeitsplatte gesprungen. Ich habe mich dann immer zuerst gewaschen. Als ich aus dem Bad gekommen bin hast du mich immer erwartungsvoll angesehen. Danach habt ihr euer Leckerli bekommen. Du immer als zweiter. Auch das zweite und dritte hast du immer als zweiter bekommen. Du weißt warum. Es war nie bös von mir gemeint, aber Peter war immer der erste der sein Leckerli bekommen hat. Wenn es anschließend den Käse gab, warst du aber die erste und dann kam erst Peter. Heute Morgen wollte ich wie immer das zweite Leckerli an dich geben. Doch du warst nicht da und kommst auch nie wieder.
Ich denke viel an dich, besonders weil Peter momentan genauso Miaut wie du es getan hast. Hast du aus dem Regenbogenland zu ihm gesprochen damit er das macht und es mir leichter fällt mich von dir zu verabschieden? Wenn ja, dann bedanke ich mich bei dir.
Auch kommt Paula seit dem 4.08 um 22.00 Uhr zu mir und will gestreichelt werden. Warst du das auch?
Die zwei Katzen die unsere Bekannte gern bei uns abgeben würde, nehmen wir nicht. Du hast diese mit Sicherheit nicht geschickt. Nein, keine andere Katze kann jemals deinen Platz in meinem Herzen einnehmen. Vielleicht schickst du mir ja ein kleines Kätzchen, welches ich zusätzlich in mein Herz schließen kann.
Bisher hatte noch kein anderes Tier, ob Hund oder Katze, mein Herz so erobern können wie du. Nur verstehe ich immer noch nicht warum du sterben musstest. Während ich dieses an dich schreibe muss ich immer wiederunterbrechen, weil mir die Tränen kommen.
Ich hatte gedacht, wenn ich die Zeitungen verteile, werde ich abgelenkt und muss nicht an dich denken. Doch dem ist nicht so. Vier Stunden vollkommen allein, da kann ich nur an dich denken und dann laufen mir wieder die Tränen.
Ich weiß, in den nächsten Tagen wirst du sagen:“ Es ist genug! Hab wieder Freude am Leben!“ Aber bis dahin dauert es noch etwas.
Irgendwann, jedenfalls nicht mehr in diesem Leben, werde ich erfahren warum du so früh sterben musstest.
Mein kleines Mädchen, ich hoffe, nein ich weiß es, in den 954 Tagen die du bei mir warst bist du glücklich gewesen. Du hast mich geliebt und ich dich. Auch wenn bei unserer Toberei bei mir Blut geflossen ist, hast du es nicht bös gemeint, du hast es nicht anders gewusst und ich habe es dir nicht krumm genommen.
Mein klitzekleines Mädchen, immer hast du Miaut wenn ich das gesagt habe, in einer fernen Zukunft treffen wir uns wieder. Wie das Wiedersehen abläuft kann ich mir heute schon vorstellen. Du wirst angelaufen kommen und mir deine Krallen ins Knie hauen. Dann werde ich dich auf den Arm nehmen und dir eine Kopfmassage geben die du so geliebt hast. Dabei wirst du den Milchtritt wieder anwenden, mit ausgefahrenen Krallen und diese in mein Bein stechen. Ich werde dann Lachen und mit dir Reden, so wie ich es bisher immer gemacht habe.
Mein Klitzekleines Mädchen, meine Stellinka!