Tja, also - wo fang ich an? Mit dem Wichtigsten, Heinzi lebt!
Es war heute als eher kleine, aber nichts desto trotz unabwendbare OP geplant, geworden ist es ein Kampf um sein Leben.
Heinzi hat ja ab und zu Anfälle, die als Epilepsie diagnostiziert wurden. Bei diesen Anfällen sehe ich ihn immer mühsam um Luft ringen. Ich weiß jetzt nicht genau, ob er unter der Narkose einen Anfall hatte, aber das war es wohl eher nicht, sondern generell sein großer Bedarf an Sauerstoff.
Die OP war geplant und nötig, weil er hinten am Hodenfell eine Stelle hatte, die sich immer mal wieder zu entzünden neigte.
Dann war da noch eine andere Stelle an der linken Körperseite, ein "Knubbel". Diese Stelle war mir vor ein paar Wochen das erste Mal aufgefallen. Da war sie nur zuerst dicker, eine weiche Beule. Inzwischen hat sie sich zu einem zu ertastenden, festeren Knubbel zusammengezogen, aber eben ohne ganz zu verschwinden. Da Heinzi nun schon mal in Narkose gelegt werden sollte, bat ich auch um Untersuchung dieses Teiles und man entschied, "Kommt auch raus".
OK, beides wird in die Pathologie eingeschickt.
Da Heinzi nun unter der OP fast weg gewesen wäre: "Es stand auf der Kippe" hat meine
Tierarzt entschieden, dass zusätzlich noch einmal etwas Blut genommen und auch auf alles Mögliche untersucht werden soll. Ausserdem ordnete sie ein Röntgenbild an. Jetzt wollte sie alles wissen.
Auf dem Bild ist deutlich zu sehen, dass Heinzis Herz vergrößert ist und irgend etwas ist an der Lunge. Das erklärt die Schwierigkeit mit dem Atmen und dem hohen Sauerstoffbedarf.
Und - jetzt kommt noch ein kleiner Hammer, ein Zufallsfund - man erkennt ein Geschoß auf dem Röntgenbild.
Ich habe keine genaue Ahnung, wann Heinzi (jetzt fast 4 Jahre) das angetan wurde. Es sitzt an einer Stelle, wo es ihn auch momentan nicht beeinträchtigt und hat nichts mit dem Knubbel zu tun, der entfernt wurde.
Wenn ich so zurück denke, kann ich mich dunkel an eine bestimmte Verletzung erinnern. Da war Heinzi noch gar nicht so lange bei uns und ich habe es damals für eine Verletzung auf einem Katzenkampf gehalten. Er kam ständig mit irgend einer neuen Schramme an und die Haut heilte recht gut, so gut und unauffällig, dass ich uns den
Tierarzt-Besuch damals ersparte. Wenn ich recht habe mit meiner Vermutung, dann ist das Geschoß jetzt seit ca. 2 Jahren in seinem Körper, oder aber, er ist doch zu einem früheren Zeitpunkt angeschossen worden, vielleicht noch in Rumänien.
Da es an keiner lebensbedrohlichen Stelle sitzt, will meine
Tierarzt es im Moment nicht entfernen. Wie naheliegend und/oder gefährlich ist eine Bleivergiftung bei diesem Befund?
Eine weitere Narkose kommt in nächster Zeit für ihn aus nahe liegenden Gründen nicht infrage.
Jetzt wird erst einmal geklärt, warum das Herz so groß ist und was mit der Lunge ist.
Ich habe Angst um meinen Herzenskater. Ich will ihm so gut helfen wie es nur irgend geht, aber ich weiß auch, dass ich irgendwann einmal eine Entscheidung, eine letzte Entscheidung für ihn treffen muss. Ich habe nur die schreckliche Befürchtung, dass mich die Erkenntnisse sämtlicher Untersuchungen schneller als gedacht an diese Schwelle führen könnten.