Unser vierjähriger Kater hat am Dienstag auch einen Großteil seiner Zähne eingebüßt.
Wir hatten ihn ja schon mit frisch entfernten unteren Fangzähnen aus dem Tierheim bekommen und unsere Haustierärztin meinte bei der Kontrolle, dass die restlichen Zähne FORL vermuten ließen.
Also auf zu einem Zahnspezialisten - der uns dann die Vermutung nach einer gründlichen Untersuchung mit der Sonde bestätigte. Die beiden oberen Fangzähne waren auf alle Fälle betroffen (bei einem war schon Zahnfleisch durch ein Loch an der Seite eingewachsen) und beim Rest vermutete er auch Schäden.
Also gab es gleich einen Folgetermin zum Röntgen und Entfernen der geschädigten Zähne in Narkose.
Mein armer Mann ist bei den Erklärungen des
Tierarzt - die sehr ausführlich und gut verständlich waren - fast umgekippt, weil er selbst eine Zahnarztphobie hat. Da war ich mir nicht so ganz sicher, wer in dem Moment mehr gelitten hat, er oder der auf dem Tisch sitzende Kater mit der Sonde im Mäulchen.
Am Dienstag morgen hat mein Mann ihn dann hingebracht (Kater hatte schlechte Laune, weils kein Frühstück gab, ist aber ganz brav in seine Transportbox geklettert) und wir sollten einen Anruf bekommen, wenn er wieder wach ist.
Gegen 15:00 Uhr konnten wir ihn dann auch abholen. Die OP samt Narkose war gut verlaufen und Katerchen hat jetzt nur noch seine Schneidezähne und pro Kieferast 2 Backenzähne. Der Arzt hat uns dann die Röntgenbilder gezeigt und genau erklärt, was er gemacht hat und wie die Heilung normaler Weise ablaufen sollte.
Er hat dem Kleinen dann noch den Verband vom Pfötchen gemacht, in dem der Katheter gesteckt hatte und ab gings nach Hause - unter lautem Protestgemauze, weil er eindeutig keinen Bock mehr auf die enge Transportbox hatte.
Zu Hause hat er sich dann gleich auf sein Futter gestürzt (der
Tierarzt meinte, er sei schon wieder so fit, dass er direkt
Nassfutter haben könne -
Trockenfutter und harte Leckerlies sollten wir aber vorsichtshalber die nächsten Tage noch weglassen, damit er sich nicht versehentlich die Naht am Oberkiefer aufreißt) und war auch sonst wie immer.
An Medikamenten bekommt er noch ein 24-Stunden-Schmerzmittel (1 x pro Tag, 4 Tage lang) welches er in Katzenmilch voller Begeisterung einnimmt. Antibiotikum hat er als Depotspritze bekommen.
Bis jetzt geht es dem Kleinen ausgezeichnet, er frisst normal und auch am Verhalten ist nichts auffällig. Drückt die Daumen, dass es so bleibt!
Eine Prognose, wie es mit den verbliebenen Zähnen weitergeht, konnte uns der
Tierarzt nicht stellen. Er erzählte, dass er Patienten gehabt hätte, die er quasi alle halbe Jahr zur Zahn-OP da hatte (wobei er dann bei der dritten OP den Haltern dazu geraten hatte, jetzt gleich alle Zähne rauszunehmen, damit die arme Katze nicht ständig in Narkose muss), aber auch welche, die er erst nach Jahren erneut operieren musste oder auch gar nicht mehr.
Unsere Haustierärztin soll einfach bei der jährlichen Kontrolluntersuchung weiter einen Blick drauf halten, ob sich Entzündungen oder Löcher zeigen.
Mein Männe hätte Kater glaube ich am Liebsten die ganze Zeit trostgekuschelt und ihm was ganz tolles geschenkt, weil er ja sooo tapfer ist - war schon echt ein niedlicher Anblick.
