Puuuh, die ersten 24 Stunden sind geschafft. Die erste Nacht verbrachte Lucie wie gesagt unterm Küchenschrank, trank etwas und kackte. Heut Morgen gab ich ihr dann frisches Futter und nach und nach war das Schälchen über den Tag dann auch leer.
Über den Lüftungsschlitz in der Tür bekuckten sie sich immer wieder, wobei Motte recht ruhig blieb, in Anbetracht des Eindringlings. Knurren und fauchen wurde weniger. Von Lucie unterm Schrank kam kein Laut. Motte verbrachte heute eh viel Zeit auf dem Balkon. Von daher habe ich die Gelegenheit genutzt, Lucie den Zutritt zum Flur zu gewähren. Kratzbaum, Kratzbrett und ein paar Spielsachen wurden schnell gefunden. Das Eis zu mir ist im Rahmen der Zeit doch getaut. Ich habe dann einen klitzekleinen Spalt der Tür aufgemacht, weil ich Motte dahinter hörte. Sie Mauzte, kein Fauchen oder Knurren. Lucie ging neugierig hin..... Auf einmal fing aber Lucie an zu knurren, so richtig dunkel. Die kleine Minikatze knurrt die große, "alte" Motte an. Motte wich einen Schritt zurück, blieb ansonsten aber still. Dann lies ich es erstmal dabei. Gegen Abend setzte ich Lucie dann in die Transportbox und lies Motte dazu. Damit sie sich mal live beschnuppern können. Wieder knurrte Lucie. Motte blieb auf Distanz, war sich aber darüber bewusst, dass SIE hier zuhause war und ging nach kurzer Zeit unbeirrt dem nach, was sie gerade tun wollte, lediglich mit Abstand und leichtem Kriechgang.
Vorhin nahm ich mir dann ein Herz und lies beide zusammen. Bis auf das Schlafzimmer habe ich alle Türen offen, sodass sie sich aus dem Weg gehen können. Auch hier faucht Lucie und Motte bleibt auf Sicherheitsabstand. Sie reagiert sehr genau auf die Laute von Lucie und hält den Abstand ein, den sie ihr vorgibt. Jetzt hat sich Motte auf den Balkon verkrümelt, wie jeden Abend um diese Zeit und die kleine Lucie spaziert durch die Wohnung. Aktuell sitzt sie gerade unter dem Sofa.
Woran liegt das, dass die kleine Lucie so knurrt und nicht Motte. Ich dachte ja eher, Motte verteidigt ihr Revier und macht Theater ohne Ende. Motte wird 4 jahre und Lucie ist gerade 9 Monate alt. Lucie wirkt optisch eher wie 6 Monate, sehr zierlich und wirklich klein. Sie hat von der Geburt an bei ihrer Mutter gelebt, die hat vor einigen Wochen dann wieder Nachwuchs bekommen. Sie ist also denke ich, gut sozialisiert.
Motte wirkt auch nicht wie fast 4, sondern optisch und von ihrer Art auch eher wie 2. Sie ist als Einzelkatze nach der üblichen Mutterzeit in eine Familie gekommen und ich habe sie dann auch so übernommen, allerdings hatte sie draussen sehr viel Kontakt mit anderen Freigängern. Das ist sicher immer noch mal was anderes, als wenn man in einer Katzenfamilie lebt.
Und als ich sie damals in der Tierpension hatte, meinte man dort ja auch, Motte geht Konflikten aus dem Weg so lange es geht und droht auch lange, bevor es ihr zu bunt wird. Sie greift nur an, wenn sie sich in die Ecke gedrängt fühlt.
Lucie ist noch nicht kastriert, Motte natürlich. Spielt das vielleicht bei dem kleinen Mietzchen schon eine Rolle? Rollig ist sie noch nicht, ich denke, sie braucht von ihrer Entwicklung her noch etwas.