Ich denke auch, dass es im Moment für ihn okay ist und dass es ihm den Umständen entsprechend gut geht. Ich hab mir, seit wir Lucky einschläfern lassen mussten, viele Gedanken gemacht, wie es Sirius geht und ob er noch weiter möchte und ab wann es nur noch Quälerei für ihn ist... er hat ja chronische Schmerzen durch die Arthrose (man sieht auf dem einen Bild auch, wie sehr er sich nach vorne beugen muss, um sein Pfötchen putzen zu können) und zwischendurch, als Lucky fort war und er Angst vor uns hatte und wir sein Bett zumachen mussten, war es schon sehr hart für ihn.
Mittlerweile hat sich zum Glück eine gewisse Routine eingependelt und man merkt ihm an, dass er sich wieder entspannter und wohler fühlt, jetzt, wo Herr Glasi und ich beide wieder arbeiten. Diese "menschenfreien Zeiten" tun ihm nämlich wirklich gut und danach ist er viel ruhiger, entspannter und mutiger. Morgens wacht er mit uns auf, brüllt dann so lange, bis es eine Streichel- und Krauleinheit (oder mehrere :roll

gibt, während wir noch im Bett liegen. Danach Frühstück, eventuell noch ein bisschen mehr Streicheln und Kraulen, wenn einer von uns sich noch einmal ins Bett kuschelt, und danach zieht er sich meistens in sein Hundekörbchen im Büro oder auf getragene Klamotten (ja, es MÜSSEN getragene Klamotten sein :roll: Was meint ihr, wie viele Decken, Kissen, Handtücher und weiß der Geier was ich schon liebevoll ins Schlafzimmer drapiert habe, damit der Kater da schön drauf schlafen kann... NEIN! Die achtlos hingeworfene Jeans oder Jogginghose muss es sein :roll

ins Schlafzimmer zurück. Der Tag wird dann verpennt, bis auf gelegentliche Futter- und Pipiausflüge, mit leichten Streichlern über den Rücken, wenn er bei einem von uns vorbeikommt (wir versuchen ihn gerade auf Schnipsen zu konditionieren... also, Schnipsen und dann herkommen bedeutet Streicheleinheit. Scheint zumindest ein wenig zu funktionieren). Abends, wenn ich dann ins Bett gehe, manchmal sogar recht früh, um noch etwas zu lesen, kommt dann Jasmin ins Schlafzimmer und drapiert sich auf mir oder auf dem Bett oder auf der Kommode, und Sirius stellt sich zuerst brüllend neben das Bett, damit er gekrault wird, und je nachdem, wie gut ich ihn "erwische" - er ist sehr scheu bei Berührungen und je nachdem wie mutig er sich fühlt kann ich ihn streicheln oder nicht - spielen wir das Spiel dann ein paar Mal, er brüllt, Streichler über den Rücken, schnurren wie blöde, wegtänzeln, hinlegen. Aufstehen, brüllen, vorsichtig näherkommen, undsoweiter... außer, wenn ich ihn am Kinn erwischen kann. Dann darf ich erst einmal fünfzehn Minuten Gegendruck gegen einen riesengroßen, schweren Katerschädel ausüben, während ich kraule, und versuchen, nicht zu viel an sein Ohr zu packen, was zugegebenermaßen recht schwierig ist, wenn er seinen Kopf in meiner Hand dreht... und dann ist er glücklich und legt sich zufrieden schnurrend auf getragene Klamotten, wenn er welche findet.
Und dann denke ich mir immer... ein Kater, der sich mit solcher Hingabe kraulen lässt und so laut schnurrt vor lauter Zufriedenheit, und der mir noch so entschlossen erklären kann, was er jetzt sofort gleich haben möchte, dem geht es noch gut und der will definitiv noch weiter. Auch wenn er sehr viel schläft und chronische Schmerzen hat und wir ihn jeden Tag mit der Salbe quälen müssen.
Sirius tackelt Jasmin jetzt übrigens. Also *schnurr* *schnurr* *schnurr* *mit der Tür schmus* "Oh, da ist ja eine Katze!" *hingeh* *halb vorbeigeh* *kopf und schulter mit schmackes gegen die Katze ramm* Jasmins Gesichtsausdruck, wenn er das macht: :shock: Und ich kann mittlerweile an der Art seines Maunzens und seines Gurrens erkennen, ob es Jasmin ist, mit der er redet, oder mit uns. Bei ihr klingt er viel zarter und weicher...
Schüchterne Nasenküsschen gibt es auch immer wieder, und Jasmin fordert ihn immer wieder zu Jagdspielchen auf... dann guckt er so :shock:. Aber die beiden kriegen das schon hin, das grundlegende "Diese Katze ist nett!" ist geschafft, jetzt müssen sie einfach noch am Feintuning in der Kommunikation arbeiten. Sirius und Lucky haben ja auch ein paar Monate gebraucht, bis sie sich verstanden haben.