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Heute Nacht hat sich der monumentale Schritt in eine neue Welt zugetragen: 03:11 - Conquest of Bed!
Richtig... Sirius war heute Nacht bei mir (und nur bei mir. Mann war nicht da) im Bett. Gegen Drei ist er laut maunzend ins Schlafzimmer geschneit, hat sich umgesehen, ist drei Mal laut maunzend um das Bett gelaufen, und dann, als ich schon die Augen verdreht und mir die Decke über den Kopf gezogen hab, hat es "Flupp" gemacht, und auf ein Mal saß er auf dem Bett :shock: Ich wusste gar nicht, dass er das kann, das Bett ist ja doch höher als das Sofa... aber bis jetzt lag es anscheinend nicht am Nicht-Können, sondern am Nicht-Wollen, dass er noch nicht vorbeigekommen ist. Heute Nacht wollte er aber - nur ist unsere Matratze offensichtlich nicht so katzengeeignet, wie er das gerne hätte, und war ihm überhaupt nicht geheuer. Wackelt ja alles, und als ich versucht habe, mich umzudrehen, war er auch schon wieder unten. Also die Gelegenheit genutzt, aufs Klo getrabt, seinen Napf kontrolliert, und dann wieder ins Bett. Drei Minuten später war er schon wieder da :shock: Selbes Ritual, maunzen, jammern, die eigene Anwesenheit ankündigen, und danach zu mir ins Bettchen (nein, er möchte damit nicht sagen, dass er gehoben werden möchte. Hochheben ist doof! Ich glaube, er möchte damit, dass ich zu ihm auf dem Boden komme, damit er sich nicht bewegen muss... oder vielleicht maunzt er auch einfach so.)
Natürlich hab ich ihn dann ein bisschen gestreichelt und ein bisschen gekrault (zum Glück war das Laken weiß... finde mal im Halbschlaf eine schwarze Katze auf einem schwarzen Laken!), und natürlich habe ich dann festgestellt, dass unsere Matratze nicht nur sehr wackelig ist, sondern sich auch ausgezeichnet dazu eignet, jegliche Art von Geräusch weiterzuleiten. Im Klartext: Ich hatte Sirius' Schnurren in Stereoqualität im Ohr, und ich wusste auch ganz genau, dass seine Schwanzspitze gerade rhythmisch auf die Matratze tippst (wir erinnern uns... es ist dunkel). Und so niedlich das auch ist, wenn ich mich für eine halbe Stunde aufs Sofa lege... nachts im Bett hab ich vor allem ein Ziel, und das lautet "Schlafen". Nicht "Sirius bespaßen", oder "seinem seligen Schnurren zuhören", oder "meine Hand an seinem Kinn reiben". Ich denke, es ist unnötig zu sagen, dass Monsieur andere Pläne hatte als ich, oder? :roll:
Die erste Hürde war ja schon, zu Streicheln aufzuhören. Das fand er gar nicht toll. Und was macht Sirius, wenn etwas passiert, das ihm nicht gefällt? Richtig. Er maunzt - oder genauer, er mäht. Und das in einer Lautstärke, dass er uns durch zwei im Abstand von einem Meter angebrachte Türen wecken kann und uns die Nachbarn schon darauf angesprochen haben, ob wir ihn in jetzt die Nacht über drinnen behalten (bei geschlossenen Fenstern)

Was macht Sirius also, wenn ich aufhöre zu streicheln? Er verhindert zuverlässig jede Art von Schlaf, indem er aufsteht, maunzt und auf dem Bett herumtritt. Wir haben uns dann auf einen Kompromiss geeinigt... ich durfte ihm gnädigerweise meine Hand reichen, damit er sein Köpfchen darauf betten kann. Hand wechseln? Nö. Bewegen? Nö. Umdrehen? Schon gar nicht!
Damit hätte ich ja eigentlich leben können... aber Monsieur hält offensichtlich nicht viel vom nächtlichen Stillhalten. Es war also nicht so, dass er ein Mal ins Bett gehopst ist, und dann dort geblieben... nein, er ist mindestens vier oder fünf Mal im Laufe der Nacht und des Morgens rein- und rausgeturnt, natürlich nicht, ohne seine Intention vorher in größtmöglicher Lautstärke und Frequenz anzukündigen. Irgendwann hab ich dann ein sehr undamenhaftes "Du kannst mich mal!" gemurmelt und mich einfach umgedreht (natürlich langsam... kann ja nicht den Kater vom Bett werfen), dann ging es halbwegs. Länger als eine halbe Stunde hab ich aber trotzdem nicht durchgeschlafen, nachdem er sich im Schlafgemach breit gemacht hat.
Wenigstens weiß ich jetzt, dass wir morgen dringend unterm Bett staubsaugen müssen... Monsieur hat nämlich fröhlich Staubwedel gespielt heute Nacht und heute Morgen, und sah dementsprechend aus. Und wir können den blöden Koffer endlich wieder auf den Schrank stellen, er hat nämlich heute Nacht hinreichend bewiesen, dass er auch ohne prima in der Lage ist, aufs Bett zu kommen. Und ich trinke jetzt den ersten Kaffee seit Weihnachten und suche nach den Zahnstochern...
Die Eroberung des feindlichen Territoriums Schlafzimmer (der Raum war bei seinen alten Besitzern das Kinderzimmer, und so, wie er sich am Anfang verhalten hat, waren die Kinder offensichtlich nicht sehr nett) ist allerdings nicht die einzige Neuigkeit für Sirius. Nicht nur hat er jetzt endlich einen Kloteppich vors Katzenklo bekommen (in grasgrün - die beiden anderen Möglichkeiten waren quietschegelb und knalleorange:???: ), den er zu mögen scheint, und zwei große Oskartonnen NUR FÜR IHN (die ich sehr mag - einmal Katzenstreu und einmal Katzendosen, beide geruchsdicht), nein, er durfte auch schon die ersten Erfahrungen mit der berühmt-berüchtigten Katzenrolle machen :???:
Wieso? Nun, Monsieur scheint trotz Spot-On und regelmäßiger Zeckenkontrolle beim Schmusen ein richtiger Magnet für die fiesen, kleinen Viecher zu sein. Und es ist nicht so, als ob sie bei ihm dann freiwillig abfallen würden... nein, sie wachsen und wachsen und wachsen, bis sie einen Zentimeter groß sind oder sogar noch dicker, und anfangen, ihm wehzutun. Und wenn ich die blöden Viecher bis dahin übersehe, ist natürlich Feuer am Dach...
Diesmal hatte er sich einen ein Stück unter dem Schwanzansatz eingefangen, eine Stelle, an der er sogar an guten Tagen nicht gerne angefasst werden möchte (was auch erklärt, warum ich das Mistvieh erst gefunden hab, als man es beim Drüberstreicheln ertasten konnte - und tatsächlich auch im Fell sehen, wenn er den Schwanz aufgestellt hat :shock: ). Drei Tage bin ich ihm hinterhergelaufen, um das blöde Vieh zu erwischen, bis zu dem Punkt, wo er schon weggelaufen ist, wenn ich nur die Pinzette in der Hand hatte. Mit den Fingern hab ich das Mistvieh auch nicht zu greifen bekommen, weil er schon geschrien hat und weggezuckt ist, wenn ich die Zecke nur ganz leicht berührt habe. Außerdem konnte man an Tag 2 schon an seinem Verhalten bemerken (namentlich - unser Schisshasi war noch mehr Schisshasi als sonst auch), dass es ihm nicht gut ging und dass er auch Schmerzen hatte. Dass er darüber hinaus auch noch nicht so oft raus durfte wie sonst (ich habe meine Lektion gelernt, eine Katze, der es nicht gut geht, den ganzen Tag draußen herumstromern zu lassen), hat ihm natürlich auch nicht geschmeckt, aber da musste das Bärchen eben durch. Nach dem dritten Tag nicht erfolgreicher Zeckenjagd und als auch das neue Spot-On keine Wirkung gezeigt hat (außer auf die kleinen Minizecken, die er sich gerne an den Ohren holt - die darf ich dann natürlich wieder wegmachen :roll: ), mussten wir also zu drastischeren Mitteln greifen. Ich hab mich also in Kampfmontur geworfen (dicke Hose, dicker Pulli, Frotteebademantel drüber), mir ein Handtuch geschnappt, Sirius aufs Sofa gelockt, und mich dann heldenhaft mit Handtuch auf ihn geworfen. Im ersten Moment war er mehr verdattert als erschrocken, aber dann kam Herr Glasi mit dem Tempo und der Pinzette und hat sich an seinem Schwanz zu schaffen gemacht... und dann musste ich festhalten. Gut festhalten! Für einen Moment war ich mir nicht einmal sicher, ob er nicht vielleicht doch gebissen hätte (wenn es etwas in seiner Nähe gegeben hätte, das er hätte beißen können - an dieser Stelle zahlen sich die kindlichen Erfahrungen mit einem renitenten 9-Kilo-Kater dann doch aus). Und natürlich hat er geschrien wie blöde, der arme, kleine Kerl... aber nach einer Minute gab es dann auch das okay "von hinten" (Zecke raus, Kopf noch dran) und ich durfte ihn loslassen. Sirius ist natürlich sofort hinters Sofa abgedüst, und der Mann und ich mussten uns erst einmal feste in den Arm nehmen, weil wir uns selbst so leid getan haben :roll:
An dieser Stelle ergab sich dann auch die faszinierende Möglichkeit, eine von diesen kätzischen Verhaltensweisen zu beobachten, die man als Mensch einfach nicht verstehen muss. Sirius saß also wie ein zitterndes Häufchen Elend hinter dem Sofa, wir haben die Zecke weggepackt, ich hab mich aus meinem Sumoringeranzug geschält, und danach bin ich nach dem kleinen Kerl gucken gegangen. Noch immer hinter dem Sofa. Darauf, dass ich hinter dem Sofa nicht erwünscht bin, hat er mich dann auch mit einem beherzten Faucher hingewiesen. Also auf das Sofa gesetzt - war aber offensichtlich auch noch zu nahe, denn er ist wie der geölte Blitz hinter dem Sofa vorgeschossen. So weit, so normal - jetzt kommt der faszinierende Teil. In dem Moment, wo Sirius hinter dem Sofa hervor war, sieht er mich auf dem Sofa sitzen, guckt mich an, stellt das Schwänzchen auf und läuft schnurrend in "Streichel mich!"-Manier auf mich zu :shock:
Das muss man nicht verstehen, oder? Ich meine, dass Sirius nicht die hellste Birne im Luster ist, war mir ja schon von vornherein klar (keine Katze mit einem IQ über dem von Toastbrot würde die offene Dreamies-Packung, die hier seit zwei Wochen auf dem Couchtisch steht, da stehen lassen)... aber dass sein Kurzzeitgedächtnis keine fünf Minuten umfasst, war mir dann doch neu. Ich denke, sein Gedankengang sieht ungefähr so aus... "Hm, ich weiß nicht mehr, was passiert ist... aber ich sitze hinter dem Sofa. Da sitze ich nur, wenn mich irgendetwas erschreckt hat. Also ist irgendwas Gefährliches da draußen... ach, ich bleib mal lieber hier und fürchte mich, nur so prophylaktisch." :roll: Es gibt Dinge, die muss man als Dosi nicht verstehen...
Mit dem Fummelbrett ist es ja genauso... wenn ich ihm einzelne Leckerlis irgendwo hinlege, wo er sich nicht hinbewegen möchte, dann pfötelt er die zu sich. Beim Fummelbrett, das wir uns jetzt von einem Freund ausgeliehen haben (im Austausch für die Leckerlis, die Sirius nicht mochte... zu viel Kauarbeit! Bingo, Odin und Katze finden sie dafür alle drei geil, und dass die sich mal einig sind, kommt sehr selten vor), hat er aber noch nicht ganz verstanden, dass es ein Fummelbrett ist, und kein "Ich stecke mein Näschen rein"-Brett (ich frage mich, was er machen würde, wenn er eine Persernase hätte :roll: ). Wenn das Leckerli ganz am Rand liegt, holt er es sich (wenn ich draufdeute). Sobald er sich allerdings hinsetzen und die Pfote von oben reinstecken müsste, anstatt von der Seite (also... mit der schmalen Seite zuerst), scheitert er ganz grandios. Die Becherchen und der Tunnel und die Wellen sind ohnehin zu schwierig für ihn. Wir bräuchten also ein Fummelbrett mit Noppen, die exakt in Pfötchenbreite angebracht sind... und dann kommt er mit der Nase hinein. Aber wenigstens wissen wir jetzt, dass wir uns die Anschaffung eines Fummelbrettes sparen können... höchstens vielleicht selber eines bauen. Die Custom-Made Sirius Edition sozusagen (aka Fummelbrett für besonders faule Katzen)!
Wobei - dann schlägt wahrscheinlich wieder einmal die gute, alte Regel kätzischen Daseins zu: "Wie, das hast du für mich gemacht? Extra für mich? Oder hast du viel Geld dafür ausgegeben, damit ich etwas ganz tolles bekomme? Wirklich? Dann will ich es nicht!"
Man ahnt es schon... das Bettchen, das IceVajal mit so viel Mühe gemacht hat, ist endlich angekommen... und ICH finde es toll und hübsch und fluffig und überhaupt. Jetzt muss ich das nur noch Herrn Sirius vermitteln... denn er findet es doof. Besonders, wenn ich es auf seinen Lieblingsplatz lege (und ich hatte mir schon vermessene Hoffnungen gemacht, mein Sitzkissen endlich wieder als Sitzkissen verwenden zu können... wird wohl nix). Dann legt man sich nicht auf seinen Lieblingsplatz, sondern ins Büro, auf die Vorhänge, oder in den Pappkarton im Büro (ich muss nicht erwähnen, dass er sich davor und nachdem ich das Bettchen aufs Sofa gelegt habe, nicht mit der Schwanzspitze dafür interessiert hat? Für das Büro im Allgemeinen sogar?). Nuff said, Sirius! *kopfschüttel* Auch als ich Leckerlis reingelegt habe, hat er die nur rausgefischt und ist nicht reingegangen...
Ich werd das Bettchen jetzt heute waschen, vielleicht findet er ja, dass es einfach nur komisch riecht (immerhin waren Cari und Alina zumindest in Bettchen-Nähe, und der Geruch fremder Katzen in seiner Wohnung... ne! Und dann noch anderes Waschmittel... geht gar nicht! :roll

. Ansonsten arbeite ich gerade an einem Evil Master Plan - das Bettchen ist nämlich schön groß und super geeignet, um durchgefrorene Dosi-Füße warmzuhalten, also wird es dann dafür benutzt. Und weil Sirius ja gerne auf meinen Füßen liegt, muss er sich dann quasi, um an meine Füße zu kommen, ins Bettchen legen. Ha! So krieg ich ihn (und wenn ich dazwischen meine Zehen unter dem Rand vergraben kann, stört das auch nicht im Geringsten

)
Man glaubt kaum, dass Monsieur vor drei Monaten noch ein durchgefrorener, halb verhungerter Streuner war, so wie er sich jetzt aufführt... :mrgreen: