Mittlerweile gibt es ein Foto von ihm in seinem Bettchen, aber das ist mehr als eine Woche alt... seitdem glänzt der Herr hier vor allem durch Abwesenheit
Aber jetzt weiß ich wenigstens, wo Herr Bär den ganzen Tag und die ganze Nacht ist, wenn er gerade nicht zum Essen fassen vor der Tür steht... er treibt sich bei Lola herum!
Ja, ich weiß... lange nichts von mir

Aber ich hätte es glaub ich nicht geschafft, auch noch etwas zu schreiben, weil hier alles gerade etwas... anstrengend ist und ich ziemlich fertig bin mit den Nerven. Aber von vorne.
Nach dem "kleinen Drama" vor zwei Wochen, als Sirius partout nicht nach drinnen wollte, ging das eigentlich jeden Tag so weiter. Ich musste ihn mit Futter bestechen und mich dann (mit fürchterlich klopfendem Herzen) jeden Tag zur Tür schleichen hinter ihm, damit ich die Tür zumachen konnte - nachdem er den ganzen Tag verschwunden war, wohlgemerkt. Nichts mehr mit "Ich stehe alle zwei Stunden vor der Tür und möchte bitte etwas zu Essen!" Beim kleinsten Geräusch und bei meiner kleinsten Bewegung ist er dann nach draußen abgehauen, anfassen ging bei offener Tür natürlich auch gar nicht, und irgendwann ist er dann nicht einmal mehr über die Türschwelle gekommen, weil er sich nicht getraut hat. Nicht einmal für Futter...
So konnte das natürlich nicht weitergehen - entweder, wir lassen ihn ganz drinnen, oder wir lassen ihn so lange draußen, wie er das möchte. Am liebsten hätte ich ihn ja drinnen gelassen, weil jede Nacht, die er draußen verbringt, für mich ein kleines Drama ist, aber wen er schon so überdeutlich zeigt, dass er findet, dass wir ihn zu lange drinnen lassen, konnte ich ihm das nicht antun (nicht, dass der Mann mir das nicht erst ausreden musste... :???: ). Auf jeden Fall war dann am nächsten Tag, vor ca. anderthalb Wochen, die Tür dann auf für ihn, und seitdem hab ich gefühlt keine Katze mehr :shock:
Schmusebär ist nämlich weg, und zurück ist der misstrauische, kleine Wildling, den wir damals vor unserer Tür sitzen hatten. Zum Fressen kommt er nur nach drinnen, wenn er wirklich so sehr Hunger hat, dass es gar nicht anders geht... wenn er vor der Terrassentür steht und ich die Terrassentür aufmache, läuft er erst einmal weg, nur zur Sicherheit, um dann fünf bis zehn Minuten später doch zurückzukommen und nachzusehen, ob da etwas zu Futtern auf ihn wartet. Locken lässt er sich draußen gar nicht mehr, nicht einmal mit Dreamies oder Leberwurst, und wenn wir ihn auf der Terrasse zu lange ansehen, dann läuft er auch weg, weil er sich beobachtet fühlt. Selbst wenn er es einmal über die Türschwelle geschafft hat, ist er beim kleinsten Geräusch von mir (oder wenn ich von meinem Stuhl oder dem Sofa aufstehe) sofort wieder draußen, also keine Chance für mich, auch in die Nähe der Tür zu kommen... und er frisst hastig und geduckt, wie es Wildlinge tun. Tabletten geben ist jedes Mal eine Qual - aus der Hand nimmt er sie kaum mehr, weil er wegläuft, wenn ich ihm zu nahe komme oder mich zu sehr bewege, und aus der Schüssel (mit einem Klecks Leberwurst rundherum) nur, wenn er hungrig genug ist... das Problem ist aber, dass er ohnehin schon viel zu wenig frisst. Seine normale Menge sind ca. 400-500 g am Tag... im Moment sind wir bei ca. 50-70g am Tag! Und nicht, weil er keinen Hunger hätte, sondern weil der Hunger nicht gegen die Angst ankommt... ich mach schon immer ein wenig von der CaloPet-Paste über das Futter (so kommt sie doch noch zu Ehren), aber nichts... nur wenn ich ihm über Nacht Futter draußen hinstelle, dann ist der Napf leer. Dann hab ich allerdings auch morgens keine Chance, ihm die Tablette einzuflößen, und die Chancen, ihn jemals wieder nach drinnen zu bekommen, werden auch immer geringer...
Ich bin ziemlich ratlos. Wollte schon die Terrasse einzäunen, aber da wird er ja auch nicht glücklich, und ich weiß nicht, ob wir das von den Vermietern aus dürften... reinholen geht auch nicht, da geht er uns ein... ich glaub, ich kann einfach nur hoffen, dass er in ein paar Wochen oder Monaten entscheidet, dass es drinnen doch nicht so schlecht ist, und er wieder weniger ängstlich wird. Tierarzttermin mussten wir deswegen auch schon absagen (keine Chance, ihn zu erwischen - das letzte Mal, als ich ihn hochgehoben hab, war ich ihm nachhinein froh, dass er mich nicht gebissen hat) und ich fürchte, den nächsten müssen wir wieder mit einer Lebendfalle wahrnehmen
