Ready 4 Reddi?!
So einfach ist es ja nun auch nicht. Für keinen.
Auf der einen Seite: eine Wohnung, 2 heimische Kater, 1 Mensch.
Auf der anderen Seite: 2 Menschen mit neuem Katerchen im Kennel. Marschieren einfach so ins Revier.
Samstag: 12.30 Uhr.
Kennel steht auf dem Boden. Ein sehr neugieriger und aufgeschlossener Reddi schaut durch die Stäbe. Lucky duckt sich, ist sichtlich nervös, läuft an dem Getüm vorbei, ab ins Schlafzimmer. Und der Quincomat? Ist völlig perplex und verschwindet hinter der Couch. Knurrend.
Nach einer Weile öffnen wir den Kennel. Reddi, 14 Wochen alt, inspiziert das Wohnzimmer. Stück für Stück. Selbstsicher. Gelassen. Aber nicht überheblich. Verspielt. Quincelein, 14 Monate, knurrt weiter. Lucky, fast 5 Jahre, fragt sich im Schlafzimmer, was da wohl los ist.
Ich schwitze, lasse mir aber nichts anmerken. So gut es geht.
Der kleine Feind wiegt etwa ein 1/5 von Lucky bzw. Quincel. Kleiner Zwuck. Vierter Zwuck – Daisy im Katzenhimmel mitgerechnet.
Ein spätes Frühstück um die Mittagszeit für die 3 Menschen. Geht das alles wohl gut, frage ich mich. Nic und Rolf beruhigen mich. Es ist gut, Plan B – separieren – habe ich in der Hinterhand. Wäre bei meinem Wohnungsschnitt aber nicht wirklich günstig. Reddi spielt mit Rolf. Quincel knurrt weiterhin, Lucky hat sich zurückgezogen.
Wir trinken Sekt, und nachdem die Menschen gegangen sind, bin ich müde. Aufregung und Alkohol und… Reddi schläft. Auf dem Kratzbaum.
Ich geh ins Schlafzimmer zu Lucky und lege mich auf das Bett. Schnurrdiburrdi springt zu mir. Alles gut. Ich ruf den Quincel, der mich (ja! mich!) eben noch angeknurrt hat. Und tatsächlich kommt er angeschnuffelt, springt auf das Bett, tretelt, schnurrt. Nasenküsschen für mich.
Später schalte ich den Fernseher an. Damit es eine Geräuschkulisse gibt – auch für mich. Das beruhigt. Der Rest schläft auf verteilten Plätzen. Dann wacht der Rest wieder auf und putzt sich. So wie es sich gehört. Ich stelle noch ein Klo ins Wohnzimmer, damit der kleine Reddi einen kurzen Weg hat. Hörbar denken Quincel und Lucky: Warum haben die den nicht wieder mitgenommen?
Aber Quincel knurrt nicht mehr und nimmt sogar ein paar Leckerchen an. Lucky ist sowieso „eine Bank“ – das hat er schon bei der Zusammenführung mit Quincel bewiesen.
Mini-Rotmännlein gewinnt den Coolness-Preis. Frisst, inspiziert, schläft, pinkelt, schnurrt, frisst – und lässt sich nicht durch meine Großen irritieren. Läuft einfach so an Quincel vorbei. Der dann doch wieder knurrt. Und wie wild das Reddi-Klo beschnüffelt. Und einfach nur fassungslos ist. 1% Neugier ist wohl auch dabei. Lucky wieder in seiner Schlafzimmer-Mulde.
DaBird für Quincy. Er liebt das. Rotmännlein will mitspielen, springt über den Wassernapf, pitsch patsch – nasser Schwanz. Menno. Für beide ein eigenes Stinkekissen? Quincy knurrt, Reddi putzt sich, Distanz: 1 Meter.
Eine überaus ruhige Nacht. Quincel und Lucky sind „ganz normal“ im Schlafzimmer, Rotmännlein hat sich wohl ein Plätzchen im Wohnzimmer gesucht. Weint nicht, ruft nicht.
Stehe gegen 8 Uhr auf, ein Häuflein begrüßt mich in Reddis Klo. Ein kleines bisschen zu weich vielleicht (ich darf den Stress des kleinen Männleins nicht unterschätzen!), aber wohlgeformt. Und von extrem guter Farbe.
Die Wohnung ist unsichtbar geteilt. Reddi im Wohnbereich, Quincel und Lucky im Bad und Schlafzimmer. Reddi schaut immer mal wieder um die Ecke. Ich glaube, er will zusammenführen. Ich lass die einfach mal machen. Lege jetzt auch keine ablenkende Spielsession ein. Lucky und Quincy bekommen Leckerchen, sie sollen merken, dass – eigentlich – alles gut ist.
Lucky liegt auf dem Küchentresen. Und beobachtet. Reddi spielt direkt unter ihm mit der Feder vom DaBird.
Reddi scheut keine Mühen der Kontaktaufnahme. Er geht immer wieder ins Schlafzimmer. Wird von Quincy angeknurrt und -gefaucht. Und frisst zwischendurch wie ein Scheunendrescher. Und putzt sich in aller Ruhe. Und schläft jetzt. Halb unter der Couch, Kopf liegt draußen. Quincel und Lucky dösen im Flur. Gar nicht mehr aufgeregt. Alle haben gefressen und waren auf dem Klo.
Vielleicht wird es hier noch einmal rappeln. Anders gesagt: Quincel wird möglicherweise rappeln. Aber wenn, dann hoffnungsfroh in Maßen. Ich mach die Kinderstunde an. Hintergrund. Und mir ein zweites Frühstück. Die ersten 24 Stunden sind fast vorbei.
Es bleibt aufregend.