Ja, Katzen – und wohl auch Kater – sind reinliche Tiere. Zumindest ihrer Intention nach. Quincy, meine Vollfluse, bekommt sowohl für Intention als auch Handlung ein „sehr gut“. Mit Sternchen. Es ist einfach die reine Wonne, sein vorbildliches Kloverhalten zu beobachten. Würstchen und Flüssiges werden mitten in einem der drei XXL Klos abgesetzt und intensiv, aber zielgerichtet verbuddelt. Das flusige Hinterteil: sauber und trocken – rein gar nichts bleibt dort zurück, wo es nicht hingehört. Toll!
Reddi-Rotzwucklein, tja..., aber schlechte Absichten unterstelle ich ihm nicht. Natürlich nicht. Unmittelbar-am-Rand-Pinkler aus Leidenschaft. Lucky und Quincy hocken aufmerksam, konzentriert und aufrecht wie Kapitäne auf hoher See beim Geschäft im Klo. Der Kurzhaar-Rotzwuck, meine ultimative Pflegehoffnung nach zwei Langhaarigen, duckt, nein schmiegt sich quasi ins Streu hinein. Von Anfang an. Immer hinterlässt er einen großen See, keine halbierten Birnen. Und danach fängt eine häufig mühsame, aber intensive Scharrerei an. Da wird am Plastikrand gekratzt und das Bentonit durchpflügt – und nach getaner Arbeit..., ist er noch immer da, der See am Rand. Nun gut. Wenn das Zwucklein das Klo verlässt, dann ist der Allerwerteste zumeist nass. Na, sagen wir feucht. Bisschen Pipi mit Bentonit. Einmal durch die Wohnung gestempelt, alles wieder gut. Zumindest für ihn. Und ich – bei Anwesenheit – hinterher, Zewa-Rolle um Zewa-Rolle verbrauchend, Tüchlein mit Biodor ansprühend: Stempel vernichten! Oder auch mal mit dem Waschlappen hintenrum aktiv.
Prinz Lucky, mein Ältester, ist quasi ein Zwischenkater im Kloverhalten. Ein bisschen hat er auch das Stempelproblem, aber er leidet im Gegensatz zu Reddi darunter. Und das geht so: Pipi, Klo verlassen, hinsetzen. Aufstehen. Um den Hinsetzpunkt rumschnüffeln und anfangen zu scharren. Kinders, und das auf einem Steinboden. Ich also wieder...., genau: Zewa!
Das große Geschäft – kein Problem bei den Langflusen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Alle zwei Monate werden Popo-Bereich + „Hosen“ geschoren. Mein vermeintlich pflegeleichter BKH Reddi jedoch hat ungemein Haariges – wenn auch Kurzhaariges – in dieser Gegend vorzuweisen. Menno. Und da seine Würstchen in der Tendenz eher weicher als härter sind (ohne pathologischen Befund natürlich!), ja genau: manchmal braunrote Härchen. Waschlappen also. Reddi ist stoisch, Reddi toleriert das.
Wohnungskatzen – und wohl auch Wohnungskater – zerstören im Prinzip nix. Zumindest ihrer Intention nach. Trotzdem ist Obacht geboten, vor allem im Sinne der Katzen. Oder Kater. Alles „Siebartige“ musste ich entfernen oder mit Panzerband – mein größter Helfer in der Not – überkleben. Zum Beispiel das Überlaufgitter an der Spüle. Reddi, und ich kann ihn sogar verstehen, wollte das abmontieren. Auf einmal steckte er mit den Krallen fest. Das war nicht schön, aber meine vertrauensvolle Ansprache (schwitz!!!) und sanfte Bewegungsfreiheitshilfe brachten den Erfolg. Danach Panzerband. Oder Lucky und die Brottrommel – Lucky denkt um die Ecke – und hatte sich in der Eckleiste (visuell auf verbalem Weg nicht darstellbar) verhakt. Erst Rettung. Dann Panzerband.
Insgesamt gilt: Don’t even think of plastic bags here! (Fand ich damals in New York vor dem UNO-Gebäude erstklassig: Don’t even think of parking here – als Verkehrsschild!). Aber damit allein bin ich auch nicht wirklich vorangekommen.
Ich habe Lampen, Stühle und Tische mit Metall- bzw. Stahl- oder Eisen“füßen“. Drinnen und draußen im Terrassenknast. Quincelo fand das zu gut – zum Reinbeißen gut. Mittlerweile alles „abgewickelt“ – zum Beispiel mit Bast. Quincelchen? Ja genau, das ist der, der auch als Kitten im Schuhgitterregal (heute gesichert) feststeckte und fürchterlich schrie. Tierarzt sofort – na klar! Oder sein glatter Femurkopfbruch nach einer Tobeaktion... Oder Reddi-Zwuck – auf dem hohen Bücherregal – zehn Bücher und ein Reddi (ohne Blessuren) auf dem Boden...
Die Briten gelten als ruhige und wenig „aufdringliche“ Rasse. So lese ich das. Tja.
Quincelchen spricht ausgesprochen gerne. Manchmal etwas penetrant. Und mittlerweile weiß ich um die unterschiedlichen Bedeutungszuweisungen: Futter! Kuscheln (aber nur im Bett oder auf der Couch – und dann total)! Spielen! MiaUHHHH! Reddi streicht mir still um die Beine. Morgens möchte er in das Zelt unter der Bettdecke (aus angewinkelten Beinen hergestellt) huschen. Und schnurrt. Und schnurrt. Und Lucky? Köpfchenschmuser. Reddi im Zelt. Lucky hüpft auf die Bettdecke (ohne geht nicht!), legt sich zwischen Bauch und Brust (also mein Bauch, meine Brust!) und grunzt (anders kann man das nicht nennen), Quinco legt sich an meine Seite auf den Rücken. Bauchikrauli. Schnurrdiburr.
Können Katzen – oder auch Kater – einem den Lebensraum wegnehmen? Klares: JA! Reddi hat nun seinen bevorzugten Liegeplatz auf dem Ablaufrost der Küchenspüle. Für ihn ist es mir dort zu kalt, also liegt ein Handtuch (wöchentlich frisch) bereit. Liegt er falsch herum, hängt sein roter Ringelschwanz in der Spüle. Die muss also auch immer sauber sein. Quincy schläft auf dem – leicht katzenangekotzten (und natürlich – so gut wie möglich – gesäuberten) –Trolli (mittlere Größe und nicht mehr benutzbar) vor dem Kleiderschrank im Schlafzimmer. Lucky schläft... auf den unzähligen sonstigen Schlafplätzen.
Reddi kann nicht auf cat-on Pappen kratzen (nur vertikal oder auf dem Teppich!), Quincy und Lucky hingegen sehr gut. Gewaschene Bettchen mag keiner, also drücke ich in der WaMa immer auf „extra spülen“, um den Geruch zu neutralisieren.
Manchmal frage ich mich, ob ich wohl die einzige bin, die quasi katzentechnisch den Voll-Horst gibt...
Gespielt wird nach Katzenlaune, auch wenn es mitten im Krimi ist. Mit TV-Entertain kann ich gottlob Filme anhalten – die Angelsession durchziehen – dann den Tatort weiter anschauen. Manchmal, aber nur manchmal ist das anstrengend.
Und warum ich das schreibe? Weil es mir gelegentlich auf den Keks geht, wenn ich lese: Nimm doch einfach BKH – die sind ruhig! Vor allem dann (also Keks), wenn wir – mit mir und Angel vorweg – durch die Wohnung hotten. Tschakka! Das dürften meine Freunde und Kolleg/innen nie nie sehen. Todesstrafe!
Und warum ich das schreibe? Weil mein Herz so ungeheuer an ihnen hängt, ich ihnen eine großen, mega-großen und vor allem eingezäunten Garten wünschte, den ich nie haben werde – und es mir oft so leid tut, dass sie mit diesem klitzekleinen Terrassenknast vorlieb nehmen müssen.
Apropos Knast. Vor ein paar Wochen schien im Pott die Sonne...