Überlegungen zum Kauf eines Wassersprudlers...
Ich suche einen Wassersprudler, kenne mich in diesem Metier allerdings so gar nicht aus. Also informiere ich mich im Netz, schaue mir Testberichte an, informiere mich über den Stand der Diskussion „Leitungswasser vs. Mineralwasser“, über PET vs. Glasflaschen, kurzum: Ich google 30 Minuten fröhlich vor mich hin und fühle mich am Ende schlau in Sachen Wassersprudler. Das ist auch gut so, denn das Gerät soll mich ja einige Jahre sprudelnd begleiten; die 90 oder 100 Euro möchte ich gut investiert wissen. Und einigermaßen ästhetisch soll er auch aussehen, der Sprudler. Ich bestelle schließlich das Modell meiner Wahl. Und denke...
..., wie lange bräuchte jemand, der ein Kitten (bzw. zwei, aber das weiß dieser Jemand noch nicht) „kaufen“ will, um das richtige Abgabealter herauszufinden? Ich gebe bei Google „Abgabealter Katzen“ ein, denn vielleicht kennt dieser Jemand die Bezeichnung „Kitten“ (noch) nicht. Wenn man das so macht und dabei nicht unbedingt Einträge berücksichtigt, die mehr als 10 Jahre alt sind, dann dürfte innerhalb von fünf Minuten das geeignete Abgabealter klar sein. Selbst bei gutefrage.net. OK, weiter im Text. Für den Sprudler habe ich 30 Minuten investiert, die mache ich jetzt auch katzentechnisch voll.
Der Jemand will (nehme ich mal an) eine Rassekatze, also gebe ich „Rassekatze kaufen“ bei Google ein. Klar, da kommen die „Angebote“. Aber schon an siebter Stelle: Rassekatze kaufen – Unseriöse Züchter erkennen. Super, da gibt es schon fundierte Infos. In zwei Minuten Suchzeit. Und weil das so gut geklappt hat, gehe ich mit „Unseriöse Züchter Katzen“ in eine weitere Suchrunde. Spätestens hier treffe ich auf Infos aus dem einen oder anderen Katzenforum. Spätestens hier werde ich gewarnt über die unzähligen Rasse(mix)kitten, die z.B. über ebay für die „kleine Geldbörse“ angeboten werden. Da schaue ich doch auch mal eben rein, die 30 Minuten sind noch nicht um. Vorweg: Ich habe großes Verständnis für Menschen mit Rechtschreibschwäche, aber was ich mehrheitlich unter „BKH ebay NRW“ finde, ist einfach grotesk. Also rechtschreibtechnisch betrachtet. Und auch sonst. Abgabealter mit acht Wochen: eher die Regel, weniger die Ausnahme.
Also wenn dieser Jemand das liest, dann muss er doch ins Stutzen kommen. Und nicht gleich zum nächsten Geldautomaten eilen, 200 Euro ziehen, dann weiter zum Vermehrer rennen, sich dort blitzschnell in ein Mini-Kitten („ganz und gar goldig“) „verlieben“, das von der Mutter tragischerweise nach sieben Wochen „verstoßen“ wurde und nur auf die „Rettung“ durch diesen Jemand wartet. Nach Barbezahlung. 100fach entwurmt, aber ungeimpft. Quasi Ankunft in der Hauptstadt von Absurdistan.
Nein, das macht der Jemand nicht, er hat ja noch nicht einmal meine Wassersprudler-Zeit für die eigene Recherche genutzt. Und da er nun den richtigen Begriff für ein Katzenbaby herausgefunden hat, recherchiert er in der Restzeit: „Einzelhaltung Kitten“. Menno, da gibt es viel zu lesen, die 30 Minuten sind um und dieser Jemand hat schon viel gelernt. Und will noch etwas weiter lesen und etwas weiter lernen, bevor er irgendeine Entscheidung trifft.
Das finde ich gut. Denn eine Katze ist kein Wassersprudler.