Ich fürchte auch dass es an der Konstellation liegt.
Ein junger Kater der mitten im Flegelalter war beim Einzug und vermutlich immer noch ist, zu einer 8-jährigen Kätzin, die beiden Katzen haben vollkommen unterschiedliche Bedürfnisse.
Die meisten Kater mögen gerne nach Katerart raufen und balgen, Kater sind meist deutlich körperbetonter und ruppiger miteinander und vorallem dürfte er mit nur einem Jahr auch deutlich mehr Temperament haben, während eine Kätzin im Alter von 8 Jahren sicher schon etwas ruhiger ist, nicht mehr ganz so verspielt und bestimmt nicht an irgendwelchen wilden Balgereien interessiert ist und auch nicht mehr so oft und viel mit ihm spielen will.
Ich denke der junge Kater ist einfach ziemlich unausgeglichen, unterfordert und gelangweilt wenn ihr nicht da seid und dass bekommt Polly dann zu spüren. :-(
Ihr müsst euch wirklich mehrmals am Tag ausgiebig mit ihm beschäftigen der muss körperlich und geistig ausgepowert werden. Das Spielzeug zur Selbstbeschäftigung muss regelmässig ausgewechselt werden, sonst wird es schnell langweilig.
Ich würde es auch mit Clickern probieren und zwar mit beiden Katzen, es dient natürlich auch der Auslastung, fördert aber auch die Mensch-Tier-Bindung und stärkt das Selbstbewußtsein und ihr könnt positive Erlebnisse in Gegenwart des anderen schaffen.
Können die Katzen auch in eurer Abwesenheit auf den Balkon? Kann man da evtl. eine Katzenklappe anbringen und den Balkon nicht nur wirklich sicher vernetzen sondern auch katzengerecht so gestalten, dass der Kater da in eurer Abwesenheit trotzdem viel Spannung und Abwechslung hat, durch schöne Aussichtspunkte wo er die Umgebung beobachten kann?
Bei der Auswahl einer Zweitkatze ist es wichtig, dass die vom Charakter, Wesen und Temperament zueinander passen und auch vom Alter.
In eurem Fall hätte ich eine Katze/Kater gewählt, welcher eurer Katze im Charakter, Wesen und Temperament möglichst ähnlich ist im Alter von 6-10 Jahren, gut sozialisiert. Kater in dem Alter kommen meist ohne tägliche Balgereien aus bzw. legen da nicht mehr ganz soviel Wert drauf, deswegen geht da dann auch ein gut sozialisierter Kater, aber kein Jungspund der mitten im Flegelalter ist. Natürlich gibt es auch weibliche Raufbolde und zurückhaltende Kater, aber auch der Altersunterschied der beiden ist einfach zu groß. Ich kann die Empfehlung des Tierheims in keinster Weise nachvollziehen.
Ob da jetzt ein zweiter junger Kater passend zu eurem Dante die Lösung ist, kann ich nicht sagen. Kommt auf Polly an, ob sie der Situation gewachsen ist, nicht dass die denn von 2 Katern gejagt wird, auch hier könnte clickern helfen, weil es das Selbstbewußtsein fördert.
Bei mir hat es mit einem zweiten Kater wunderbar geklappt, mein Problem war zwar ähnlicher Natur aber trotzdem ganz anders, die waren beide jünger und er hat sie nie ernsthaft bedrängt, dazu war Murphy viel zu gut sozialsiert und erzogen und ich war mir bei meiner Sue sicher, dass die selbstbewußt genug ist auch zwei Katern Parole zu bieten, sonst hätte ich es nicht gemacht.
"Ich habe aus diesem Grund statt der geplanten 2 inzwischen 3 Katzen. Obwohl meine nur einen Altersunterschied von gut 3 Monaten haben, wollte doch mein Kater immer wieder mit meiner Kätzin nach Katerart raufen und balgen und sie mochte dass nicht. Murphy ist bestens sozialisiert und erzogen, er hat also Sue nie ernsthaft bedrängt, aber es halt immer wieder versucht, ansonsten haben sich die beiden sehr gut verstanden und auch miteinander gespielt. Aber sie taten mir leid, er weil er eigentlich nur spielen wollte und stets eine Abfuhr bekam und sie weil sie immer wieder bedrängt wurde. So ist dann noch Felix bei uns eingezogen als Raufkumpane für Murphy und was soll ich sagen, ein tolles Trio hat sich ergeben. Die drei verstehen sich bestens spielen auch gerne zusammen und wenn es meiner Sue zu wild wird zieht sie sich zurück und schaut den beiden Katern bei ihren wilden Treiben zu. Sue wird nicht mehr bedrängt und die beiden Kater raufen täglich nach Herzenslust miteinander."