Es ist still um uns herum geworden, daher will ich auch mal auf den aktuellen Stand bringen.
Unser großer Puschel-Kater Struppi ist endlich komplett "angekommen". Er hat sich bestens in die Gruppe integriert, spielt mit Foxy bis zum Geht nicht mehr. In unserem oberen Flur poltern und toben die beiden rum, so dass man unten das eigene Wort nicht mehr versteht.
Struppi und Henry sind im "Kumpel-Modus" man gibt sich Nasenstüber und hin und wieder putzt der große Mann mit seiner riesigen Zunge dem dicken roten Henry liebevoll mit der Zunge übers Gesicht.
Percy und Struppi tolerieren sich, man ist nicht bestens befreundet aber sie kommen miteinander klar.
Schlechte Nachrichten überwiegen aber. Im Juni waren wir mit Percy noch einmal beim Tierarzt, durchchecken und die Schilddrüsenwerte prüfen, weil er etwas abgenommen hatte. Medikation also angepasst.
Anfang September war es nicht besser mit ihm, also haben wir Percy erneut zum Tierarzt gebracht. Wir befürchteten, dass es die Nieren sind oder etwas anderes ernstes.
Nach Blutuntersuchung, Röntgen und Ultraschall dann die niederschmetternde Diagnose. Percy hat einen Tumor im Darmbereich. Leider ist dieser so sehr mit den Darmschlingen verwachsen, dass eine OP nicht möglich und z.B. eine Biopsie sehr gefährlich für unseren alten Mann ist.
Wir haben gemeinsam eine schwere Entscheidung getroffen, wir werden diese "Experimente" nicht durchführen lassen, sondern behandeln Percy "palliativ", also nur symptomlindernd.
Unser Kater ist 14 1/2 Jahre alt, ob er einen der Eingriffe überstehen würde, steht nicht fest und ist nicht sicher. Percy hasst es von fremden Menschen angefasst zu werden. Besuche beim Tierarzt sind nur mit Narkose möglich und bedeuten riesigen Stress für ihn.
Wir wollen ihm das nicht zumuten und sorgen dafür, dass er bei uns noch eine gute "letzte Zeit" hat.
Er hat einen Freifahrtsschein und darf fressen, was er will...es gibt also auch mal Leckereien, die eine Katze eigentlich nicht bekommt...Schweinebratenaufschnitt, Mettwurst, Käse usw.
Er bekommt Schmerzmittel und ist weiterhin gut drauf, nimmt am Familienleben teil, schmust und wird "altersmild".
Sobald sich dieser Zustand gravierend verändert und wir merken, dass es ihm nicht mehr gut geht, werden wir ihn erlösen lassen.
Der Alltag ist nicht immer einfach. Percy ist z.T. unsauber geworden, pinkelt mal wohin und den ein oder anderen Haufen mitten im Bad gab es auch schon. Aber wir können hier alle Böden wischen, dann wird es geputzt, desinfiziert usw. und es ist okay.
Der ein oder andere wird unsere Entscheidung in Frage stellen oder kritisieren, dass ist euer gutes Recht. Jeder darf seine eigene Meinung haben. Aber keiner von euch, kennt unseren kleinen "Puck" so gut wie wir und weiß, dass er sich bei uns am wohlsten fühlt und es für ihn das schlimmste ist, wenn wir nicht bei ihm sind oder wenn Fremde ihn anfassen. Also werden wir ihm das nicht aufzwingen, so gern wir ihn noch viele Jahre bei uns hätten.
Der Tumor war im Juni noch nicht tastbar (unsere TÄ tastet dem Darm immer ab, wenn er mal dort ist, da er immer wieder Probleme mit Verstopfungen hatte, da er eine Darmtasche hat, in der sich Kot "absetzt", austrocknet und er ihn dann nicht so einfach los wird). Im September war der größte Teil dann schon deutlich tastbar (lt. Vermessung beim Ultraschall ca. 4x4 cm groß). Der Tumor besteht aus 3 Teilen, die wie eine Perlenschnur hintereinander aufgereiht und miteinander verbunden sind. Eine Prognose bezüglich der Zeit, die ihm mit uns noch bleibt, gibt es nicht.
Jeder Tag mit ihm, egal ob mit Pipi oder nicht, ist ein Geschenk für uns.
Wir sind dennoch unendlich traurig. Ich rettete ihn, als er 4 Wochen war und bewahrte ihn vorm "Ertränken". Er hat mir durch viele schwere Zeiten geholfen.
Besonders in Erinnerung bleibt mir Percys Entscheidung für den Ostfriesen. Jeder fremde Mensch in meiner Wohnung wurde angefeindet, angefaucht...schlimmstenfalls auch gekratzt. Nur beim Ostfriesen war das anders. Der saß auf meiner Couch und nach kurzer Zeit hatte mein Percy sich auf dem Schoß bei ihm niedergelassen. Er hatte den Ostfriesen "für gut befunden und abgesegnet". Ein Omen. Das war 2010, mittlerweile sind wir verheiratet und Percy ist "UNSER" Kater.
Bleibt nur noch zu sagen: Ich werde bald meinen besten Freund in Katzengestalt verlieren.