Erst kürzlich habe ich etwas sehr interessantes zu dem Thema in dem Buch Katzenseele von Paul Leyhausen gelesen. Da ging es in einem Kapitel auch um die Katze als „Vogelmöderin“ (Seite 95 ff)
Erwähnt wird erst einmal, in dem Kapitel, dass die Katze die etwas lästigeren Vogelarten wie Taube oder Amsel tötet, deren Population in den Städten ohne Gift kaum noch in den griff zu bekommen ist. Auch werden so die verschiedenen Krankheitsüberträger und „Kulturgutschädiger“ dezimiert.
Weiterhin beschreibt Leyhausen die verschiedenen Arten des Brütens der Vögel und deren Schutzmaßnahmen vor Katzen bzw. allgemeinen Fressfeinden.
Höhlenbrüter (zB fast alle Meisenarten) geben kaum einen Warnruf zB aus, wenn sie eine Katze sehen, da sie nicht als Feind angesehen werden, doch bei zB Eichhörnchen geraten die kleinen direkt in Panik.
Wenn man sich nun die Bodenbrüter (zB Lerchen) einmal genauer „anschaut“, wird man feststellen, dass diese ihre Nester so gut verstecken dass die Katze diese nur mit sehr viel Zufall (und sehr selten) findet. Die wahren Nesträuber sind hier Ratten, Igel und andere Arten die mit der Nase den Boden durch stöbern.
Wie im allgemeinen bekannt ist, fangen Katzen meistens nur die jungen, alten oder schon kranken Vögel. Wenn man sich diese drei Gruppen nun genauer anschaut, kann man auch sagen: kranke und alte Vögel erspart die Katze ggf. einen langen und qualvollen tot.
Nur was ist mit den Jungvögel um die Population zu erhalten? In der Regel zeugt ein Vogelpaar deutlich mehr Nachkommen als das es durchbringen kann. Dies sind in der Regel zwei Jungen, alle anderen werden sterben. Sei es durch verhungern, Krankheiten oder durch eine Katze.
Es gibt aber tatsächlich dazu noch eine weitere Ausnahme: Es gibt durchaus Vögel die sich von Katzen fangen lassen. Aber da ist das Problem, dass die Vögel die „Gefahr Katze“ gar nicht kennen und daher sehr leichtfertig ist. So bald die Vögel die „Gefahr Katze“ mehrfach erlebt haben, werden diese auch deutlich vorsichtiger und lassen sich natürlich nicht mehr so leicht fangen.
Leyhausen beschreibt, dass es im Einzelfall durchaus stark unter besidelte Gebiete von Singvögeln gibt, diese dann aber schnell auch die biologische höchstmögliche Dichte wieder erreichen und damit auch wieder die Ausgangssituation vorhanden ist: Immer nur zwei Nachkommen eines Vogelpaares werden überleben. In diesen Gebieten fehlt es aber auch oft die heimischen Raubtier, so dass die Katze deren Platz übernimmt bzw. übernommen hat.
Die regelmäßige Anwesenheit einer Katze löst bei Vögeln eine leichten Stresszustand aus, welchen man sogar als Lebensfördernde Spannung bezeichnen kann. Es ist sogar erwiesen, dass Vögel, welche in der Nähe von Katzen wohnen deutlich gesünder, lebhafter und kräftiger sind.
Fazit: Als ich über all diese Fakten nach gedachte habe, kam ich zu dem Entschluss: Ja, die Katze ist ein Vogelmörder.
Aber sie ist nicht Schuld am aussterben von seltenen Vogelarten, dass sind die Menschen, die den Vögeln die Lebensräume wegnehmen. Die Katze gehört zu dem normalen biologischen Kreislauf dazu und man kann sogar erkennen das die Katze eine Notwendigkeit hat für die Vögel.