Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion?

Diskutiere Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? im Tierschutz Forum im Bereich Katzenfreunde; Hm, also, ich kenne das von Bekannten anders, ist das vielleicht von Uni zu Uni unterschiedlich (?) - mir wäre es neu, dass die Ernährung SO...
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #141
[...] ich bin kein Tierarzt, aber meine Tierärztin erklärte mir, dass sie 5 Semester Tierernährung haben und auch ihr Staatsexamen darin machen müssen. Es ist also keinesfalls ein Schein, den man mal eben so nebenbei machen kann. Es ist eine der Grundlagen des Studiums. [...]

Hm, also, ich kenne das von Bekannten anders, ist das vielleicht von Uni zu Uni unterschiedlich (?) - mir wäre es neu, dass die Ernährung SO intensiv gelehrt wird.

Andere haben das ähnlich dokumentiert:
[...]Karina, du stellst irgendwann die Behauptung auf dass der Tierarzt sich ja aufgrund seines immerhin 12 Semester (Regelstudienzeit ohne Doktor) dauernden Studiums bestens mit dem Thema Futter auskennen muss.
Dem ist NICHT so. Futter wird irgendwann im 3. Semester mal kurz angeschnitten. Genau...
Ich weiß das, weil meine Cousine erst dieses Jahr promoviert hat. [...]


[...] In der Tat ist leider die Ernährung ein im Studium der Tiermedizin total vernachlässigter Punkt, die wissen eher was Katzen nicht fressen dürfen, aber gesunde Ernährung, leider bei vielen meist Fehlanzeige. Wobei man aber auch berücksichtigen muss, dass Ernährung wirklich ein sehr umfangreiches Kapitel ist und ein Tierarzt ja für sehr viele Tierarten zuständig, da wäre es schon sehr viel verlangt, wenn er sich jetzt bei allen Tieren auch noch bestens in der Ernährung auskennt.

[...] Leider lernen die Tierärzte nichts über vernünftige Ernährung der Tiere in ihrem Studium. [...]

usw.

Vielleicht irren wir ja alle, ich weiß es auch nur vom Hören-Sagen, daher will ich das nicht beschwören, aber irgendwie scheint es mir schon ein Widerspruch zu sein.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #142
Hm, also, ich kenne das von Bekannten anders, ist das vielleicht von Uni zu Uni unterschiedlich (?) - mir wäre es neu, dass die Ernährung SO intensiv gelehrt wird.

Vielleicht irren wir ja alle, ich weiß es auch nur vom Hören-Sagen, daher will ich das nicht beschwören, aber irgendwie scheint es mir schon ein Widerspruch zu sein.

Also ich muss ganz ehrlich sagen, dass das für mich nicht ausreicht. Ich habe das schon an anderer Stelle erwähnt: das sind alles Aussagen von Usern, die weder ein Tiermedizinstudium absolviert haben noch sonstige tiermedizinische Fachkenntnisse haben.

Jetzt mal ganz ehrlich? Wenn doch alle Tierärzte in Deutschland, oder zumindestens 9 von 10 so inkompetent sind, warum schaffen wir die Tiermedizin dann nicht ab und schicken die Tierbesitzer demnächst in alle Katzenforen wo sie dann richtig und fachkompetent beraten werden?

Hier ist mal ein Überblick über den Ablauf des Studiums an der TUM:


Ich werde mal die grossen Uni's anschreiben und nachfragen, wieviel Tierernährung sie belegen müssen. Aber das Studium insgesamt dauert schon 11 Semester, wenn davon 5 mit Tierernährung zu tun haben ist das viel.
ich glaube auch dasss meine TÄ ihr Studium entweder in Österreich oder Schweiz absolviert hat, denn ihr Akzent ist auf jeden Fall aus der südlichen Ecke Deutschlands, kann ihn aber nicht genau zu ordnen, weil ich mich in der Gegend nicht auskenne.



in Giessen macht man Tierernährung im 5 bis 11. Semester. Stimmt also mit der Aussage meiner TÄ überein.;-)

hier ist doch mal was interessantes. Die Literaturliste für die Studenten bzgl. Tierernährung, ihre Grundlage also neben dem was sie noch von den Profs an Material bekommen:



noch interessanter: kritische Lektüre:

Mineral Tolerance of Animals

National Research Council

Preis: 99.95 Dollar (Listenpreis), 2005, 2Rev ed 510 pp. illustrations paperback, National Academy Press, 0-309-09654-5

Addresses the need for preventing adverse effects of minerals on the health of animals by the application of appropriate nutritional and toxicological principles to set limits on mineral exposure to animals. This book will be useful to food industry professionals, pet and other animal food manufacturers, and animal nutritionists.



Many minerals are essential for maintaining the health and productivity of animals. Indeed, most minerals have very well-defined nutritional and biochemical roles that are considered to be essential. But minerals can also adversely affect animals when amounts in their diet or in the water they consume become excessive. Even at dietary levels that are apparently safe for animals, some minerals accumulate in their tissues at concentrations that raise concerns about the possible effects of their consumption as food. The prevention of mineral toxicities, therefore, is a fundamental part of animal nutrition and management. Updating the 1980 edition of Mineral Tolerance of Domestic Animals, this new book makes important recommendations on the toxic and tolerable levels of minerals for a variety of animal species. Preventing adverse effects of minerals on the health of animals requires the application of appropriate nutritional and toxicological principles to set limits on mineral exposure to animals. To address this need, a committee of experts in nutrition, toxicology, and veterinary medicine, thoroughly reviewed the scientific literature to identify the essential qualities of dietary minerals, analyse the effects of animals to toxic exposures, and examine how animals living in different environmental conditions metabolise minerals and tolerate toxins. This book will be essential to food industry professionals, pet and other animal food manufacturers, and animal nutritionists.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #143
[...] Jetzt mal ganz ehrlich? Wenn doch alle Tierärzte in Deutschland, oder zumindestens 9 von 10 so inkompetent sind, warum schaffen wir die Tiermedizin dann nicht ab und schicken die Tierbesitzer demnächst in alle Katzenforen wo sie dann richtig und fachkompetent beraten werden? [...]
Wo liest du, dass TÄ an sich "inkompetent" sind? Das ist doch immer auf Spezialfälle (hier die Ernährung, an anderer Stelle die Katzenzucht) bezogen, doch NIE pauschal...

Ich habe das in diesem Thread () schon mal geschrieben:

Meine TÄ hat nur mal nebenbei fallen lassen, dass Katzen bitte hochwertiges Nassfutter bekommen sollten, weil sie weiß, dass ich das weiß :mrgreen:. Aber sie züchtete eben selber (Hunde) und ist daher wahrscheinlich gut informiert.

Aber es ist nun mal so, dass TÄ da oft schlechte Ratgeber sind, da sie sich zwar mit den Krankheiten, nicht aber mit den Sozialfaktoren/Ernährung etc. auskennen (was aber in meinen Augen auch völlig in Ordnung ist, denn ihr Job ist es hauptsächlich für das körperliche Wohl zu sorgen, man kann sich nicht auch noch mit allen möglichst guten Haltungsbedingungen der Tiere auskennen, das wäre ein bisschen viel verlangt!).

Bitte bedenkt einmal: Ein allgemeiner Tierarzt muss sich bei ALLEN (Klein-)Tieren (Hunden, Katzen, Mäusen, Hamstern, Vögeln, Reptilien undundund) , z.T. auch bei Großtieren (Pferden, Kühen, Schweinen...) auskennen - alle Krankheiten, die entsprechenden Behandlungsmethoden und Medikamente kennen und anwenden können undundund - dass man sich da nicht auch noch bei allen Tieren/Rassen mit besonderer Ernährung, dem Sozialverhalten u.ä. auskennen kann, sollte einem schon einleuchten.

Jetzt kommt wahrscheinlich die Frage, warum die Ärzte dann überhaupt etwas dazu sagen... nun ja, mal ganz ehrlich, ein Arzt, der einem sagt: "Davon habe ich KEINE Ahnung." würde bei mir zwar hoch im Kurs stehen, leider ist das aber a) nicht jedermanns Sache und b) kann damit eben auch nicht jeder Kunde umgehen und das eine vom anderen trennen. Gibt man Schwächen in einem Bereich zu, vermuten andere gleich Schwächen/Inkompetenz überall. Zudem werden leider viele TÄ eben auch von Futtermittelherstellern gesponsert, denn nicht jeder kann es sich leisten, mal eben eine auf dem neuesten STand ausgerüstetet Praxis zu eröffnen und zu halten, soooo gut verdienen viele TÄ nämlich auch nicht...

Sicher ist das kein Grund, falsche/ungenaue Informationen weiterzugeben, aber ich denke, man sollte sich das einfach immer mal vor Augen führen.

Hast du den Link, den ich zuvor mitzitiert habe, angeklickt? Da wird auf einen Beitrag in einem anderen Forum (deshalb kann ich das auch nicht direkt zitieren) verwiesen - da schreibt eine angehende Tierärztin über ihr Studium.

Und wenn in einer Studienbeschreibung "Tierernährung" drinsteht, heißt das ja noch lange nicht explizit: Katzenernährung :wink: und aktueller Stand der Wissenschaft, denn auch wird wohl, was ich gehört habe, in den wenigstens Unis über die neusten Erkenntnisse z.B. bezüglich Frühkastra oder FIP berichtet.

Aber - wie gesagt - ich weiß das nur durch Gespräche mit Bekannten, vielleicht hat sich da in den letzten Jahren ja auch was geändert.

Berichte mal, was die Unis dir geantwortet haben, wenn sie sich melden, das ist sicher spannend, vielleicht dann in dem Thread, den ich oben angegeben habe.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #144
Aber - wie gesagt - ich weiß das nur durch Gespräche mit Bekannten, vielleicht hat sich da in den letzten Jahren ja auch was geändert.

Sind deine Bekannten Tierärzte?

Eine enge Freundin von mir ist TÄ. Und ja, sie haben das Fach Tierernährung im Studium. Sie hatte es sogar bei einem Prof, der auf dem Gebiet der Katzenernährung forscht. TÄ müssen sich nicht mit der Ernährung von Klein- und Großtieren auskennen. Sie entscheiden sich schon im Studium dafür, ob sie später Klein- (Katze, Hund, Maus etc.) oder Großtiere (Rind, Pferd, Schaf etc.) behandeln wollen und werden dementsprechend ausgebildet, wobei ein Wechsel in der Praxis (und eine weitere Spezialisierung) dann aber immer noch möglich ist.

Besagte Freundin von mir meinte z.B. auch, dass es bei Vögeln z.B. nur ca. 2 Krankheiten gibt, die man überhaupt behandeln kann... Und dass man bei Mäusen Hamstern etc. nicht viel tun kann als Tierarzt dürfte eigentlich auch jedem einleuchten.

Säugetier ist außerdem Säugetier. Das schwierige für einen Tierarzt besteht darin, dass sich sein Patient nicht dahingehend äußern kann, wo ihm der Schuh drückt. Und in der Zahlungsfähig- und Willigkeit der Tierbesitzer. Letzteres ist z.B. ein echtes Problem. Davon hängt nämlich ab, welche Untersuchungen der Tierarzt überhaupt machen kann, um herauszufinden, wo seinem Patienten der Schuh drückt.

Anbei mal ein Beispiel Studiengang Tiermedizin an der FU Berlin:



Tierernährung läuft im 5. Semester, inkl. tierärztlicher Prüfung im Fach Tierernährung. Und dann haben sie Tierernährung noch mal vom 6.-8. Semester. Sie befassen sich also ganze 2 Jahre im Studium (nicht in irgendwelchen Laienforen ;-) ) mit Tierernährung.

Kann mir schwer vorstellen, dass TÄ keinerlei Ahnung von Tierernährung haben. Jedenfalls nicht die jüngeren TÄ. Ob die Studienordnung was Tierernährung angeht da früher anders war, weiß ich nicht, kann es mir aber nur schwerlich vorstellen.

Hier mal ein Link zum Institut für Tierernährung an der TiHo Hannover (= Uni, an der man Tiermedizin studieren kann):



P.S:
Es scheint von Uni zu Uni unterschiedlich zu sein, ob man sich schon im Studium für Klein- oder Großtiere entscheidet oder beides lernt:

 
Zuletzt bearbeitet:
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #145
Also nach dem Gespräch mit meiner TÄ neulich, indem ich sie wirklich mit allen Fragen gelöchert habe, deckt sich das meiste mit dem was toshie hier berichtet. Zumindestens hat mir das Gespräch das Gefühl vermittelt, dass Tierärzte durchaus Ahnung haben und wissen was sie tun, anders als es oft in Katzenforen (nicht nur hier) dargestellt wird. Ich finde sie kommen nicht gut weg. Sicherlich ist nicht jeder Tierarzt kompetent und gut, aber auch nicht jeder ist schlecht. Damit meinte ich übrigens keine deiner Aussagen, saurier, sondern die allgemeine Stimmung, die ich sowohl hier im Forum als auch in anderen Foren schon wahrgenommen habe. Bitte fühle dich deswegen nicht angegriffen, denn es war kein Angriff gegen deine Aussagen ;-)
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #146
Okay, selbst wenn alle Tierärzte in ihrem Studium ganz viel über die Ernährung von Katzen lernen,
warum empfehlen, sagen wir mal, 80% der Tierärzte, Royal Canin oder ein anderes Trockenfutter?

Allein hier in Recklinghausen, war ich bei mindestens fünf verschiedenen Tierärzten.
Nicht ein einziger Tierarzt hielt etwas vom Barfen. Nicht einer!
Beim letzten Tierarzt-Besuch wurde mir gesagt, dass Feuchtfutter eher schlecht ist für die Zähne und das Barfkatzen GANZ schlechte Zähne haben.
Nachdem ich ihr gesagt habe, dass sie da gerade einen absoluten Trockenfutter-Junkie vor sich hat, waren die Zähne doch nicht so schlecht wie gerade noch gesagt.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #147
Also, ich kenne hier in der Umgebung einige Tierärzte. Nie hat mir einer von ihnen Trockenfutter empfohlen.
Im Gegenteil. Meine jetzige TÄ rät sogar ganz dringend davon ab , außer vielleicht mal als Leckerli.
Sie ist auch dem Barfen gegenüber absolut nicht abgeneigt, solange man nicht zu 100% barft. Dies aber nicht aus Gesundheitsgründen, sondern für den Notfall wie z.B. ein längerer Aufenthalt in einer Tierklinik oder anderer Stelle, wo die Möglichkeit des Barfens nicht gegeben ist. Sie hat in ihrer Praxiszeit schon Katzen erlebt, die jegliches Nassfutter ablehnten. Für eine Tierklinik keine so angenehme Situation.
Da meine TÄ ihrer eigenen Katze nur zu ca.20% Rohfleisch anbietet hat sie mich auch gefragt, was ich für Zusatzmittel verwende . Mit felini.complete kannte sie sich nicht aus und fragte mich nach der Zusammensetzung, woraufhin ich ihr den Beipackzettel zur Prüfung überreichte, damit sie sich informieren konnte . Sie gibt also absolut keine Ratschläge, bevor sie sich nicht genauestens informiert hat. Alles kann eben auch ein Tierarzt nicht wissen. Und das verlange ich auch nicht. Ich habe auch absolut kein Problem damit, wenn ein Tierarzt dies zugibt und mich in gewissen Sachen eventuell an andere Stelle verweist.
Zu meiner TÄ habe ich jedenfalls absolutes Vertrauen. Mittlerweile sogar das gleiche , das ich auch ihrem Vorgänger in der Praxis entgegen gebracht habe. ( der leider in die Schweiz ausgewandert ist :-()
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #149
Emil, dann scheinst Du da vorbildliche Tierärzte in Deiner Nähe zu haben.
Interessant wäre doch dann jetzt mal, was die Masse der Katzenhalter in den Praxen erlebt.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #150
Zu den Tierärzten habe ich jetzt im anderen thread geschrieben aber da es hier um den Tierschutz geht möchte ich lobend die Mitarbeiterinnen in unserem Tierschutzhaus erwähnen, die sich allesamt wirklich mit der optimalen Fütterung auseinander gesetzt haben. Das Problem ist, sie wissen wie sie es gerne machen würden, aber in der Realität füttern sie was gespendet wird bzw haben auch auf die Großeinkäufe keinen großen Einfluss, da wird das "beste Angebot" bestellt.
Aber zumindest sagen sie jedem neuen Kunden, worauf er beim Futter achten muss (kein Getreide, kein Zucker, möglichst genau deklariertes Fleisch) und geben auf Nachfrage Marken-Empfehlungen
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #151
Besagte Freundin von mir meinte z.B. auch, dass es bei Vögeln z.B. nur ca. 2 Krankheiten gibt, die man überhaupt behandeln kann...
:?::shock: Blöd für den Vogel, der dann was anderes hat als eine dieser 2 Krankheiten...
Ich halte diese Aussage für Blödsinn. Was lernen denn dann die vogelkundlichen Tierärzte in ihrer Weiterbildung?
Die meisten normalen Kleintierärzte wissen allerdings von Vögeln nicht mehr, als dass diese Federn haben (Aussage des Mods im Stadttaubenforum..).

Das Studium der Tiermedizin scheint mir viel zu weit gefächert. Auch diese ganzen Aufgaben im Bereich Lebensmittelherstellung und -prüfung sind ja auch noch drin und nicht nur das Behandeln von kranken Tieren.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #152
Das Problem ist, sie wissen wie sie es gerne machen würden, aber in der Realität füttern sie was gespendet wird bzw haben auch auf die Großeinkäufe keinen großen Einfluss, da wird das "beste Angebot" bestellt.
Aber zumindest sagen sie jedem neuen Kunden, worauf er beim Futter achten muss (kein Getreide, kein Zucker, möglichst genau deklariertes Fleisch) und geben auf Nachfrage Marken-Empfehlungen

Das verstehe ich auch unter einer Vorbild-Funktion, nämlich den Adoptanten das Wissen, wie man es richtig macht auf jeden Fall mit auf den Weg zu geben. Auch wenn man es selbst aufgrund der prekären Umstände nicht vormachen kann, sprich: Tierheim hat nicht genug Platz um die Tiere artgerecht zu halten, nicht genug Geld um sie artgerecht zu ernähren, nicht genug Personal um sich ausreichend zu kümmern. Selbiges gilt natürlich auch für Tierschutzvereine und Pflegestelle. Es ist ja alles freiwillig und solange niemand dafür bezahlt wird, kann man auch keine Professionalität erwarten. Das ist jedenfalls meine Meinung.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #153
Es ist ja alles freiwillig und solange niemand dafür bezahlt wird, kann man auch keine Professionalität erwarten. Das ist jedenfalls meine Meinung.

Sollte aber nicht genau DAS der Anspruch eines ehrenamtlichen Mitarbeiters sein?

Also wenn ich meine Freizeit/Lebenszeit für Katzen in Not opfere, sollte mein Anspruch nicht sein, dass so professionell wie nur möglich zu machen?
Sollte nicht auch ein Interesse daran bestehen, die Tiere, die mir anvertraut sind, artgerecht zu versorgen?
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #154
Sollte aber nicht genau DAS der Anspruch eines ehrenamtlichen Mitarbeiters sein?

Also wenn ich meine Freizeit/Lebenszeit für Katzen in Not opfere, sollte mein Anspruch nicht sein, dass so professionell wie nur möglich zu machen?
Sollte nicht auch ein Interesse daran bestehen, die Tiere, die mir anvertraut sind, artgerecht zu versorgen?

Alsoooooo.....:-D
ich bin ja nun schon seit mehreren Jahren in verschiedenen Vereinen ehrenamtlich tätig. In ganz unterschiedlichen Themenfeldern, also nicht nur Tierschutz. Darüber hinaus kenne ich viele Menschen, die z.B. in einem Modell-Eisenbahnverein sind. Ich habe in KEINEM Verein auch nur ansatzweise die Doktrin gefunden, dass man das was man ehrenamtlich dort macht, aber bitteschön professionell zu machen hat. Jeder Vorstand war froh über jeden Aktiven, egal wie er sich eingebracht hat, weil das nämlich Mangelware ist.

Ich habe auch noch nie einen Aktiven in diesen ehrenamtlich Tätigkeiten kennengelernt, der selbst den Anspruch an sich hatte, sein Ehrenamt "professionell" auszuführen (ich rede nicht von Tierschützern). Für die meisten Menschen ist eine ehrenamtliche Tätigkeit in einem Verein, ein Hobby, das man in seiner Freizeit lebt und ausführt.

Kommen wir zum Tierschutz: ich muss gestehen aufgrund der Tatsache, dass man mit Lebewesen hantiert, ändert sich die Sachlage ein wenig im Vergleich zu anderen Vereinen, die nicht mit Lebewesen hantieren (davon schliesse aber z.B. Vereine, die mit Kindern arbeiten aus, da Kinder für mich genauso beschützungsbedürftig sind wie Tiere oder Behinderte, das ist ähnlich). Gut, also halten wir fest, in manchen Ehrenämtern hat man vielleicht durch die Sache an sich, um die es geht ein bisschen mehr Verantwortung. Das ist ja nicht tragisch, denn ich kann berichten, dass Aktive in Vereinen bemüht sind dieser Verantwortung gerecht zu werden. DAS allein sollte man schon anerkennen.

Was nun deine Forderung nach professioneller Katzen-/Tierrettung betrifft, hätte ich nichts dagegen. Meine Ja-Stimme hast du. Allerdings wirst du dafür das ganze System einmal reformieren müssen und auf den Kopf stellen und jemanden finden müssen, der das Ganze bezahlt :mrgreen: Wenn du das auf die Beine stellen kannst, mache ich mit!:mrgreen:
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #155
Ich glaube das was die eine von euch "professionell" nennt versteht die andere als "verantwortungsvoll" kann das sein?
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #156
Ich glaube das was die eine von euch "professionell" nennt versteht die andere als "verantwortungsvoll" kann das sein?

Ja? Meinst du?

Wir könnten natürlich erstmal definieren um zu schauen ob wir aneinander vorbeireden, aber für mich ist die Bedeutung von "professionell" und "verantwortungsvoll" inkl. Unterschied eigentlich sehr deutlich. Ich gehe mal die Definitionen aus dem Wörterbuch rauszusuchen....bin gleich wieder da :mrgreen:
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #157
Kommen wir zum Tierschutz: ich muss gestehen aufgrund der Tatsache, dass man mit Lebewesen hantiert, ändert sich die Sachlage ein wenig im Vergleich zu anderen Vereinen, die nicht mit Lebewesen hantieren (davon schliesse aber z.B. Vereine, die mit Kindern arbeiten aus, da Kinder für mich genauso beschützungsbedürftig sind wie Tiere oder Behinderte, das ist ähnlich). Gut, also halten wir fest, in manchen Ehrenämtern hat man vielleicht durch die Sache an sich, um die es geht ein bisschen mehr Verantwortung. Das ist ja nicht tragisch, denn ich kann berichten, dass Aktive in Vereinen bemüht sind dieser Verantwortung gerecht zu werden. DAS allein sollte man schon anerkennen.

Was nun deine Forderung nach professioneller Katzen-/Tierrettung betrifft, hätte ich nichts dagegen. Meine Ja-Stimme hast du. Allerdings wirst du dafür das ganze System einmal reformieren müssen und auf den Kopf stellen und jemanden finden müssen, der das Ganze bezahlt :mrgreen: Wenn du das auf die Beine stellen kannst, mache ich mit!:mrgreen:

Die Aussagen über die ganzen Vereine, in denen Du ehrenamtlich tätig bist, vernachlässige ich jetzt mal.

Richtig. Es geht um Lebewesen.
Da freut mich zu lesen, dass sich für Dich, die Sachlage, EIN WENIG ändert.
Ich finde, man hat nicht VIELLEICHT, EIN BISSCHEN mehr Verantwortung.
Man hat entschieden, sich dem Tier in Not anzunehmen, also ist man in der PFLICHT sich der Verantwortung zu stellen und dazu gehört für mich auch, dass man Ahnung von dem hat, was man da macht.
Habe ich keine Ahnung, kann ich den Tierschutz auch anders unterstützen indem ich (zum Beispiel) Kaklo's im Tierheim reinige.

Die Worte, die ich fett geschrieben habe, sind nicht geschrien oder aggressiv gemeint.
Ich wollte damit nur verdeutlichen.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #158
DUDEN verantwortungsvoll:

Adjektiv - 1. mit Verantwortung verbunden; 2. Verantwortungsbewusstsein habend, erkennen lassend

professionell:
Adjektiv - 1a. (eine Tätigkeit) als Beruf ausübend; 1b. als Beruf betrieben; 2. fachmännisch, von Fachleuten anerkannt, benutzbar, …
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #159
ich klinke mich mal mit meinen Erfahrungen ein. ich war in den letzten 10 Jahren in 2 Tierheimen. Tierheim 1 wollte mir und meinen Eltern keine Katze mitgeben, weil sie würde ja rausgehen (ruhige Wohngegend) und dann nicht immer zum Kuscheln da sei - ohne Mist, das war die Begründung!

Tierheim 2 letztes Jahr: Null Beratung, keine vernünftigen Antworten auf meine Fragen (und ich hatte viele, weil wir ja eigentlich keine Katzen mitnehmen wollten). Wir haben unsere Situation erklärt, auch beruflich. die Dame sagte dann wörtlich zu uns: wir haben gerade nur ein Katzenpärchen, was nicht verhaltensgestört ist. :shock: dann durch den Gang schieben, Muffi ein Leckerchen geben, bisschen streicheln. wir am hin und her überlegen und dann durften wir 1 Stunde überlegen, ansonsten kriegt sie jemand anderes. Wir blickten uns um, sahen haufenweise Kinder, die gegen Scheiben schlugen, viele laute Menschen und zwischendrin einige genauso verwirrt guckende Menschen wie wir. letztendlich haben wir unsere Traumkatzen bekommen, keine Frage.

wir haben auch nie eine Nachkontrolle gehabt. Ich kann verstehen, dass die Tierheime total überlastet sind und sich gar nicht so kümmern können. aber ich frage mich andererseits, ob man nicht viel mehr Arbeit produziert, in dem man sich die neuen Besitzer gar nicht wirklich ansieht, oder ihnen zuhört. die Gefahr der Rückläufer müsste dann doch dementsprechend viel höher sein.

auf die Ursprungsfrage zurückzukommen: ganz allgemein: Tierschutz sollte für mich eine Vorbildfunktion haben.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #160
Die Aussagen über die ganzen Vereine, in denen Du ehrenamtlich tätig bist, vernachlässige ich jetzt mal.

Richtig. Es geht um Lebewesen.
Da freut mich zu lesen, dass sich für Dich, die Sachlage, EIN WENIG ändert.
Ich finde, man hat nicht VIELLEICHT, EIN BISSCHEN mehr Verantwortung.
Man hat entschieden, sich dem Tier in Not anzunehmen, also ist man in der PFLICHT sich der Verantwortung zu stellen und dazu gehört für mich auch, dass man Ahnung von dem hat, was man da macht.
Habe ich keine Ahnung, kann ich den Tierschutz auch anders unterstützen indem ich (zum Beispiel) Kaklo's im Tierheim reinige.

Die Worte, die ich fett geschrieben habe, sind nicht geschrien oder aggressiv gemeint.
Ich wollte damit nur verdeutlichen.

1. Beim Kaklo reinigen kann man auch jede Menge "falsch" machen als Nicht-Professioneller, vor allem in einem Tierheim. ;-)

Man hat entschieden, sich dem Tier in Not anzunehmen, also ist man in der PFLICHT sich der Verantwortung zu stellen und dazu gehört für mich auch, dass man Ahnung von dem hat, was man da macht.

2. Und ich denke, da ist das grosse Missverständnis, siehe Definition DUDEN. Und vor allem, frag doch mal ein Tier, das grad am Verrecken ist draussen. Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder der Mensch überlässt dem Tier sich selbst, dann wird es vermutlich sterben oder er entscheidet sich dem Tier zu helfen und ihm das Leben zu retten. In dem Moment wo letzteres eintritt, hat sich die Situation für das Tier mal mindestens um 50% verbessert (wenn nicht mehr), wenn es vom Tierschutz eingesammelt, zum Tierarzt gebracht wird, verarztet wird und nach Gesundung wieder in die Freiheit gelassen wird. Das finde ich verantwortungsvoll und das kann auch jeder Laie. Ich lasse einen Menschen ja auch nicht am Strassenrand liegen, wenn er Hilfe braucht, sondern rufe einen Krankenwagen und im besten Fall leiste ich erste Hilfe (wenn ich einen Kurs gemacht habe) dafür muss ich keine Krankenschwester oder Sanitäter sein.

Das man AHNUNG haben muss um zu helfen, sehe ich nur bedingt so. Sicherlich gibt es vieles das gut gemeint ist aber nicht gut gemacht. Darüber habe ich mich ja auch schon aufgeregt. Aber: so what? Das passiert!

3. Betrachten wir die Angelegenheit mal aus einer anderen Perspektive. Der Tierschutz, so wie er momentan vorherrscht hat KEIN GELD, KEINE RESSOURCEN, KEIN PERSONAL und KEINE ZEIT, um das zu leisten, was du von jedem aktiven Tierschützer forderst, nämlich Professionalität. Dann wäre doch nach deiner Logik der Umkehrschluss bzw. der Appell an jeden Tierschützer, der momentan täglich Tierleben rettet: WENN DU KEINE AHNUNG HAST, LASS ES BITTE SEIN!

Habe ich dich richtig verstanden?

Das würde bedeuten, dass keiner der momentan ehrenamtlich Aktiven ausser vielleicht 1-2 Personen pro Tierschutzorganisation, die einen Sachkundenachweis gemacht haben, mehr Tiere retten dürfte, was wiederum dazu führen würde, dass ca. 80-90% der momentan geretteten Tiere, draussen elendig zugrunde gehen würde. (So kann man das Problem der Überpopulation natürlich auch lösen, einfach wegschauen, sterben lassen, dadurch reduziert sich die Katzenpopulation natürlich auch.:cool: )

Weil...und jetzt deine Begründung: die aktiven und ehrenamtlichen Tierschützer, die keine (professionelle) Ahnung haben, dürfen diese Tiere nicht retten. :mrgreen:
 
Thema:

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