Tag 1 (ich berichte jetzt immer etwa von Mittag bis Mittag):
Vorwarnung: es wird eher noch mehr Text
Erstmal ganz wichtig:
Wir haben einen Namen fürs Piratenmädel gefunden!
Raider heisst jetzt Twix, Dinah heisst jetzt:
AMY!
Als Ella und Louis zu uns kamen, bekamen sie ja auch neue Namen – einfach weil diejenigen, die sie von der Pflegestelle hatten, für uns einfach unmöglich waren. Wir haben da auch lange brainstormen müssen und sind letztendlich bei schwarzen Musikern als Namensvorbilder für unsere Schwärzlinge gelandet (bitte nicht als Rassismus verstehen!). Ella und Louis heissen so nach Ella Fitzgerald und Louis Armstrong. Wer die beiden nicht kennt, bitte googeln und Bildungslücke auffüllen!

Für uns – bzw. vor allem für mich – war wichtig dass das kurze, prägnante Namen mit je zwei kräftigen Vokalen sind die man auch mal durch die Nachbarschaft rufen kann ohne sich völlig zu blamieren – deshalb ist Sade auch rausgefallen *g*.
Jetzt beim Piratenmädel war die Namensfindung ähnlich skurril, das kann und will ich garnicht wirklich wiedergeben – kurzgefasst lief das über James Bond / Moneypenny / Penny / Big Bang Theory bis eben zu AMY. Nein, keine Sorge, Sheldon Coopers Freundin ist natürlich NICHT das Vorbild, aber so kamen wir auf Amy – von Amy Winehouse.
Amy Winehouse passt ja wieder ganz toll zu unserem ursprünglichen Musiker-Konzept und zu Ella - wer Ella Fitzgerald kennt weiss warum.
UND die Vokale passen super!
Selbst wenn man negativ denken will und das als schlechtes Omen wegen des frühen Tods von Amy Winehouse sehen will: Für eine Katze wäre 28 ein schon SEHR gesegnetes Alter.
Mal ganz abgesehen davon dass Amy uns ihre Stimmgewalt nachts ja nun wirklich eindrücklich unter Beweis stellt.
Jetzt aber zum eigentlichen Thema: Bisher scheint eigentlich alles gut zu laufen (bis auf eine kleine, aber existentielle Ausnahme, dazu weiter unten mehr):
Gestern Nachmittag hab ich für ein Stündchen im Büro am Schreibtisch gearbeitet, da blieb sie aber in ihrer Couchtischhöhle. Ein bisschen hab ich dann noch vor ihrer Nase mit dem Federwedel rumgekruschtelt, das hat sie zwar sichtlich interessiert, aber vorgekommen ist sie deshalb noch nicht. So wirklich "aus Angst verstecken" ist das aber nicht, sie braucht halt noch Zeit, ist ja auch klar. Wenn ich denke wie lange das bei Ella und Louis gedauert hat…
Die Dreamies die ich ihr runtergeworfen hab hat sie nicht gleich genommen, als ich später geguckt hab waren aber alle weg.
Und da kommen wir schon zu meiner großen Sorge:
Amy mag nicht fressen!
Gestern hab ich ihr dann ihr Tellerchen direkt vor die Couchtischhöhle gestellt, das hat sie aber nicht weiter interessiert - wohl aber die blöde Fliege die deutlich mehr daran interessiert war. Der ist sie nämlich dann durchs ganze Zimmer nachgewetzt als ich das Büro wieder verlassen hab. Da konnte ich sie dann auch endlich mal richtig sehen und sie kommt mir definitiv immernoch größer vor als Ella. Vielleicht liegt's ja auch an der Farbe – Ella ist ja durchgängig schwarz, das macht ja klein und schlank
Sie scheint sich im Büro auf jeden Fall "safe" zu fühlen, hat sich dann auch mitten drin ausgiebig öffentlich am Poppes geputzt, sich gestreckt und gegähnt und ist auch zu mir ans Gitter gekommen. Hinter Gittern bin ich ihr wohl erstmal mehr geheuer als im selben Raum, drum setz ich mich jetzt eben doch nicht längere Zeit am Stück zu ihr rein sondern erstmal nur maximal ein Stündchen oder so…
Im großen Ganzen hat sie den Tag ansonsten hauptsächlich verpennt, zwischendurch hat sie mal den Platz gewechselt und sich doch tatsächlich in die Transportbox gelegt die ja auch noch da steht, aber das war's eigentlich schon. Erst abends ist sie dann wieder aktiver geworden, ist im Büro herumspaziert und hat alles etwas genauer inspiziert.
Ella war derweil natürlich hauptsächlich draußen, kam aber für ihre Verhältnisse häufiger zu Kurzvisiten nachhause und hat dann auch immer kurz an der Gittertür geguckt was sich dahinter tut, ganz ohne Brummeln (solange Amy nur aus ihrer "Höhle" rüberguckt ist das wohl auch nicht "nötig").
Erst abends gab's dann wieder ein direktes Zusammentreffen Nase an Nase an der Gittertür – mit gemäßigtem Gebrummele von Ella und wie gehabt diplomatischem Zurückweichen von Amy. Gefühlt lag da aber noch weniger Aggressivität drin als am ersten Abend (und da war's ja eigentlich schon nicht aggressiv), das entwickelt sich also schon mal ins Positive!
Ich hab mich dann gestern abend ein bisschen rausgezogen (ohnehin bin ich ihr ja nicht wirklich länger auf die Pelle gerückt), dafür hat der Gefährte (mein Held!) sich voll ins Rennen geschmissen und sich an die Gittertür gesetzt und einer aufmerksam lauschenden Amy mit sonorer Stimme Geschichten erzählt. Ist er nicht toll, mein Schatzi? Ein echter Katzenflüsterer
Amy taut definitiv auf – es wird sich öffentlich mitten im Raum geputzt, gegähnt, sich gestreckt, sie kommt an die Gittertür wenn wir in der Nähe sind und sie hat sich sogar schon direkt an der Gittertür quer gelegt, sich gaaaaaaaaaaaaaaaaanz lang gemacht und uns so ihr Bäuchlein präsentiert! Wir sind SO verliebt in die Süße!
Und Ella hat demonstrativ direkt vor der Gittertür mit ihren Bällchen gespielt als wolle sie Amy animieren es ihr gleich zu tun. Was anscheinend auch funktioniert hat, denn Amy hat in der Folge die halbe Nacht (soweit ich das mitgekriegt hab) ihr Spielzeug auf Herz und Nieren getestet. Und natürlich dann auch wieder gerufen…
Ella, die sonst ja abends/nachts kaum mal zuhause ist, hat sich auf dem großen Fensterbrett am anderen Ende des Wohnzimmers in ihr Bettchen gelegt, Schnäuzchen und Öhrchen Richtung Gittertür auf den Rand gelegt, aufmerksam aber doch gelassen, und hat sich das angehört. Ab und zu hat sie dann mich angeschaut, so als würde sie fragen wollen "was hat denn die Olle?".
Der "Duft der Freiheit" schlägt halt doch an Amys Näschen, hier im Wohnzimmer ist ja die Balkontür permanent offen und die Fenster sind hinter den "auf Löcher" heruntergelassenen Rollläden auch offen, so dass immer ein leichtes Lüftlein durch die Bude weht.
Ich hab die Nacht wieder auf dem Sofa verbracht, das war aber jetzt das letzte Mal, vielleicht liegt's ja auch an meiner permanenten Nähe dass sie nicht fressen mag (auch wenn wir hier wirklich viel Platz haben kriegt sie ja mit dass ich da bin – Ella und Louis kamen anfangs auch erst raus als wir das Feld geräumt haben und haben quasi "heimlich" gefressen – aber gefressen haben sie).
Heute Nachmittag muss ich auf jeden Fall ein paar Sachen im Städtchen erledigen, vielleicht ist ja hinterher der Teller endlich mal leer…
Das mit dem Fresschen macht mir jetzt ernsthafte Sorgen, dass eine (gesunde) Katze nicht fressen mag ist für mich ein völlig neues Problem.
Sie hat jetzt immer das bekommen was Ella auch bekommen hat, erst MACs, dann Amora, gestern Abend auch ein Miamor-Tütchen – von dem hat sie immerhin die Sauce weggeschleckt und vielleicht zwei, drei Happen von den Bröckchen genommen.
Aber das ist natürlich viel zu wenig!
Heute gab's GranataPet, das hat sie aber auch noch nicht angerührt.
Vorhin hab ich mich dann ein halbes Stündchen zu ihr ins Büro auf den Boden gesetzt, nach dem Federwedel wurde da jetzt von der Couchtischhöhle aus gegriffen und letztendlich hat sie sich dann auch vorgetraut. Ich hab ihr dann erst Spielzeug zugeschuppst (das dann aber mit nur sehr wenig Enthusiasmus ein bisschen hin-und-her gepfötelt wurde) und dann letztendlich Dreamies zugeworfen, da war sie dann auch voll dabei und kam sogar bis auf Handreichweite zu mir ran (nein, ich hab sie natürlich noch nicht angefasst!). Ich hab ihr dann eine "Spur" gelegt zum Fresstellerchen und den dann auch noch mit ein paar Dreamies garniert, bisher hat sie das aber nicht weiter interessiert leider…
Klöchen klappt übrigens super, gestern kam dann auch ein wohlgeformtes, gesund aussehendes Würstchen zum Vorschein. Und Buddeln kann die Kleine! Ich hab ja schon hoch eingefüllt, aber ich glaub sie ist trotzdem fast bis China gekommen…
Soweit also der aktuelle Stand.
Bis auf das mit dem Fresschen bin ich hochzufrieden
