Hallo erst mal und herzlich willkommen
Da bist Du ja gleich in ein hübsches Thema gestolpert. Ja, die Deklarationen auf vielen Futtersorten sind eher verwirrend als aussagekräftig. Folglich ist es oft tatsächlich nicht möglich, herauszubekommen, was wirklich drin ist. Egal wie viel man rechnet.
Zum Taurin: Prinzipiell ist es so: steht es bei den Zutaten, ist es die zugesetzte Menge. Steht es in den Analysewerten, soll es der Komplettwert sein. Je nach verwendeten Varianten kann das deutlich voneinander abweichen. Ein Futter, das vorwiegend aus Putenherz besteht braucht weniger Taurinzusatz, als eines das aus Schweineknorpel gebaut wurde. Soweit die Logik.
Natürlich kommt es trotzdem immer wieder zu Schwankungen, nicht in jedem Putenherz ist der Anteil an Taurin gleich. Und falls das Schwein aus irgendwelchen Gründen vor der Schlachtung Hühnerherzen gefressen hat, enthält es wohl auch einen kleinen Anteil Taurin. (ok, ziemlich wenig)
Beim Kalzium-Phosphorverhältnis ist es ähnlich, es wird aber gewöhnlich nicht deklariert. Zudem geht jeder Hersteller etwas anders damit um.
Die einen supplementieren es, wenn ein Anteil fehlt, die anderen gehen davon aus, dass es sich über verschiedene Sorten wieder ausgleicht. (Ich meine mich an eine so lautende Aussage von Bozita im Rahmen des Stiftung-Warentest-Testes zu erinnern.)
Hinweis: Der Phosphor ist im Fleisch, das Calzium im Wesentlichen in den Knochen enthalten.
Du wirst also keine exakten Werte finden.
Die Lösung des Dilemmas:
1.) Barf, da weißt Du selber, was Du rein mischst, die Werte für einzelne Fleischsorten sind googlebar, oder Du schaffst Dir einen Barfrechner an, da sind zumindest viele Werte hinterlegt. Das sind aber logischerweise auch immer nur Durchschnittswerte. Das Thema ist aber nicht ganz trivial und benötigt auch ein wenig Einarbeitungszeit.
2.) Beim Nassfutter immer möglichst viele Sorten und Marken füttern, damit mögliche Mängel des einen durch ein anderes ausgeglichen werden können.
Schließlich ist das P/Ca Verhältnis nicht das einzige Dilemma. Es gibt für die Katzennahrung recht unterschiedliche Bedarfstabellen und keiner von uns kann wirklich exakt sagen, wie viel Milligramm eines Stoffes Mauzinger gerade wirklich benötigt. Rennt er gerade viel? Dann wird er Phosphor verbrauchen. Hat er einen schnelleren Stoffwechsel? Dann wird er auch die Knochenzellen etwas schneller ersetzen und braucht etwas mehr Calzium. Hat er einen kleinen Infekt? Wächst er? Muss er gerade irgendeinen anderen Nährstoff ausgleichen? Buchstäblich alles kann Einfluss auf die echten Bedarfswerte von Nährstoffen haben und nichts davon hast Du unter Kontrolle oder kennst exakt die Auswirkungen. Brauchst Du aber auch nicht. Auch der Körper von Katzen kann die meisten Nährstoffe temporär speichern und gegebenenfalls ausgleichen.
Ein perfektes Futter kann es also nicht geben.
Also heißt das Zauberwort, genau wie bei uns Menschen: Vielfalt.
Das zweite Zauberwort heißt natürlich: Hochwertigkeit.
Mehr kann und braucht man eigentlich nicht tun.
Besser als auf exakte Einzelwerte zu achten, ist es also, grundsätzlich abwechslungsreich zu füttern und dabei schädliche Stoffe, wie Zucker und Getreide zu vermeiden.
Hier findest Du eine Liste mit Sorten, die grundsätzlich als ok bis sehr gut einzustufen ist. Damit kann man eigentlich für jeden Geldbeutel eine vernünftige Ernährung zusammenbasteln, ohne jedes mal exakt alle Einzelwerte zu berücksichtigen.
https://www.katzen-forum.de/nassfutter/38078-uebersicht-nassfutter.html
Liebe Grüße, argon