Katzen sind auch gerne mal subtil in ihrer Kommunikation und hängen aneinander, auch wenn wir Zweibeiner das nicht mitkriegen. Beispiel: Mein Sirius und sein Gefährte, Lucky. Die beiden lagen nur ganz selten mal beieinander (dann hat Lucky sich immer auf Sirius geplöppt und man war sich nie sicher, ob sie jetzt kuscheln, oder ob sie gerade passiv-aggressiv um ihren Liegeplatz rangeln), Lucky hat Sirius regelmäßig gejagt und ist ihm ins Kreuz gesprungen, weil er mit Sirius spielen wollte, aber Sirius nicht wollte - was Sirius natürlich einigermaßen scheiße fand. Aber trotzdem gab es dann die kleinen Momente, an denen man gesehen hat, wie sehr die beiden sich gebraucht haben - wenn Lucky zum Beispiel angelaufen kam, wenn Sirius geschrien hat, oder wenn Sirius ganz durch den Wind war, wenn wir Lucky zum Beispiel die Haare am Hintern schneiden mussten, was für Lucky eine Tortur war. Und als wir Lucky dann einschläfern lassen mussten, hat man erst wirklich gesehen, wie sehr die beiden aneinander hingen: Sirius ist den ganzen Tag brüllend und verzweifelt nach seinem Freund suchend durch die ganze Wohnung gelaufen, und das so lange, bis wir eine neue Freundin für ihn geholt haben. Und dann hat es natürlich einige Wochen gedauert, bis die beiden harmonisch zusammenleben konnten - die beiden sind jetzt fast sieben Wochen zusammen, und sie fangen gerade ganz langsam an, die Feinheiten der Kommunikation miteinander auszuarbeiten und zeigen die ersten, ganz zarten Spielansätze, die vom jeweils anderen aber noch nicht wirklich verstanden werden.
Gut Ding will bei Katzen Weile haben: Auch wenn Sam und Rosi sich schon länger kennen, sie sind jetzt in einer neuen Umgebung, waren davor eine Weile getrennt, müssen jetzt ihre Beziehung neu austarieren. Das dauert, und läuft nicht immer harmonisch ab, und du wirst erst in mehreren Wochen bis Monaten sagen können, ob die beiden wirklich langfristig miteinander harmonieren können. Vorher würde ich nicht über eine Abgabe nachdenken.