Selly und Blue und Silvester
An Silvester haben mein Mann und ich immer dreifachen Grund zu feiern. Zum einen feiern wir den Jahreswechsel, zum anderen den Gebutstag meiner Schwägerin und den Geburtstag meines Vaters. Da wir so jedes Jahr Arbeiten, oder zu einer Geburtagsfeier waren, waren wir noch nie zu Silvester zu Hause und wussten nicht wie sich Selly und Blue zum Jahreswechsel verhielten. Bevor wir uns auf den Weg zu unserer jeweiligen Beschäftigung gemacht hatten, haben wir immer die Rollos im Wohn- und Schlafzimmer geschlossen und die Kleiderschranktüren im Schlafzimmer geöffnet, damit die Beiden so geschützt wie möglich die Sivesternacht überstehen. Jedes Jahr, wenn wir am Morgen wieder zu unseren Katzen kamen, kamen sie uns entspannt und gut gelaunt entgegen. Zu dem Jahreswechsel 2015/16 sollten wir dann heraus finden wie die Beiden auf die Raketen und Böller reagieren. Wir mussten beiden am 01.01. zeitig arbeiten. So fuhren wir am Vormittag zu meiner Schwägerin um mit ihr Gebutstag zu feiern und am Nachmittag nach Hause, um noch ein paar schöne Stunden zu viert zu haben, bevor die große Knallerei los ging. Natürlich konnten es einige Leute nicht abwarten und böllerten teils Tage vorher. Das störte unsere Zwei aber nicht groß. Natürlich zuckten sie hin und wieder mal zusammen, wenn wieder mal ein Sprengkörper explodierte, das ging uns Menschen aber nicht anders. Zum Abend gab es noch eine ausgefallene, selbstbelegte Pizza und eine Fernsehrunde bevor wir ins Bett gingen. Trotz vereinzelter Knallerei konnten wir alle gut einschlafen. Auf einmal wurden wir durch einen großen Krach und viele Lichtblitze geweckt, kein Wunder, es war Mitternacht. Verschlafen schauten wir uns an. Blue verließ in geduckter Haltung und gesenktem Schwanz das Schlafzimmer, sie hatte Angst. Selly schaute unsicher zu uns. Da wir uns aber ruhig verhielten entspannte sich Selly wieder einigermaßen. In Trance beschlossen wir aufzustehen und dem Feuerwerk zuzusehen. Versuchen zu schlafen war jetzt eh unnötig. Wir standen auf, Selly kam mit und im Flur entdeckten wir Blue unter dem Wäschetrockner. Sie beobachtete uns interessiert. Ich begrüßte sie. Mit ein paar Leckerli und der ruhigen Haltung von Selly und uns schien Blue sich überzeugen zu lassen das gerade nichts schlimmes passiert. Mein Mann und ich gingen zum Fenster ins Esszimmer und schauten dem Feuerwerk zu. Es dauerte gar nicht lange da kamen Selly und Blue gelaufen, setzten sich zu uns ans Fenster und schauten mit raus. Nachdem die Raketenflut langsam abebbte schalteten wir den Fernseher ein, um wieder ein wenig müde zu werden. Kurz nachdem wir uns davor gesetzt hatten kam eine Eilmeldung das der Bahnhof, in dessen Nähe wir wohnen gesperrt ist wegen Terrorwarnung. Jetzt waren wir unruhig. Wir verfolgten die Nachrichten, konnten aber keine weiteren Informationen erfahren. Da, natürlich, keiner wusste wie lange die Sperrung des Bahnhofes noch anhielt beschlossen wir den Wecker eher zu stellen, um eventuell statt mit der Bahn mit einem anderen Verkehrsmittel auf Arbeit zu fahren. Selly und Blue hatten sich in der Zwischenzeit neben uns auf das Sofa gelegt und geschlafen. Trotz das es unwahrscheinlich war, das uns mit einem Attentat im Bahnhof in unserer Wohnung etwas zustoßen könnte, hatten wir ein flaues Gefühl im Bauch. Mit dem flauen Gefühl haben wir uns auch wieder ins Bett gelegt, schließlich hatten wir noch nicht viel geschlafen. Jetzt waren aber Selly und Blue die, die uns beruhigen mussten. Am nächsten Morgen erfuhren wir das es Entwarnung gab und ein Täter schon gefasst war. Die beiden Kampfschmuser waren auch ganz die alten uns so konnten wir beruhigt auf Arbeit gehen.