Hallo Geek,
vielen Dank noch mal für deine ausführlichen Tipps.
Ich denke mein Mann und ich sind einfach verunsichert und haben Angst, wenn wir nicht zu Hause sind, dass es zu schlimmeren kommt oder mit "falschen" Aktionen von uns alles zu zerstören.
Ich habe viel gelesen darüber wie man mit solchen Situationen umgehen soll und überall hört man was anderes. Deswegen habe ich mich mittlerweile auch an 3 verschiedene Katzenpsychologinnen gewannt um die Situation mal neutral einschätzen zu lassen. Leider kann ich frühestens im April einen Termin bekommen.
Vielleicht ist unser Verhalten auch nicht richtig und wir begünstigen solche Situationen. Wir haben uns auch schwer damit getan Joshy wieder zu separieren um eben das Gruppengefüge nicht schon wieder durcheinander zu bringen. Aber haben uns dann doch dazu entschieden, damit wir das unter Kontrolle haben.
Das Wildpinkeln ist nicht so angenehm und scheint ja von Joshy auch ein Hilferuf zu sein.
Wenn wir jetzt das Verhalten " Hinter Gittern" sehen, dann macht Joshy keinen ängstlichen Eindruck.
Er kommt auch schon mal mit der Pfote durch das Gitter und berührt Sam. Sam "greift" dann auch nicht an. Unser dritter Kater Taylor besucht Joshy auch regelmäßig und Joshy darf abends auch raus, dann geht Sam in den Raum (dort fühlt er sich wohl und legt sich auf den Kratzbaum). Wir hoffen, so tauschen Sie die Gerüche aus. Wir füttern jetzt die Katzen alle 3 am Gitter und da läuft es echt gut.
Taylor und Joshy kommen gut miteinander aus.
Ich kann mal versuchen ein Video einzustellen, möchte aber ungerne im Moment die Situation eines "Angriffs" provozieren. Leider habe ich bisher kein Video davon gemacht.
Dein Einwand, dass Joshy mal schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist möglich. Vielleicht hat er ja auch ein Trauma, wer weiß. Gerade deswegen wollen wir die Sache auch sehr vorsichtig angehen.
LG
Sie lagen dann auch mal mit kleinem Abstand zusammen im Raum und haben sich geputzt, Fressen direkt nebeneinander. Leckerlis nehmen sie direkt nebeneinander aus der Hand. (als Joshy noch nicht separiert war)
Wow, super aber dann ist ja etwas passiert, da ihr Joshi separiert habt. Was war der Grund für die Separierung, wenn die beiden sich schon geputzt haben?
Hallo geputzt haben Sie sich nie. Nebeneinander gefressen haben Sie von Anfang an ohne Probleme.
Die ersten 2 Wochen als Joshy da war gab es nur Gefauche und Geknurre und keine Angriffe von Sam.
Deswegen haben wir die Situation auch so laufen lassen.
Nach ca. 2,5 Wochen fing dann das Pinkeln von Joshy an und Sam hatte Kratzer auf der Nase.
Also wird da wahrscheinlich tagsüber irgendwas gewesen sein. (Joshy hatte noch nie eine Macke).
Als wir Joshy frei laufen ließen, dann ging es erst gut für ein paar Tage. Da war nur mal ein Fauchen von ihm und Sam ist so an ihm vorbeigegangen. Wir hatten uns schon gefreut, dass es besser läuft, als am Anfang.
Ist das nach der ersten Separierung? Fauchen ist simpel ein Zeichen für "komm mir nicht noch näher".
Das ist von Anfang an gewesen und auch nach der ersten Separierung.
Dann nach ein paar Tagen wurde es so, dass Sam auf Joshy wieder zu läuft, sich drohend vor ihn stellt. Es kommt zu keinen Kämpfen oder Verletzungen. Meist geht Sam dann auch wieder weg. Haben wir auch noch toleriert. Natürlich haben wir dann Sam mit einem klaren Nein ! (erhobene Stimme, aber nicht geschrien) klar gemacht, dass wir das nicht wollen.
Meistens hat Sam sich dann auch ablenken lassen und ist weggegangen.
Joshy ist dann munter seiner Wege gegangen und wir dachten: "wird ! "
Ist für mich neutrales Verhalten. Warum habt ihr Sam gebremst, wenn es zu keinen Kämpfen kam und Joshi sich nach der Beschreibung auch ruhig verhalten hat?
Joshy hat angefangen wieder irgendwo hinzupillern, aber nicht in der Situation sondern etliche Zeit später.
Aber dann kommen wieder die Momente, wo Sam von 3 Meter Entfernung von Joshy angefaucht und angeknurrt wird, Joshy legt sich flach auf den Boden, Ohren zurück. Dann läuft Sam hin, Joshy schreit wie am Spieß ohne das Sam auf Joshy richtig drauf geht. Kurze Zeit später pillert Joshy dann in einen Korb oder die Spüle ohne das Sam in der Nähe ist.
Hier kriegt Joshi eine Panikattacke, hat Angst vor Sam. Sam sucht die Konfrontation und mobbt/ärgert ihn.
Joshi kriegt dadurch noch Angst und scheißt sich wortwörtlich in die Hose, in diesem Fall pinkelt er verzögert als Überschußreaktion.
Hier wären jetzt zwei Reaktionen notwendig.
Einmal Joshi beruhigen. Vielleicht reicht schon ein Dazwischenstellen um den Sichtkontakt zu unterbrechen, ansonsten Joshi ruhig aus dem Zimmer drängen bis er sich beruhigt hat.
Auf der anderen Seite Sam daran hindern, auf Joshi zuzugehen und genauso ihn aus dem Zimmer bugsieren, wenn er nicht aufhört.
Das haben wir gemacht. Sam entfernt und Joshy dann getröstet.
Nach den Infos detailiere ich mal meine Einschätzung.
Joshi ist ein sehr unsicherer Kater, der manchmal ohne erkennbaren Grund Angst vor Sam bekommt. Wahrscheinlich hat er in der Vergangenheit mal richtige Prügel von einem anderen Kater bekommen und Sam weckt ab und zu diese Erinnerungen.
Sam ist ein Kater, der so ein "komisches" Verhalten von Joshi nicht ignoriert, sondern davon aufgestachelt wird.
Joshi empfindet die Reaktion von Sam schrecklich, denkt dass er gleich von ihm umgebracht wird und dann kommt es zu Kämpfen oder verzögerten Panikpinkeln.
In Joshi Augen mobbt Sam ihn schrecklich.
In Sams Augen provoziert Joshi ihm grundlos.
Da gebe ich dir Recht, so scheint es zu sein. Das ist gerade so kompliziert.
Wie gesagt, ein Video wäre hilfreich, da ich so nur eine subjektive Beschreibung interpretieren kann.
Ich würde immer noch alle Katzen versuchen zu reglementieren und zusätzlich Klickertraining für Joshi einführen. Meist stärkt das das Selbstvertrauen.[/QUOTE]
Klickertraining haben wir versucht. Joshy hat bisher leider noch nicht angebissen und versteht nicht was wir von ihm wollen.