[...] Ich habe nichts gegen Rassekatzen.
Die Katzen können nicht dafür, das ist schon richtig. Aber die Nachfrage bestimmt das Angebot! Solange es Abnehmer wie dich dafür gibt, wird immer weiter produziert. [...]
Was ist die Alternative? Rassen, sie seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten, existieren, werden eliminiert? Krankheiten, die erkannt und erfolgreich ausgemerzt wurden, werden einfach wieder zugelassen? Es gibt nur noch wilde Vermehrung ohne Sinn und Verstand, jeder setzt einfach Kater auf Katze?
[...] Und Rassekatzen zu adoptieren, solange sie nicht aus dem Tierschutz stammen, ist, in meinen Augen, eine Falschaussage. Rassekatzen kauft man! [...]
Tierheimkatzen bekommt man auch nicht geschenkt und solange Tierheime Rassekatzen oder solche, die sie dazu machen, teurer verkaufen, kann man wohl auch kaum davon reden, dass hier nicht auch "gekauft" wird. Und nur mal als Vergleich: Einen etwas älteren Kastraten erhält man beim Züchter auch für z.B. um die 200 Euro, da ist man von den 150 Euro, die viele Tierheime nehmen, nicht mehr weit entfernt.
Aber ich will mich gar nicht über den Begriff streiten, für mich ist es immer noch eine Adoption, bei der ich ein gewisses Maß an Kosten, die die Aufzucht verursacht hat, zu erstatten habe. Weder das, was man an Schutzgebühr, noch das, was man an Preis für eine Rassekatze zahlt, deckt die tatsächlichen Kosten, das ist uns allen klar, es ist eher ein symbolischer Betrag. Und wenn ich mehr erwarte (Zucht), muss ich auch mehr dafür bezahlen, das ist eine logische Konsequenz. Dass ich das Tier trotzdem adoptiere und nicht "kaufe", finde ich immer noch, aber - wie gesagt - da mag es unterschiedliche Meinungen geben.
[...] ot: früher war ich mal gerne in diesem Forum. Mittlerweile kotzt mich das an, dass hier immer mehr Pro Rassekatzen plädiert wird. [...]
Kann es sein, dass du die Diskussion hier, worum es geht und woran sie sich aufgehängt hat, gar nicht gelesen sondern nur überflogen hast?
[...] Der Kern der Sache wird hier nicht mehr erkannt oder ist einfach nicht mehr erwünscht. [...]
Sei mir nicht böse, dass ich anderer Meinung bin, aber ich finde bei dem, was du schreibst, dass du diejenige bist, die den Kern die Diskussion nicht erkannt hat. Das ist nicht böse gemeint, ist mir auch schon passiert, dass ich Beiträge nur überflogen habe und daher nicht genau geschaut habe, worum es eigentlich ging. Passiert. Vielleicht magst du einfach noch einmal in Ruhe nachlesen, was hier der springende Punkt war und ist.
Zum Rest:
Was an anderer Stelle dann doch zuuuu offtopic wäre...
[...] Das stimmt, aber es ist in meinen Augen ein Unterschied, nach welchen Maßstäben und Richtlinien gezüchtet wird, und um welchen Preis.
Ein Shire Horse leidet vermutlich ebensowenig unter seiner Größe und Muskelmasse wie ein Araber unter seiner Grazilität und Wendigkeit.
Ebenso fühlt sich ein Wasser-Apportier-Hund wie ein Labrador Retriever ebenso wohl in seinem Pelz wie ein Hütehund (so sie denn ihrer Art entsprechend gehalten und ausgelastet sind).
Daß sind "Gebrauchsmerkmale", die um den "Nutzen" / "Arbeitseinsatz" des Tieres Willen herausgezüchtet wurden.
Warum allerdings andere Tiere absichtlich behindert gezüchtet werden, und dann ein Leben in Atemlosigkeit und Luftnot, vorprogrammierten Schmerzen durch Fehlstellungen und daraus resultierenden Abnutzungserscheinungen, Empfindungs- und Bewegungsstörungen, chronischen Entzündungen, Kommunikationseinschränkungen mit Artgenossen,... verbringen müssen, nur weil es Menschen gibt, die das schön finden (...), das entzieht sich völlig meinem Verständnis von Tierliebe, Empathie und Mensch-sein.
Zumal der Ursprungstyp dieser Tiere oft deutlich gemäßigter war, als das, was jetzt so "in" ist (die Schnauze der "Ur-Möpse" war deutlich länger, der Rücken der deutschen Schäferhunde gerade,...).
Auch die Zucht von Tieren, die aufgrund ihrer Physiologie in völlig andere Klimazonen gehören, halte ich in meinen Augen für unnötog. Malamutes und Co in Gegenden zu halten, die selten unter 20°C fallen, Nacktkatzen in Gegenden, die nicht konstant 20°C + haben, etc. finde ich persönlich unfair dem Tier gegenüber. [...]
Da bin ich, Dagny, ganz bei dir, das war auch nicht meine Definition davon, was eine (gute) Zucht ausmacht, sondern die Antwort auf die Aussage, dass man sich nur auf die "ursprüngliche" Form von Hunden und Katzen (also Falbkatzen und Wölfe?) einlassen und sämtlich anderen Tiere nicht mehr unterstützen sollte.
Ich sehe es keinesfalls als 'seriös' an Hunden oder Katzen Tränen-Nasen-Kanäle wegzuzüchten, so dass sie im schlimmsten Fall sogar operiert werden müssen, um Luft zu bekommen, ich habe z.B. mehrfach geschrieben, dass für mich Peak-face-Perser eine
Qualzucht sind, die man nicht unterstützen sollte.
Mit Pferden und Hunden kenne ich mich nicht so gut aus, daher kann ich da keine Sachargumente bringen, aber ich denke, da schaut es nicht anders aus.
Daher plädiere ich ja immer wieder dafür, GENAU hinzuschauen, wen man unterstützt, sich selbst schlau zu machen, sich selbst Hintergrundwissen draufzuschaffen, damit man eben nicht irgendwelche Plattitüden mitreißen lässt.
[...] Dann allerdings mag ich auch nochmal ganz entschieden darauf hinweisen, daß gerade Tierschützern bewußt sein muß, daß Tiere aus dem Tierschutz nicht auf Bäumen gewachsen sind, sondern eben ganz oft Tiere von der Straße, von unseriösen Vermehrern,... sind, und da bin ich dann ganz Pro-seriöse Zucht.
Dort (bei seriösen Züchtern) wird nicht nur geschaut, wohin ein Tier vermittel wird, wie die Haltungsbedingungen dort sind, dafür gesorgt, daß die Eltern weder zu jung, noch zu alt, noch in irgendeiner Form krank sind, und nicht zu oft Nachwuchs produzieren, und dafür, daß besagter Nachwuchs kastriert abgegeben wird.
DAS ist für mich ebenso dedizierter, hingebungsvoller, nachdrücklicher Tierschutz, wie den der Leute, die sich um den nächsten katzenverschnupften, unterkühlten, im Stich gelassenen Wurf der 6 Monate alten Straßenkatze kümmern.
Danke, so sehe ich das auch.
Das Problem sind nicht die seriösen Vereinszuchten, sondern die unkontrollierte Vermehrung, die für die vollen Tierheime sorgt. Gibt es auch einmal Rassekatzen im
Tierschutz. Ja. Keine Frage. Auch Rassekatzen verlieren einmal ihr zu Hause, aber der Anteil in den Tierheimen ist verschwindend gering, sofern es sich um Tiere aus seriösen Zuchten handelt, denn diese sind immer bemüht, ihre Tiere zurückzuholen oder zumindest bei der Vermittlung, bevor sie in den
Tierschutz gehen, zu helfen.
Genau deshalb ist die Wahl des Züchters so wichtig. Es ist nicht wichtig, dass er um die Ecke wohnt oder die Katzen "niedlich und günstig" sind. Wichtig ist u.a., dass es gute Verträge gibt. Dass der Züchter sich ein Wieder-/Vorkaufsrecht einräumt und dass im (hoffentlich selten eintretenden) Notfall auch nutzt/einhält. Kann man natürlich immer erst feststellen, wenn der Fall eintritt, aber man kann sich ja ein bisschen umhören. Aber das geht jetzt schon wieder etwas zu weit.
Um es noch einmal zu schreiben: Ich habe NICHTS gegen Tierschutzkatzen und freue mich für jede, die ein neues Zuhause findet. Für mich kamen sie aber nun einmal nicht in Frage. Ich habe viele Freunde mit Hauskatzen und ich schmuse und spiele liebend gerne mit ihnen (also den Katzen, den Freunden nur bedingt :lol

, aber ich bevorzuge meine Orientalen mit all ihrer Aufdringlichkeit, ihrem Kuschelbedürfnis, ihrer Lautstärke, ihrer Eleganz etc.
Ist das jetzt schlimm? Ich finde nicht, denn ich habe durchaus auch schon für den
Tierschutz gearbeitet (z.B. an Fang-/Kastara-Aktionen teilgenommen), vor allem aber im Bereich anderer Tierarten aktiv als Pflegestelle (naja, Endstelle, weil ich die Tiere nie wieder abgeben konnte :lol

gearbeitet. Ich gehe damit nur nicht so hausieren. Was nicht heißen soll, dass ich es schlecht finde, wenn jemand von seiner Arbeit berichtet, bitte nicht falsch verstehen!
Ich finde
Tierschutz sehr wichtig (aus o.g. Gründen auch nicht nur im Katzenbereich), aber es gibt auch andere Möglichkeiten, seine Tiere zu beziehen, und die sind, wenn man sich gut und gründlich im Vorfeld informiert, echte Alternativen.