Ich denke der TE möchte auf etwas hinaus, was auch ich deutlich sehe:
Trotzdem wir in Deutschland/Europa/auf der Welt einen deutlichen Überschuß an Katzen haben, die ein liebevolles Zuhause suchen, werden zusätzlich noch Katzen nach dem persönlichen Geschmack von Menschen bewußt produziert (ja, im Endeffekt ist es ja eine Produktion wie die von Autos, Möbeln, Elektronik...). [...]
Ernsthafte Frage: Seht ihr den Punkt, um den es schon seit Seiten geht, wirklich nicht?
Oder habe ich das Brett vor dem Kopf? :?:
Wodurch gibt es denn den Überschuss? Lediglich durch Katzen aus Zuchthaushalten? Oder tragen nicht VIEL, VIEL mehr die Schwarzzüchter, die, die ihre Katzen nicht kastrieren lassen und "Ups-Würfe" produzieren, die, die "nur mal einen Wurf" haben wollen dazu bei? Woher stammen denn all die Katzen, die der
Tierschutz zu versorgen hat? WER also ist für den Überschuss verantwortlich? Züchterhaushalte? Wohl eher nicht. Also, wieso denen vorwerfen, dass sie etwas falsch machen, wo sie doch im Grunde alles richtig machen?
Du schreibst selbst, dass die Katzen von dort liebevoll aufwachsen, sie und ihre Eltern getestet und geimpft etc. werden, also, wo ist das Problem? Im Bereich der Zuchthaushalte? Nein. Also, wieso sollten diese ihre Aufzuchten einstellen?
[...] Wie gesagt, die Frage meinte ich wirklich ernst:
Welche Probleme haben bestimmte Menschen, daß für sie keine "normalen" Katzen in Frage kommen?
Woran liegt das? [...]
Gegenfrage: Welches Problem hast du, dass du anderen ein "Problem" unterstellen musst, nur, weil sie anders denken und empfinden als du?
[...] Und jemand, der eine gewöhnliche Hauskatze ablehnt, ist vielleicht ein Maine-Coon-Liebhaber oder ein BKH-Liebhaber, aber sicher kein "Katzen-Liebhaber", denn da geht es ja nicht um Katzen an sich. [...]
Weil
MCO,
BKH oder SIA keine Katzen sind? Komm schon, jetzt wird es aber wirklich lächerlich. Merkst du eigentlich, dass man genau das, was du uns Rassekatzenliebhabern "vorwirft", genauso einfach auf dich anwenden könnte? Wieso darfst du dich "Katzen-Liebhaber" nennen, wenn du es ablehnst, vorhandene (!) Rassen als "Katzen" anzuerkennen? Eine Hauskatze ist nun mal kein Brite. Ein Brite kein
Siamese etc.
Für mich z.B. wäre auch eine andere Rasse(katze) nicht in Betracht gekommen, nachdem ich mich einmal in die Orientalen, ihr Wesen, ihr Aussehen, ihre Art verliebt hatte. Sage ich deshalb, jemand, der Hauskatzen toll und für das Non-Plus-Ultra hält, sei ein schlechter Mensch, weil er meine Rasse nicht schön findet? Nein, weil das - sind wir mal ehrlich - völlig abstrus ist, umgekehrt wird das aber immer fleißig propagiert.
[...] Mir geht es hier einfach auch um die Überproduktion von Lebewesen.
Dann wende dich doch auch bitte an die, die diese Überproduktion veranstalten: Vermehrer. Bei den seriösen Rassekatzenzuchten bist du da einfach an der falschen Stelle.
Edit:
Ich finde @Dagby hat es super auf den Punkt gebracht.
Ich sehe immer den Punkt kritisch, an dem die reine Optik des Tieres das "Innere" überwiegt, um das es bei der Zucht oft ursprünglich ging - die äußere Beschaffenheit sollte dies dann unterstützen. Leider gestaltet sich bei Ausstellungen und & co gerade eine Beurteilung des Wesens von Katzen extrem schwierig.
Ich finde es völlig legitim wenn jemand sagt, ich möchte Kitten mit einer bestimmten Aktivität, bestimmtem Verhalten, zu erwartenden Größe, die z.B. sehr menschenbezogen sind, kurzes Haar haben, spielfreudig sind und keinen Drang nach draußen haben. Dazu sollen sie noch so gesund wie möglich sein. Diese Garantie kannst du bei Kitten aus dem Tierschutz einfach nicht haben.
Und wenn jemand dann nur genau mit solch einer Katze zusammen leben möchte und nicht mit "irgendeiner", die weder zu der Person noch zu den Umständen passt, dann spricht m.E. nichts dagegen, Kitten von einem Vereinszüchter zu nehmen - SOLANGE es sich um eine Rasse handelt, die nicht durch die Zucht körperlich eingeschränkt ist. Personen, die sagen "ich möchte gerne eine Perserkatze mit plattem Gesicht/Scottish Fold.. weil die ja soo süß aussehen!" ohne sich mit den Konsequenzen für die Tiere auseinandergesetzt zu haben, ja, bei solchen finde ich das Wort "Tierfreund" dann tatsächlich nicht angebracht, genau so wenig wie bei den Züchtern dieser Tiere. (das Beispiel würde sich bei Hunderassen besser verdeutlichen lassen) Da ist einfach schwarz-weiß-Denken bei dem Thema nicht angebracht.
Gerade Katzen und Hunde sind doch Haustiere, mit denen wir irgendwie in einer Symbiose leben. Wir bieten ihnen medizinische Versorgung, eine warme, trockene Unterkunft, volle Näpfe und Beschäftigung. Sie bieten uns entweder "Arbeitsleistung" oder, was heute natürlich häufiger ist, Gesellschaft. An Freigängern sieht man, dass sie dies auch gerne annehmen und nicht dazu 'gezwungen' werden wie so manch anderes Haustier.
In einer "besseren Zukunft" würde es vermutlich nur seriöse Züchter geben, keine "Vermehrer", es gäbe keine genetisch vererbten Krankheiten, so gut wie keine Katzen in den Tierheimen, da die Anschaffung hier *wirklich* gut überlegt war. Bis dahin sollte man doch zumindest die (im Vergleich zur Gesamtkatzenpopulation) wenigen seriösen Züchter nicht verteufeln, ich glaube keiner hat am Ende Lust, sich nochmal jahrhundertelang mit der Katzenzucht auseinanderzusetzen, bis zufällig die "richtigen" Mutationen fallen, dann noch ohne Genschäden, Inzucht und mit passendem Wesen, Verhalten..? ..um für jeden potentiellen Katzenbesitzer ein passendes Tier zu haben.
Stattdessen ist es wesentlich sinnvoller, nicht mehr Katzen vom Vermehrer aufzunehmen, Kastrationspflicht für Freigänger etc. zu unterstützen, um wirklich auch nachhaltig und in der Zukunft gegen die Überpopulation von Katzen vorzubeugen.
Mache ich sonst ja selten, ein Posting im Ganzen zu zitieren, aber ja, genau das trifft den Punkt, Danke dafür ♥!