Ergänzung ()
Am selben Tag, ich hab mich in die Küche begeben, frische Luft schnappen. Die Fenster liegen um 1 Meter 70 hoch am Ende von einen schmalen Gang in der Küche. Ich hab dort den Bereich von einem Eishockeytor abgedeckt und wäre niemals nicht auf die Idee gekommen, dass der Proband sich todesmutig am Feind vorbei in die Freiheit wagen würde.
Gehört hab ich nix, nur gespürt. Eine halbe Drehung und Sichtkontrolle. Nix. Halbe Umdrehung zum Fenster und da hockt oben am Fensterbrett ein roter Popo mit zuckendem Stimmungsanzeiger. Zack, war der Popo mitsamt Kater verschwunden.
Ich bin ins Wohnzimmer gerannt, meinen Herzinfarkt hab ich mitgenommen und fassungslos nach draussen geschaut. Da hockt der Knabe im Garten, schaut links, schaut recht und trabt los. Nix mehr von Panik und "ich muss schon wieder sterben", der ist gemütlich losgezogen.
Ich war mit den Nerven fertig.
Irgendwann kommt er wieder, kontrolliert seinen Ausgangspunkt und geht in die andere Richtung. Nach der Inspektion ist er durchs Fenster gehüpft und hat sich auf meinem/seinem Sofa in meinem/seinem Schlafsack eingerichtet und wohnt seitdem dort.
Sowas ist mit Abstand die dümmste Variante überhaupt. Das darf nicht passieren. Aber, durch seinen Ausflug war sein Gefühl von Bedrohung durch meine Person nicht mehr so schlimm. Das war letztendlich der Startschuss für eine friedliche Existenz miteinander. Er hat zwar nicht mit mir geredet, in seine Nähe hat er mich auch nicht gelassen, mich aber als kontrollierbare Notwendigkeit einstufen können und damit war er zufrieden.
Kaum 3 Jahre später hat er mich in der Früh so gegen 5 aus dem Bett gebrüllt, die sanitären Einrichtungen waren nicht zu gebrauchen und deswegen möge man ihm bitteschön die Tür und das Tor weit öffnen. Es würde zwicken und wäre eilig.
Ich war so stolz auf seinen Mut und bin eiligst aus dem Bett gehüpft, für taumeln war keine Zeit und hab ihn mit "sehrwohl der Herr, wir wünschen gute Verrichtung" in die nachlassende Nacht entlassen.