Dann möchte ich hier mal von Milly berichten, von der nicht nur schönen Geburt und Aufzucht ihrer Baby's, als sogenannter Vermehrer.
Milly wurde mit 12 Monaten das erste Mal rollig und der Gedanke, Milly decken zu lassen, spukte mir bereits im Hinterkopf herum. Nicht um Geld zu machen...ich fand die Vorstellung einfach schön, von meiner für mich so tollen Katze Nachwuchs zu bekommen.
Ich hatte sogar schon Kontakt zu einer Familie mit einem Deckkater aufgenommen.
Dann machte ich aber doch einen Termin beim Tierarzt, für die Kastration, ich hatte nämlich Bedenken, ob ich dem gewachsen bin....war unsicher. Milly wurde aber kurz vor dem Termin wieder rollig, damit war dieser dann erstmal hinfällig, weil während der Rolligkeit nicht kastriert wird....und da entschied ich mich, Hals über Kopf, sie doch decken zu lassen.
Leider völlig uninformiert, blauäugig...kein Gedanke daran, meiner Katze und überhaupt etwas schlechtes zu tun, in dem Glauben, dass schon alles klappen, gut gehen wird.
Zu dem Zeitpunkt war Milly 14 Monate alt. Ich habe ihre Blutgruppe bestimmen, sie vom Arzt durchchecken lassen. Die Blutgruppe vom Kater war ebenfalls bekannt und auch er war laut Tierarzt gesund und wurde auf Erbkrankheiten getestet. Auch wenn das etwas kostspieliger war, als "irgendein Kater", fühlte ich mich so "sicher".
Beim Deckkater, wo Milly 3 Tage war, verlief alles problemlos. Ich wurde regelmäßig mit Fotos, Videos und persönlich informiert, wie es Milly geht.
Als ich sie dann abholte, war ich aufgeregt aber auch etwas sorgenvoll....wie die komplette Trächtigkeit über.
Es entwickelte sich aber alles gut, die Trächtigkeit verlief soweit ohne Probleme. Nur ein Ohrenjucken viel mir bei Milly auf, Mitte/Ende der Trächtigkeit. Ich war damit beim Tierarzt aber Milben wurden ausgeschlossen, eine Entzündung auch. Einen Spot-on lehnte ich ab und "behandelte" die Ohren nur mit säubern und Kokosöl.
Dann am 27.06. begann in den frühen Morgenstunden die Geburt. Milly hat mich geweckt, sich ganz brav in ihre Wurfkiste gelegt (wo sie vorher nie drin lag) und es hat nicht lange gedauert, bis das erste Baby da war. Die Kleine kam mit offenen Augen zur Welt (was mich zuerst garnicht sooo beunruhigte, ich hatte keine Ahnung) und wog nur 60 Gramm. Sie war aber sehr munter/agil also machte ich mir nicht zu große Sorgen. Milly hat das wirklich super gemacht, war sehr ruhig während der Geburt, sie war aber etwas unbeholfen bezüglich des Abnabelns, deshalb habe ich das übernommen. Sie kümmerte sich aber sofort und die nächsten Wehen setzen bald ein. Leider blieb der Kleine vorerst stecken, schaute auch schon ein Stück heraus aber es ging nicht weiter. Ich habe bei einem leider sehr schlechten Tierarzt/Klinik direkt bei mir in der Nähe angerufen, wollte wissen, was ich tun soll...leider konnten sie mir überhaupt nicht helfen aber das ist eine andere Geschichte.
Ich hatte mich bezüglich der Geburt im Vorfeld wirklich sehr viel und gut informiert (mein Schlafzimmer sah aus wie ein Op), ich habe ALLES besorgt, was man brauchen könnte....also versuchte ich zu helfen. Erst mit Vaseline, die ich vorsichtig um das Baby/den Geburtskanal schmierte und als er zur Hälfte rausguckte, zog ich in den Wehen leicht mit. Das ganze dauerte über eine Stunde, dass er teilweise rausguckte, die Fruchthülle war zwischenzeitlich auch schon gerissen und ich habe nicht damit gerechnet, dass der kleine noch lebt...aber das tat er


Er hatte zwar etwas Probleme beim atmen aber nach kräftigen rubbeln, absaugen, ging es ihm gut.
Der dritte, noch ein Kater, kam dann hinterhergeschossen...das habe ich überhaupt nicht mitbekommen.
Da lag plötzlich eine Plazenta und als ich sie verwundert wegnehmen wollte, hang noch ein Baby daran, unter Milly

Die Kater hatten beide etwas über 100 Gramm, also gute Gewichte.
Ich dachte, es wären mehr Baby's, beim Röntgen vor der Geburt sah es so aus...und dann ging die Sorge los, warum nichts mehr passiert!
Also mit der ganzen Familie los in eine andere Klinik, zum Röntgen. Es war natürlich Wochenende und mittlerweile recht spät.
Milly war aber "leer". Nur um die Kleine, Erste, machten sie sich dolle Sorgen und gaben mir nicht viel Hoffnung, dass sie überlebt. Ehrlich gesagt zu meiner Verwunderung...sie war so munter. Ich machte mir mehr Sorgen um den steckengebliebenen, ob er Fruchtwasser geschluckt hat aber sie meinten, da ist alles okay, die Kater sind in einem super Zustand.
Für die Kleine (heisst nun übrigens Suki

) gaben sie mir noch Feuchtigkeitsropfen und eine Vitamin-A Salbe für die Augen mit, meinten aber direkt, dass sie sowas noch nicht gesehen haben und sich nicht damit auskennen.
Also alle wieder nach Hause und erstmal Ruhe für die Mama+Baby's. Milly hat sich gut gekümmert aber wollte mich anfangs immer bei sich und den Baby's haben, hat mich geholt...daher schlug ich mein Lager neben der Wurfkiste auf und informierte mich etwas über die Augengeschichte von Suki. Ich nahm per E-Mail Kontakt zu einer Augenspezialistin auf, hier in Berlin aber leider 1 ½ Std Autofahrt entfernt. Ich beschrieb ihr alles und schickte Bilder (ich weiß, etwas frech) und sie antwortete auch, gab mir den Tipp, Bepanthen Augensalbe reinzutun, mehrmals tägl. Das tat ich aber plötzlich wurde alles schlimmer, die Augen haben sich stark entzündet. Ich war weiter mit der Ärztin in Kontakt und nach einem aktuellen Bild sollte ich schnellstmöglich vorbeifahren. Natürlich musste die gesamte Katzenfamilie mit, die Baby's waren ja erst 5 Tage alt.
Suki hatte wie gesagt schlimme Entzündungen, es haben sich starke Nekrosen gebildet und man musste davon ausgehen, dass sie vielleicht nie sehen kann oder sogar die Augen verliert. Ihr wurden die Augenlider zugenäht/verschlossen. Nur ein Minispalt wurde offen gelassen, für die nötigen Medikamente. Unter anderem Amniontropfen (noch nie gehört), die aus Amnionhülle bestehen und die Augen heilen sollten. Das "Wundermittel" hatte auch einen stolzen Preis, über 100€ für ein Minifläschchen, 5ml.
Aber Suki's Augen wurden besser, "rissen" zwischenzeitlich zwar wieder auf, wurden aber nochmal zugenäht und konnten nach einiger Zeit offen bleiben. Sie konnte/kann sehen und die Augen können erhalten bleiben, Gott sei Dank.
Milly ging es Anfangs gut, bis auf das Ohrenjucken (weshalb wir nochmal eine Probe ins Labor schicken ließen, o.B, keine Parasiten, Pilze, Bakterien...), sie hat alles prima gemeistert, bis sie plötzlich Durchfall bekam. Durch den Flüssigkeitsverlust versiegte bei Milly kurzzeitig die Milch, die Baby's nahmen ab bzw nicht mehr zu. Auch das Zufüttern wollte einfach nicht klappen
Natürlich waren wir beim Arzt, Milly bekam Medikamente (Metamizol, Buscopan, Aufbaumittel für den Darm) aber nach dem Absetzen kam der Durchfall wieder...also wieder die selben Medikamente, später auch Antibiotikum, es half aber immer nur für den Zeitraum der Medikamentengabe. Der Kot wurde ins Labor geschickt, alles o.B., Blut wurde abgenommen, eine leichte
Anämie und erhöhte Nierenwerte wurden festgestellt. Ein Ultraschall wurde gemacht, wo Wasser im Bauchraum entdeckt wurde. Der Verdacht auf
FIP bestand. Also Blutuntersuchung, wo
FIP,
FIV,
FeLV Gott sei Dank ausgeschlossen werden konnten. Was ich mir für Sorgen gemacht habe, könnt ihr euch sicherlich vorstellen

Der Durchfall wurde dann zwar besser, Milch hatte sie inzwischen auch wieder aber plötzlich bekam Milly willkürlich, tägl. wechselnde Ödeme an Ohren, Nase, Wangen, Schläfe, Vorder- Hinterbeinen. Die Ärzte wussten und wissen bis jetzt nicht, woher das kommt. Auch das haben sie noch nie erlebt/gesehen. Wir versuchten es Anfangs mit Allergoval, Fenistil...ich hatte das Futter, speziell Fisch in Verdacht und stellte auf Monoprotein Huhn um -keine Besserung. Dann, weil sie das Futter/Tier noch nie gefressen hatte, auf Mono- Kaninchen...keine Leckereien oder sonstiges zwischendurch aber auch das brachte nichts. Hier in der Wohnung alles neue weggetan...aber es kamen immer wieder Schwellungen. Mittlerweile versuchten wir es mit Cetirizin, ohne Erfolg. Milly fing nun auch an sich doll zu Kratzen, Beissen, teils blutig. Alle hatten einen Stronghold Spot-on bekommen, falls doch unentdeckte Parasiten der Grund sind, das machte den Juckreiz aber eher schlimmer. Die Ärzte haben nun nochmal Blut abgenommen, die Nierenwerte sind wieder okay aber bestimmte Entzündungswerte erhöht. Ausserdem hat sie nach wie vor sehr geschwollene Darmschlingen. Nun, seit 3 Tagen, bekommt sie Cortison und es ist endlich etwas gefunden, das anschlägt.
Natürlich ist das nicht das Ende der Odyssee, denn woran es genau liegt, wissen wir noch immer nicht.
Aber die Angst, was nun wieder anschwillt, ob es diesmal vielleicht der Hals ist, konnte damit etwas genommen werden.
Am Dienstag haben wir wieder einen Termin beim Tierarzt, um nochmal Blut abzunehmen, Ultraschall zu machen und alles weitere zu besprechen.
Suki's Augen hatten sich vor kurzem leider auch nochmal entzündet und es wurde Herpes festgestellt, was sie wohl lebenslang begleiten wird
Woher das kommt, ist fraglich, da Mama ja geimpft ist.
Jetzt, nach der aktuellen Behandlung, sieht aber vorerst alles gut aus.
Ich werde absichtlich nicht so schöne Bilder anhängen.
Vielleicht kann ich dadurch, durch unsere Geschichte den Ein oder Anderen warnen, verständlich machen, dass Katzenbaby's zu bekommen kein Zuckerschlecken ist und nicht nur schöne Seiten hat. Es kann ganz schnell, alles auch ganz anders kommen.
Die Tierarztkosten belaufen sich hier mittlerweile auf knapp 3000€, da sind nichtmal die Impfungen bei und es ist kein Ende in Sicht!
Die Sorgen, der Stress...das ist nicht nur und vorallem für die Katzen schlimm, sonder macht einen auch selber echt fertig....ich habe stressbedingt extremen Haarausfall, habe nurnoch Tierärzte, Katzenkrankheiten im Kopf, meine Kinder kommen zu kurz, das alles ist natürlich auch extrem zeitaufwendig.
Dazu die finanziellen Sorgen.
Ich selber habe mich leider erst nach der Deckung, beim Informationen einholen bzgl. der Trächtigkeit, Geburt, Aufzucht ausführlich mit dem Thema beschäftigt und sehe es heute als einen "Fehler", dass ich Milly habe decken lassen. Fehler in Anführungszeichen, weil ich die Zwerge nun natürlich trotzdem liebe, sie nun, wo sie da sind, nicht mehr missen möchte.
Ich werde, wenn das Zusammenleben unter den Katzen funktioniert, auch alle behalten. Das empfinde ich nun als richtig....und eine Trennung kann ich mir auch nicht mehr vorstellen.
Ich hoffe sehr, mein Beitrag kann etwas helfen und zum Umdenken bewegen, bzgl. der blauäugigen Vermehrung seiner Katze.
Liebe Grüße, Cindy
Ergänzung ()
Hier Suki, bei ihrem ersten Besuch bei der Augenspezialistin...
Ergänzung ()
Und Milly, ein Teil des Verlaufs ihrer Symptome...









