Mein geliebter Joschi,
eigentlich fehlen mir immer noch die Worte.
Im Dezember 2013 bist Du hier als wunderhübsches, fröhliches Kerlchen eingezogen. Und hast getan, was ich so gehofft hatte: Oskar um Deine hübschen Pfoten gewickelt und damit deutlich mehr Ruhe in die zerstrittene Geschwistergruppe gebracht. Du hast Deinen Oskar so sehr geliebt. Als er 2020 plötzlich gegangen ist hast Du sehr lange getrauert. Und nie wieder eine andere Katze in Dein Herz gelassen.
Dafür hast Du Dich, auf Deine eigene Art noch enger an mich gebunden. Wenn Dir danach war hast Du mir mitten in der Nacht unmissverständlich zu verstehen gegeben dass ich jetzt aufzustehen und Dich zu füttern hätte. Wenn Dir danach war bist Du 24 h weg geblieben und hast mein Rufen ignoriert.
Warum Du gestern in all Deiner Not den Weg nach Hause nicht gefunden hast werde ich leider nie herausfinden oder verstehen können. Du hast immer dazu geneigt, Dich draußen zu verkriechen wenn Du krank warst. Wenn Du aber ganz dringend Hilfe gebraucht hast hast du immer den Weg nach Hause gefunden. Nur diesmal nicht.
Auch wenn es mir unendlich leid tut, dass Du einsam in der Dir so verhassten Praxis sterben musstest bin ich doch unendlich dankbar dass ich mich wenigstens von Deiner Hülle verabschieden konnte.
Ich hoffe so sehr, dass Du immer gespürt hast wie sehr Du geliebt wirst. Ich hoffe, dass Du mir meine Fehler verziehen hast. Und vor allem hoffe ich, dass Du wieder bei Deinem Oskar bist und Ihr gemeinsam fröhlich über die Wiese tobt. Seid lieb zu Zoe und lasst es Euch gut gehen. In meiner Seele herrscht eine unerträgliche Fassungslosigkeit und Leere.
