Ein Freund von mir hat eine Rechtsschreibschwäche, zwar nicht ärztlich diagnostiziert aber deutlich erkennbar. Er wird jetzt auch 27. Er hat bis jetzt nichts dagegen getan, dieser Fehlentwicklung entgegenzuwirken. In der Schule habe ich ihn öfter gefragt, was er später im Berufsleben machen will, wenn er mal Geschäftsbriefe schreiben muss o.ä.. Als Ausrede kam "Word hat doch eine Rechtsschreibprüfung". Es ist wirklich schlimm, wenn er was schreibt. Er setzt Satzzeichen und unterscheidet Groß- und Kleinschreibung aber er weiß anscheinend nicht
wann er
was und
wie schreiben muss. Da werden Substantive klein geschrieben, Verben groß, Kommas gibt es nur ab und zu mal und an falscher Stelle... Seit er jetzt arbeitet, hat sich das gebessert. Aber nur durch die ständige unbewusste Übung im Job. Nicht wegen einem freiwilligen Lernwillen... und er ist kein Einzelfall. In den Foren gibt es oft Leute, die schon weit über dem Jugendalter hinaus sind und schreiben wie kleine Kinder oder 14 Jährige. Manchmal bin ich darüber erschrocken.
Ich selber spreche mich nicht frei von Fehlern. Jeder macht auch Rechtschreib- und Grammatikfehler, nicht nur Tippfehler. Ich muss auch dazu sagen, dass ich es in einem Forum nicht immer so ernst nehme, wie in der "Wirklichkeit". Im Internet geben sich doch die wenigsten Mühe, etwas richtig zu schreiben. Aus lauter Faulheit wird erstmal alles konsequent klein geschrieben und als nächstes werden sämtliche Satzzeichen weggelassen. Es gibt sogar Texte, in denen sich der Autor über die heutige "Computer-Internet-E-Mail-Sprache" lustig macht. Finde ihn gerade nicht... aber sehr lustig.
Ansonsten muss ich auch Frank zustimmern, dass vieles mit den Dialekten zusammenhängt. Die Eltern sprechen einen deftigen Dialekt und bringen es den Kindern unbewusst bei, denn Kinder (Kleinkinder) lernen, indem sie zuhören und Laute, Stimmen, Emotionen, Höhen und Tiefen der Stimme warnehmen. Wenn jeder ein wenig darauf achten würde, sich Mühe geben würde Hochdeutsch zu sprechen, könnte man es vielen Kindern später mal leichter machen. Ich habe Aufsätze von Kindern gelesen, in denen sie geschrieben haben, wie sie mit ihrer Umwelt sprechen. Entweder dieser schreckliche Jugendslang oder Dialekt "die wo da rumoxidieren tun" :roll: :lol:
Als ich noch jung war hatte ich einen fürchterlichen thüringischen Dialekt. Den habe ich immernoch, wenn ich es will

Mir hatte mal jemand nach einem Bewerbungsgespräch gesagt, wie unprofessionell es klingt, wenn ich mit meinem Dialekt rede. Es würde einen fast dümmlichen Eindruck vermitteln. Erst war ich beleidigt. Später habe ich mir doch mal Gedanken darüber gemacht. Er meinte nicht, dass ich dumm bin, weil ich aus dem Osten komme, sondern das man lernen kann einen Dialekt zu unterdrücken, wenn man es will und Dialekte ein falsches Bild hinterlassen können... und es klappt gut. Zu House redsch dhüringischs Blatt und sonst Hochdeutsch.
Und sorry liebe Pfälzer, Schwoben und Bayern, Hessen, BWler und NRWler usw., eure Dialekte klingen auch nicht besser :lol: