So, guten Morgen Ihr Lieben..
Tja, Gina... Gestern Nacht hat sie mir plötzlich richtig Sorgen gemacht. Den ganzen Tag über war sie ja schon sehr, sehr ruhig und schlief eigentlich nur. Aber gestern Nacht bin ich nochmal aufgestanden um nach ihr zu sehen (irgendwie habe ich da wohl so langsam einen sechsten Sinn entwickelt...) und fand sie im Klo liegen. Ist ja nie ein gutes Zeichen, insbesondere, da sie das noch nie gemacht hat und dann ausgerechnet jetzt, wo es ihr nicht gut geht...
Also habe ich panisch meinen Tierarzt bzw. seine Frau auf dem Handy angerufen, gemeinsam (über ihre Anweisungen am Telefon) haben wir dann Temperatur, Herzschlag und Atemfrequenz überprüft. Dann hat sie noch ein paar Fragen gestellt, ob Gina sich überhaupt aufrecht halten kann und sonstiges in der Richtung, was ich immerhin bejahen konnte. Wir sind dann so verblieben, dass sie das Handy neben ihr Bett legt und ich mich sofort melde und mit Gina auf den Weg mache, sollte sich das in irgendeiner Weise verschlimmern. Sollte es gleich bleiben, sollte ich dann heute gleich ganz früh in die Praxis kommen. Das hat mir immerhin schon mal etwas Sicherheit gegeben.
Gina ging es dann aber wieder ein wenig besser, eine halbe Stunde später hat sie gefressen und sich dann auch das Gesicht und den Latz geputzt, dann hat sie nochmal einen kleinen Happs nachgelegt. Also bin ich dann einfach wach geblieben, um halbwegs im Blick zu haben, wie sich das so weiter entwickelt *gähn*.
Währenddessen hat sie seelenruhig geschlafen, ab und an mal etwas gefressen und ging auch mal pieseln..
Heute Morgen ist sie zwar immer noch relativ trantütig, zeigt aber auch Interesse an mir und insbesondere daran, dass ich mich immer (aus ihrer Sicht...) im falschen Raum aufhalte :roll: Aber sie frisst halbwegs gut, hat auch getrunken, und schleicht nicht mehr ganz so mitleidserregend durch die Wohnung. Also habe ich, auch wegen des Wetters, entschieden, dass ich erstmal nicht vorbeikommen muss, das ganze aber weiter beobachte und ggf. handle.
...
Jetzt hat mich die TÄ gerade zurückgerufen und wir haben Ginas Situation lang und breit besprochen. Als erstes, auf meinen kleinen Verdacht hin, setzen wir erst einmal die MCP-Tropfen ab, weil Gina sich ja eben schon seit einigen Tagen schlapp gefühlt hat (das war ja der Grund, weshalb ich am Montag mit ihr in die Praxis bin). Möglicherweise verträgt sie die einfach nicht. Und sollte das Erbrechen nicht zurückkehren, ist es ja auch nur gut für ihren Organismus, ein Medikament weniger zu bekommen.
Ferner hat mir die Tierärztin erklärt, dass Gina natürlich seit gestern Morgen eine doch gewaltige Dosiserhöhung des Carbimazol bekommt, was ihr Stoffwechsel auch erst einmal verkraften muss. Ihr Körper ist es ja gewöhnt, mit allen möglichen Mitteln gegen die erhöhten Schilddrüsenwerte anzukämpfen und den Stoffwechsel zu regulieren (was nur eben leider nicht klappt) und der muss sich nun auch erstmal dran gewöhnen, dass er genau das jetzt nicht mehr tun muss. Sie sagte, das kann kurzfristig schon mal zu so einer Krise führen, wie ich sie da gestern Nacht erlebt habe. Es kann auch in den kommenden Tagen nochmal auftreten, das muss ich beobachten. Sie (sie und ihr Mann) werden das Handy immer dabei haben, damit ich mir auch über das Wochenende sicher sein kann, dass Gina im Falle des Falles versorgt ist. Mein Gott, was habe ich für ein Glück!
Ferner hat sie mir noch eine andere Sorge genommen. Ich muss ja im Oktober für einige Tage auf Dienstreise, diesmal kann ich das nicht umgehen. Da Gina sich als so kritisch herausgestellt hat und ja nun auch so viele Medikamente regelmäßig benötigt, kann ich sie nicht in eine Pension geben (wer sagt mir, dass die ihr die Medikamente geben können und wer sagt mir, dass Gina im Notfall medizinisch gut versorgt ist und der Notfall überhaupt erkannt wird...) und auch meine Mutter kann dieser Situation nicht "Herr" werden, das weiß ich und sie auch. Sie hat ja ohnehin schon Angst davor, Gina ein Medikament geben zu müssen, weil sie nicht weiß, ob sie es schafft. Und sie ist ja selber krank. Also habe ich mit der Tierärztin vereinbaren können, dass ich Gina in der Zeit zur stationären Aufnahme in die Praxis bringe. Da auch ein Wochenende betroffen ist, hat sie über weite Strecken die Möglichkeit, sich dort frei zu bewegen und ich weiß, dass sie in jedem Falle medizinisch in den besten Händen ist und ihre Medikamente bekommt. Das hat mir eine unglaubliche Last abgenommen. Es ist mir ganz egal, was mich das kosten wird, sie werden auch eine Vollmacht erhalten, alle ggf. notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Gina zu helfen. Puuuuh *Stirn abwisch*
So, Roman zuende. Das war eine Nacht...
Liebe Grüße!