TIERFÄNGER sind unterwegs

Diskutiere TIERFÄNGER sind unterwegs im Vermisste Katzen Forum im Bereich Pinnwand; Ab spätestens September dürfen gefangene Streuner ganz offiziell für Tierversuche "verwendet" werden. Die EU gibt grünes Licht. So abwegig ist das...
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #62
Ah, sind die blöd, die können doch nicht wissen welche Katze Freilauf hat und welche ein Streuner ist. Also ich bin sprachlos ob Sreuner oder Freiläufer, das geht doch nicht. Man braucht keine Katzen mehr für Tierversuche, so ein quatsch,dass ist Tierquelerei. Oh bin ich froh dass unser nicht raus möchte, der hat Angst vor Draußen, wenn ich die Terassentüre aufmache läuft er rein und versteckt sich unter dem Bett. Bei solchen Geschichten bin ich echt froh darüber. Ansonsten hätte ich ihm gern die Freiheit gegönnt. Er wurde auch als Freigänger vermittelt.Wir hätten ihm auch ein Gehege gebaut. Aber er will nicht.
 
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  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #63
Hmm.. eigentlich wollte ich nicht bei sowas meinen ersten Beitrag hier machen (bin schon ein bisschen angemeldet, wollte aber erst etwas lesen. Aber darum geht's ja jetzt nicht ;-) )
Ich versteh nicht, warum alle immer denken, dass Tiere für Tierversuche draußen eingefangen werden. Grundsätzlich macht ein Tierversuch (wie jeder andere Versuch) nur Sinn, wenn man dabei belastbare Daten erzeugen kann. Die bekomme ich aber ausschließlich, wenn ich Tiere mit 1. bekanntem genetischem Hintergrund einsetze und 2. mit bekanntem Gesundheitsstatus.
Das bedeutet: Wenn ich einen Tierversuch machen wollte und dafür streunende Katzen einsammel, dann würde ich ein Ergebnis bekommen bei dem ich nicht weiß, ob es vielleicht nur so ausgegangen ist, weil die Tiere bereits Vorerkrankungen, Resistenzen oder ähnliches hatten, sodass es von keinem anderen reproduziert werden kann. Ich habe dann also Daten, die ich weder publizieren kann (denn irgendwer macht das sicher nach und wenn der dann was anderes rausbekommt, bin ich der Depp, der nicht mal einen anständigen Versuch mit belastbaren Daten erzeugen kann) noch von meinen erhaltenen Ergebnissen auf irgendwas schließen. Ich habe also Geld investiert für den Versuch (auch wenn ich die Tiere quasi kostenlos "erworben" habe, habe ich Kosten), mit dem ich überhaupt nichts erreichen werde. Auch in der Forschung ist das Geld knapp und auch hier macht man nur Versuche, von deren Ergebnissen man sich was erhoffen kann.
Es gibt eine Ausnahme, bei der Tiere aus der Natur entnommen werden, wenn zum Beispiel untersucht werden soll, ob eine Rattenpopulation in einer bestimmten Gegend Träger von ansteckenden Krankheiten wie z.B. Vogelgrippe ist. Allerdings sind das wirklich Einzelfälle und ist sicher nicht das, was die Leute sich immer vorstellen.
Von Tierversuchen kann man halten was man möchte, aber man sollte nicht denken, dass dafür regelmäßig Leute rausgeschickt werden, die Tiere fangen, welche dann im Labor jämmerlich verenden.
Ich hoffe, mir nimmt keiner übel, dass ich hier jetzt so starte :)
Liebe Grüße,
Frau Flausch
 
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #64
Hallo, Frau Flausch , woher weisst Du so genau Bescheid, arbeitest Du in einer Arzeneimittelfirma oder ähnlicher Branche ?
 
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #65
Ich habe an der Uni erst vor kurzem die Zusatzqualifikation für tierexperimentelles Arbeiten gemacht (was nicht heißt, dass ich später Tierversuche machen werde!) und habe daher zu dem Thema schon einiges gehört und gelesen. Als ich (hier im Forum) von der neuen EU-Richtlinie gehört habe, habe ich mich daher bei der zuständigen Stelle der Uni gleich näher erkundigt welche Folgen das haben könnte und mich näher informiert, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass es viel Sinn macht für Tierversuche Tiere aus der Natur zu entnehmen.
 
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #66
Erst einmal herzlich Willkommen!

Schön wäre es,wenn dem so ist und wirklich nur gezüchtete Tiere in den Versuch gehen.(Nein,falsch ausgedrückt-eigentlich bin ich gegen Tierversuche).Aber wenn man sich intensiver mit dem Thema auseinandersetzt,findet man,wie eben auch im Paragraph 9 deutliche Gesetzeslücken.Wenn nicht genügend Tiere gezüchtet werden ( ca. 2,5 Millionen Tiere im Jahr)kann auf Andere zurückgegriffen werden und da spielt die lückenlose Rückverfolgung keine Rolle mehr.Selbst aus Tierheimen finden Katzen ihren Weg in Labore
(belegt z.B. eine Studie der Uni Gießen in der auch Freigänger und Tierheimkatzen aufgeführt sind).
Und warum wohl soll das Gesetz jetzt dahingehend geändert werden,dass Freigänger generell eingesetzt werden dürfen.Bisher eben 'nur' auf Antrag?
 
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #67
Ich kenne eigentlich keinen Grund warum Katzen überhaupt für Tierversuche nützlich sind. Kann mir Jemand erklären für welche Versuche sie verwendet werden?
 
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #68
Soweit ich weiß, werden Katzen fast nie eingesetzt und das einzige Einsatzgebiet ist die Schlafforschung, weil Katzen eben so viel schlafen im Vergleich zu anderen Tieren. Ich meine es sind unter 0,05 % der Tiere in Tierversuchen.

Smurf, ich kann mir nur schwer vorstellen, warum man einen Versuch mit Tieren aus der Natur machen soll, wenn man nicht genügend Tiere aus der Zucht kaufen kann. Was soll man mit den Daten erreichen? Versteht mich nicht falsch, ich kann die Sorge um die Tiere nachvollziehen! Allerdings bin ich nach dem was ich weiß der Meinung, dass die Gefahr nicht besteht, dass man seine Freigängerkatze an ein Labor verliert. Viel wahrscheinlicher wäre es doch, dass sich Anwohner an den Katzen gestört fühlen und die Katzen daher vielleicht einfangen (was bei diesem Szenario mit den Katzen passieren würde, will ich mir gar nicht vorstellen) oder dass jemandem ein Tier gefällt und er es einfach mitnimmt.
 
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  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #69
Ich gehe nicht davon aus,dass alle Tiere die verschwinden in Laboren landen.Aber sicher ein Teil davon.Und es gibt unterschiedliche Tests,bei denen eine nahtlose Rückverfolgung nicht notwendig ist (z.B Augenverätzung durch Chemikalien)
Noch einmal die Frage: Warum wird das Gesetz geändert?
Und sorry,dass Katzen eher weniger und dann für Schlafstudien herhalten müssen ist leider ein Märchen und das hast du hoffentlich in deiner Fortbildung nicht erzählt bekommen:shock:.(nicht bös gemeint)
Dann kann ich dir u.A die Seite Datenbank Tierversuche empfehlen.Dort werden viele (grausige) Testverfahren an Katzen leider sehr genau beschrieben.
Und wie schon geschrieben,die Uni Gießen hat nachweislich mit Tierheimkatzen und Freigängerkatzen getestet.Traurig aber wahr.
 
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #70
Das das mit den Augen verätzen kann ich mir schon vorstellen, ich finde aber das ist nicht nötig ,solche Stoffe sollten verboten werden. Und erst recht solche Tierversuche.
 
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #71
Ich war der Meinung, dass die Tests an Augen veraltet sind und durch HET-CAM ersetzt wurden. Woher weißt du, dass für Verätzungen an den Augen keine Rückverfolgung nötig ist?
Aber dass Katzen sehr selten eingesetzt werden, ist ja nicht abzustreiten (ich habe gerade einen Blick in den Tierschutzbericht von 2007 geworfen (ich weiß, nicht mehr ganz aktuell, aber den hatte ich grad da) und da sind ca. 0,04 % der eingesetzten Tiere Katzen).
Ich habe gerade auch auf die von dir erwähnte Seite geschaut (ich kannte sie allerdings bereits). Ich bin allerdings da ein wenig kritisch. Wenn die Infos von Tierversuchsbeführwortern kommen, sind sie teilweise verharmlost, genauso wie sie dramatisiert werden, wenn sie von Tierversuchsgegnern kommen. Die Wahrheit ist schwer zu finden. Ich werde mich aber nochmal weiter einlesen :)
Mich würde interessieren, wann und welche Versuche die Uni Gießen mit Katzen gemacht hat. Hast du mir dazu vielleicht einen Link? Oder einen Artikel (gerne auch als PN). Es würde mich ehrlich interessieren :)

Ich wollt nochmal sagen, dass ich hier keinen Streit möchte. Ich weiß, das ist ein sehr emotionales Thema und möchte mich darüber mit euch aber sehr gern austauschen :)
 
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  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #72
Ne,doch kein Streit.Wie du schon schreibst,ein sehr emotionales Thema.Aber wert sich darüber auszutauschen,verschiedene Sichtweisen zu lesen und evtl.das ein oder andere dazuzulernen, oder?
Das mit den Chemikalien stammt aus einem Bericht über Reach,den ich im Moment nicht finde,sorry(werd bei Gelegenheit nachschauen).
Die Info,die ich habe lautet,dass BAYER 2010 0,5 Prozent ihrer Versuche an Hunden und Katzen durchgeführt haben.Und das bezieht sich nur auf Bayer.Und zu den Dartsellungen auf der Versuchsdatenbank ist zu sagen,dass dort die Versuche für Laien verständlich übersetzt sind.Die einzelnen Fachartikel aber auch im Orginal nachgelesen werden können.Veröffentlichung der Versuche ist immer angegeben.
So,jetzt zu meinem Wissen den PC betreffend : Ich kann leider nicht verlinken :-?,sorry.Aber gib mal bibd.uni-gießen.de ein (Pathologie).
Aber mal interessehalber : Was hast du beruflich vor und wozu diente diese Ausbildung? (Musst du nicht beantworten,wenn dir das zu persönlich ist;-))Und hast du Katzen?
 
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #73
Meiner Auffassung nach haben Menschen grundsätzlich kein Recht, Tiere grundlos zu quälen oder gar zu töten. Leider aber kommt das in der Realität viel zu oft vor und es ist mehr als traurig, dass der Spaß daran in vielen Fällen einziger Grund ist.

Aber Tiere fressen andere Tiere oder töten sie, um ihren Nachkommen Nahrung zu geben. So ist der Ablauf in der Natur und das ist bestimmt in Ordnung. Menschen essen Tierfleisch, Vegetarier lehnen das ab - beides ist also ok und jeder sollte den anderen respektieren; das geschieht auch in der Regel.

Und, uns Menschen - zumindest in der westlichen Region, geht es in der heutigen Zeit meist doch recht gut. Das hängt aber nicht nur mit unserem Wohlstand zusammen, mit unserer guten und ausreichenden Nahrung, sondern auch mit der zwischenzeitlichen sehr guten medizinischen und pharmazeutischen Versorgung zusammen. Wenn ich mir vorstellen würde, dass ein naher Angehöriger oder gar ein Kind von mir, von einer schweren Krankheit betroffen wird, z.B. Krebs, Leukemie, MS, schlimme Allergien, Depressionen, ........., dann wäre ich äußerst dankbar wenn geholfen werden kann. Mit Hand auflegen nur, wird das meist nicht gelingen, zur Gesundung wird in der Regel auch ein Medikament nötig sein. Bevor dies aber an einem Menschen ausgetestet wird, sollte dies in einem Tierversuch erfolgt sein. Respekt also vor den grundsätzlichen und heftigen Gegnern von Tierversuchen, die lieber selbst krank bleiben, sterben oder einen erkrankten Angehörigen unbehandelt lassen, damit keinem Tier etwas geschieht.

Aber jetzt wieder vollig ernsthaft: Jedes Tier, jedes Leben verdient Respekt. Keines davon darf unnötig gequält oder getötet werden. Wir brauchen strenge Kontrollen, die es meines Wissens nach aber schon gibt. Wenn Tierversuche umgangen werden können, dann sollte auch dieser Weg beschritten werden.
 
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #74
Hallo,Mensch!
Leider sind die Kontrollen aber meiner Meinung nach zu lasch.Wozu muss Kosmetik getestet werden?Wozu zig Tierversuche,die nachweislich nicht auf den Menschen übertragbar sind(z.B Contergan)?
Wozu die ganzen toten Tiere am Beispiel Reach?
Wozu Versuche mit Katzen die dem Menschen so unähnlich sind?Mir bleiben da zu viele Fragen offen...
Und wieder die Frage: Wieso soll das Gesetz geändert werden?Reichen die Nachzuchten nicht mehr aus?
 
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #75
Hallo Smurf,

woher weißt du, dass die Kontrollen zu lasch sind? Die Auflagen für Versuche im Tierschutzgesetz sind recht hoch. Aber natürlich gibt es überall und in allen Gesellschaftsbereichen "Schwarze Schafe", die natürlich auch bestraft gehören, ohne aber dass sogleich alles in Frage gestellt wird.

Jeder wissenschaftliche Versuch an Tieren - und nur solche sind legitim - ist mit Kosten in nicht geringer Höhe verbunden. Dabei sind die Anschaffungskosten für ein Tier bestimmt die kleinsten Aufwendungen. Glaubst du wirklich, es werden Versuche durchgeführt, die wie du sagst "nachweislich nicht auf den Menschen übertragbar sind"? Wer sollte das finanzieren?

Wo ist das Problem, wenn künftig eine wild lebende Ratte gefangen wird, um an ihr zu testen, inwieweit diese Krankheiten übertragen kann? Für mich völlig ausgeschlossen ist, dass vermummte Tierfänger nächtens und heimlich Schmusekatzen einfangen. Es wäre nur eine Frage der Zeit, bis ein solcher Vorgang mediengerecht ausgeschlachtet würde. Welcher Pharmakonzern könnte sich soche Schlagzeilen erlauben?
 
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #76
Ich schrieb,die Kontrollen sind meiner(!) Meinung nach zu lasch.Ich brauche keine z.B.Kosmetiktests.Und auch viele andere Tests nicht ( ich rede nicht von allen!).Contergan wurde im Tierversuch getestet (kann man nachlesen) und hat nichts gebracht.Warum?Das ist dann nicht weiter erforscht worden.Und da gibt es noch andere..schau dich mal im www um.Ist ja heutzutage Gott sei Dank alles nachzuvollziehen.
Und wenn du dir die neue Gesetzesvorlage genau durchgelesen hast,hast du gelesen,dass sie sich u.A auch auf Streuner und verwilderte Haustiere bezieht.Und auch jetzt schon den Freiraum lässt,diese auf Antrag einzusetzen.Und das ist sehr schwammig formuliert,oder??
Dann kommt bei mir noch die Frage auf,wer die ganzen Katzenzuchten,die für die Labore züchten kontrolliert?
 
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #77
Eigentlich wollt ich grad ins Bett, aber ich schreib jetzt doch noch kurz was zum Thema Kosmetik.
Laut Tierschutzgesetz ist es eigentlich nicht erlaubt für Kosmetika Tierversuche durchzuführen, bzw. ist es nur in Einzelfällen und mit aufwändig zu erlangenden Genehmigungen erlaubt.
(5) Tierversuche zur Entwicklung von Tabakerzeugnissen, Waschmitteln und Kosmetika sind
grundsätzlich verboten. Das Bundesministerium wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit
Zustimmung des Bundesrates, im Falle von Kosmetika im Einvernehmen mit dem
Bundesministerium für Gesundheit, Ausnahmen zu bestimmen, soweit es erforderlich ist, um
1. konkrete Gesundheitsgefährdungen abzuwehren, und die notwendigen neuen
Erkenntnisse nicht auf andere Weise erlangt werden können, oder
2. Rechtsakte der Europäischen Gemeinschaft durchzuführen.

Ein Problem hier ist allerdings, dass das Gesetz hier vielleicht manchmal zu leicht umgangen werden kann, indem behauptet wird, dass zu medizinischen Gründen getestet werden muss.
Ich bin hier auch für eine noch strengere Regelung.
Es stimmt, dass vom Tiermodell nicht grundsätzlich auf den Menschen geschlossen werden kann. Eine Ratte ist nunmal kein Mensch. Wenn jetzt allerdings ein neues Medikament entwickelt wird (fiktives Beispiel), welches an Ratten getestet wurde und von den Tieren sterben nun einige an den Nebenwirkungen, dann ist es mir doch lieber, dass es nicht direkt am Menschen getestet wurde. Vieles unterscheidet sich zwischen Tier und Mensch, aber nicht alles. Man kann also nicht sagen, dass Tierversuche überflüssig sind, weil dadurch gar keine Erkenntnisse gewonnen werden können. So wäre die Aussage nämlich auch nicht korrekt.
Ich bin der Meinung, dass die Entwicklung von Ersatzmodellen sehr wichtig ist und freue mich über jeden Tierversuch, der durch ein Ersatzmodell ersetzt werden konnte. Momentan sind wir aber leider noch nicht so weit, dass gänzlich verzichtet werden kann.
Je mehr man über die Funktionsweise des menschlichen und tierischen Körpers weiß, desto besser kann man auch abschätzen, ob ein Tierversuch ein relevantes Ergebnis bringen würde oder nicht. Als die Versuche zu Contergan gemacht wurden, war das Wissensstand noch nicht derselbe, wie er heute ist. Ich denke (wissen kann ich es nicht), dass die Schlussfolgerungen heut vielleicht anders wären. Wie schon gesagt: Vom Tiermodell auf den Menschen zu schließen ist und bleibt kritisch. Aber die Alternativen sind momentan einfach noch nicht ausreichend ausgereift und es ergeben sich zumindest Indizien.
Ich finde allerdings, dass darauf geachtet werden muss wie groß der zu erwartende Nutzen und wie groß die zu erwartenden Leiden für die Tiere sind (laut TSchG sollte das ja aber selbstverständlich sein).
Ich denke, wir wollen hier alle nicht, dass Tiere unnötig leiden oder gequält werden :)
Die neue, gelockerte ("schwammige") Formulierung sollte wohl zur Erleichterung sein, wenn an wildlebenden Populationen Krankheitsüberträger erforscht werden sollen. Aber nicht, damit Tiere zur Medikamentenforschung im Labor landen. Wie schon gesagt: eine ordentlich forschende Einrichtung wird sich hüten Tiere mit unklarem Gesundheitsstatus in ihre Tierhaltung überhaupt erst aufzunehmen oder gar mit den Tieren zu forschen.

Smurf, ich studiere technische Biologie. Was ich später machen möchte, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht genau. Ich bin noch auf der Suche nach der Erleuchtung ;-) Und ja: ich habe zwei Katzen und auch noch drei Kaninchen und ich kann gut verstehen wie es ist, wenn man sich um das Wohl seiner Tiere (und der Tiere allgemein) sorgt.

Was ich auch noch loswerden wollte: Tierversuch ist nicht gleich Tierversuch. Nicht jeder Tierversuch ist mit Leiden für die Tiere verbunden.

Ich hab jetzt sicher noch was vergessen, das ich schreiben wollte, aber es ist ja jetzt auch schon spät :)
 
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #78
Smurf, ich hab jetzt mal angefangen, die Doktorarbeit an der Uni Gießen zu lesen, bin aber noch nicht durch- Ich weiß nicht, ob ich das heut noch schaffe (muss noch anderes erledigen), werd das aber auf alle Fälle in den nächsten Tagen vollends lesen!
Nur kurz dazu: Es sollte ein Impfstoff für Katzen getestet werden. Ich weiß jetzt noch nicht, wie die Versuchsbedingungen waren, aber dass für so einen Versuch dann Katzen herangezogen werden, erscheint mir ehrlich gesagt als logisch. Wie sollte man es sonst machen, wenn die Krankheit nur bei Katzen auftritt?
Die Tierheimkatzen dienten nicht als Versuchstiere selbst, sondern als Überträger der Krankheit (korrigiere mich bitte, wenn ich es falsch gelesen haben sollte) und die eingesetzten Versuchstiere waren gezüchtet Katzen für Tierversuche aus den USA. Das soll jetzt NICHT heißen "wenn's extra Versuchstiere waren, ist es ja nicht so schlimm", sondern "für den eigentlichen Versuch wurden SPF (spezifiziert pathogenfreie) Tiere benötigt, die man eben NICHT als Wildfang bekommt.
Wie gesagt, ich muss mir das in Ruhe mal durchlesen. Dann kann ich mehr sagen. Vllt bin ich am Ende der Arbeit ganz anderer Meinung.
 
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #79
Hallo!
Ich stehe auch auf dem Standpunkt,dass Tierversuche strenger kontrolliert werden müssen und Schlupflöcher nicht möglich sein dürfen.Und eben sehr viel mehr Geld in Alternativen gesteckt werden müsste.
Wenn ich aber im Internet in manchen Studien und Dessertationen lese,dass (gerade in der Ausbildung) Doppelungen auftreten,frage ich mich,warum das nicht strikt abgelehnt wird.Oder Forschungsarbeiten zum Thema : Wie verhalten sich Kühe,wenn sie verdorbene Silage fressen müssen.Da gibt es die dollsten Themen,die meiner Meinung nach nichts mehr mit der Forschung für Pharmazie und Bekämpfung von Krankheiten zu tun haben.
In der Studie der Uni-Gießen wurden Trägertiere aus Tierheimen verwand.Dieses wurden großem Stress,vielen Untersuchungen und Verletzungen ausgesetzt (logisch bei großer Gruppenhaltung).Und meiner Meinung nach wird ja zugegebne,dass der Stress dann eben auch zur Infektion führt.In der Tabelle ist aufgelistet,woher die Tierheimtiere stammen ( Freigänger,Streuner und Wohnungshaltung).Gut,viele haben überlebt und wurden vermittelt-aber muss das sein( Gibt ja nun schon einige Versuche zu dem Thema)...
Ich kann eben einfach nur nicht nachvollziehen,dass das Gesetz in dieser Form geändert werden soll.Das geht für mich in die falsche Richtung.
 
  • TIERFÄNGER sind unterwegs Beitrag #80
Hallo,
hab bisher nur mitgelesen und bin keine Tierschützerin und nicht aus der Medizin oder Forschung, einfach nur eine Katzenliebhaberin, nein, generell tierlieb.

Es dreht sich mir aber der Magen um, wenn ich das Wort "Tierversuch" lese. Wenn ich mir vorstelle, was diese Tiere an Streß und bestimmt auch Schmerzen aushalten müssen, dann könnte ich verrückt werden und kriege eine verdammte Wut, daß nicht das ganze Geld in die Alternativforschung gesteckt wird.

Habe auch schon einmal vor einiger Zeit einen Film gesehen, wo Versuche mit Affen gemacht wurden und mußte abbrechen, weil mir die Tränen gekommen sind.

Katzen sind sehr sensible Tiere und da kann ich mir sogar vorstellen, daß die besonders leiden in den Versuchslaboren.
Ich kann da auch einfach nicht sagen: Ok, manchmal geht es nicht anders.
Wie weit geht das eigentlich zurück, wer ist denn auf diese Idee gekommen, an Tieren Test´s zu machen oder zu "forschen"?

Bei der Ernährung unserer Tiere achten wir auch sehr darauf, daß es ohne Tierversuche entwickelt und hergestellt wurde. Und daran sieht man, daß es auch ohne möglich ist.
Auf manchen Kosmetika steht es, glaub ich, auch drauf, daß es ohne TV hergestellt wurde.
So sollte es evtl. überall sein.
Ja, die Kontrollmechanismen sind wahrscheinlich sehr lasch und die Gesetze wie Gummiband dehnbar und anwendbar.

Wir dürfen nie vergessen, es geht um Lebewesen, die leiden und fühlen können, wie der Mensch!

LG Ilona
 
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