Eigentlich wollt ich grad ins Bett, aber ich schreib jetzt doch noch kurz was zum Thema Kosmetik.
Laut Tierschutzgesetz ist es eigentlich nicht erlaubt für Kosmetika Tierversuche durchzuführen, bzw. ist es nur in Einzelfällen und mit aufwändig zu erlangenden Genehmigungen erlaubt.
(5) Tierversuche zur Entwicklung von Tabakerzeugnissen, Waschmitteln und Kosmetika sind
grundsätzlich verboten. Das Bundesministerium wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit
Zustimmung des Bundesrates, im Falle von Kosmetika im Einvernehmen mit dem
Bundesministerium für Gesundheit, Ausnahmen zu bestimmen, soweit es erforderlich ist, um
1. konkrete Gesundheitsgefährdungen abzuwehren, und die notwendigen neuen
Erkenntnisse nicht auf andere Weise erlangt werden können, oder
2. Rechtsakte der Europäischen Gemeinschaft durchzuführen.
Ein Problem hier ist allerdings, dass das Gesetz hier vielleicht manchmal zu leicht umgangen werden kann, indem behauptet wird, dass zu medizinischen Gründen getestet werden muss.
Ich bin hier auch für eine noch strengere Regelung.
Es stimmt, dass vom Tiermodell nicht grundsätzlich auf den Menschen geschlossen werden kann. Eine Ratte ist nunmal kein Mensch. Wenn jetzt allerdings ein neues Medikament entwickelt wird (fiktives Beispiel), welches an Ratten getestet wurde und von den Tieren sterben nun einige an den Nebenwirkungen, dann ist es mir doch lieber, dass es nicht direkt am Menschen getestet wurde. Vieles unterscheidet sich zwischen Tier und Mensch, aber nicht alles. Man kann also nicht sagen, dass Tierversuche überflüssig sind, weil dadurch gar keine Erkenntnisse gewonnen werden können. So wäre die Aussage nämlich auch nicht korrekt.
Ich bin der Meinung, dass die Entwicklung von Ersatzmodellen sehr wichtig ist und freue mich über jeden Tierversuch, der durch ein Ersatzmodell ersetzt werden konnte. Momentan sind wir aber leider noch nicht so weit, dass gänzlich verzichtet werden kann.
Je mehr man über die Funktionsweise des menschlichen und tierischen Körpers weiß, desto besser kann man auch abschätzen, ob ein Tierversuch ein relevantes Ergebnis bringen würde oder nicht. Als die Versuche zu Contergan gemacht wurden, war das Wissensstand noch nicht derselbe, wie er heute ist. Ich denke (wissen kann ich es nicht), dass die Schlussfolgerungen heut vielleicht anders wären. Wie schon gesagt: Vom Tiermodell auf den Menschen zu schließen ist und bleibt kritisch. Aber die Alternativen sind momentan einfach noch nicht ausreichend ausgereift und es ergeben sich zumindest Indizien.
Ich finde allerdings, dass darauf geachtet werden muss wie groß der zu erwartende Nutzen und wie groß die zu erwartenden Leiden für die Tiere sind (laut TSchG sollte das ja aber selbstverständlich sein).
Ich denke, wir wollen hier alle nicht, dass Tiere unnötig leiden oder gequält werden

Die neue, gelockerte ("schwammige") Formulierung sollte wohl zur Erleichterung sein, wenn an wildlebenden Populationen Krankheitsüberträger erforscht werden sollen. Aber nicht, damit Tiere zur Medikamentenforschung im Labor landen. Wie schon gesagt: eine ordentlich forschende Einrichtung wird sich hüten Tiere mit unklarem Gesundheitsstatus in ihre Tierhaltung überhaupt erst aufzunehmen oder gar mit den Tieren zu forschen.
Smurf, ich studiere technische Biologie. Was ich später machen möchte, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht genau. Ich bin noch auf der Suche nach der Erleuchtung ;-) Und ja: ich habe zwei Katzen und auch noch drei Kaninchen und ich kann gut verstehen wie es ist, wenn man sich um das Wohl seiner Tiere (und der Tiere allgemein) sorgt.
Was ich auch noch loswerden wollte: Tierversuch ist nicht gleich Tierversuch. Nicht jeder Tierversuch ist mit Leiden für die Tiere verbunden.
Ich hab jetzt sicher noch was vergessen, das ich schreiben wollte, aber es ist ja jetzt auch schon spät
