Jetzt möchte ich auch ganz gerne meinen Senf abgeben
Ich entschuldige mich schonmal im Voraus, falls es ein langer Text wird..
Ich habe Katzen schon immer geliebt und hatte bei meiner Mutter daheim auch immer Katzen zuhause, die immer von einem Bauernhof kamen (ich bin auf dem Land groß geworden, wo sowas normal war).
Als ich dann ausgezogen bin mit 17 wollte ich auch Katzen haben, hab mir aber nie Gedanken drüber gemacht ob nun Rassekatze oder "Bauernkatze", hauptsache sie passt zu mir.
Letztes Jahr im Februar bin ich mit meinem Freund zusammengezogen und er meinte dann so als "Begrüßungsgeschenk" für mich, wird er mir den Traum von einer Katze erfüllen. Also sind wir zu einem Gnadenhof (deshalb, weil ich dachte ich tue eine gute Tat, indem ich ein Kätzchen hole, das kein Mensch haben will), ca. ne Std. von uns weg, gefahren und haben uns unseren kleinen Krümel ausgesucht. Allerdings, was wir nicht wussten, er war schwer krank. Hatte Parasiten ohne Ende. Extrem hartnäckige im Verdauungstrakt. Wir hatten ihn 3 Monate (er war schätzungsweise 5-6 Monate alt) und waren mind. jeden zweiten Tag (!) beim Tierarzt und haben die Krankheit nicht in den Griff bekommen. Zum Schluss war es so extrem schlimm, dass er seinen Durchfall überhaupt nicht mehr halten konnte und ständig was verlor und geschrien hat wenn das passiert ist und sein Po war auch schon komplett wund. Er hat sehr stark abgebaut. Also entschieden wir uns schweren Herzens dazu, ihn weiter zu vermitteln, wo er Freigang hat (was uns nicht möglich war, weil wir zu der Zeit in einem mehrstöckigen Haus wohnten mit Hauptstraße direkt vor der Haustüre). Er blieb aber in der Familie, kam zu meinen Schwiegereltern. Nach 2 Wochen Freigang, Schonkost und weiterer Behandlung vom Tierarzt waren die Parasiten weg.
Danach hab ich für mich gesagt, ich glaube er hat wirklich den Freigang gebraucht um gesund zu werden. Deshalb entschied ich mich eine Rassekatze zu holen, da ich gehört habe, sie seien für Wohnungshaltung besser geeignet, als Lastramis und seien gesünder, weil sie von erbfehlerfreien Zuchten kommen.
Ich wollte mir aber Zeit lassen. Seit Oktober wohnt nun meine Pflegekatze bei mir. Und mit ihr wurde ich sofort warm. Wunderschön und vom Charakter her die perfekte Katze für mich (ich brauch dieses beschmust und gebraucht werden einfach, warum, gehört hier nicht hin). Da sie zwar keine reinrassige Norwegerin ist, aber diese Rasse in ihr stark ausgeprägt ist, habe ich mich entschieden, Norweger zu holen.
Also hab ich zahlreiche Züchter in ganz Deutschland erst mal durchforstet, auf den Homepages und auch angerufen. Leider war weder vom Optischen als auch vom Charakter her eine passende Katze dabei. Also hab ich einfach mal auf gut Glück Internetanzeigen durchforstet und hab meine perfekte Katze gefunden. Bin hingefahren und dann saß sein Bruder auch noch da. Ich war den ganzen Tag dort bei den Leuten und hab mich mit den Katzen beschäftigt und es hat alles perfekt gepasst. Ich bereue diese Entscheidung bis heute nicht.
Allerdings, habe ich damit wieder kranke Tiere heim geholt, einer ist sogar taub. (Ja, ich war dämlich zu glauben, dass alle Rassetiere einer super Zucht entstammen und gesund sind). Es war ein langer und teurer Kampf, aber jetzt gehts ihnen super. Aber genau aus dieser Erfahrung heraus (auch, weil ich mich mit Vermehrern und Schwarzzuchten etc. mehr auseinander gesetzt habe als davor, also was eigentlich gegen Null ging) würde ich nie, nie mehr eine Katze "von Privat" holen. Ich habe aus meinen Fehler gelernt.
Und wegen dem Geld. Wenn ich alles zusammenrechne, was ich bis jetzt für meine beiden "Rassetiere" ausgegeben habe, hätte ich mir locker 2 Tiere von einem seriösen Vereinszüchter leisten können. Also zahlen muss man in den meisten Fällen so oder so. Entweder man zahlt mehr bei der Anschaffung und hat danach kaum Probleme mit ernsthaften Erkrankungen oder man spart an der Anschaffung, dafür werden die Behandlungskosten immens und man unterstüzt auch noch diese Vermehrer. (Natürlich nicht pauschal gesagt, aber oft ist es eben so, wenn man Katzen "von Privat" holt, wo man nichts über die Gesundheit und der Genetik weiß).
Jetzt ist es nunmal so, dass ich mir wirklich gerne ein Tier aus einem Tierheim, Tierschutz oder anderen Pflegestellen holen möchte. Mein Traum von einer roten Katze, habe ich nie aufgegeben und werde ich mir auch noch erfüllen, sobald meine Pflegekatze nicht mehr hier ist. (3 Katzen finde ich persönlich eine sehr schöne und passende Zahl).
Ich möchte eine gute Tat vollbringen. Ich habe freiwillig im Tierheim gearbeitet (leider nicht mehr, aus Zeitmangel) und hab diese ganzen hilflosen, verschmusten, eingeschüchterten, liebenswürdigen Tiere gesehen und für mich entschieden, deshalb wird meine nächste Katze auf jeden Fall von einer Pflegestelle kommen. Aber nur wenn ich von vornherein weiß, dass sie für Wohnungshaltung geeignet ist.
Irgendwann in meinem Leben werde ich mir eine Siamkatze zulegen, wann das weiß ich nicht. Wenn die Zeit reif ist werde ich das wissen. Aber dann werde ich auf jeden Fall zu einem seriösen Vereinszüchter gehen.
So, lange Rede, kurzer Sinn:
Wer rassetypische Eigenschaften haben möchte sollte zu einem seriösen VZ gehen, derjenige der sagt, er legt auf sowas keinen Wert sollte ins
Tierheim gehen.
Aber auf keinen Fall "von Privat" oder von Vermehrern/Schwarzzüchtern.
Was letztendlich richtig oder falsch ist, muss jeder Einzelne für sich selbst klären.