Hallo zusammen
mit Bedauern habe ich diesen Thread gelesen.
Es wurde hier bemängelt, dass man mit Mitleid versucht Spenden zu bekommen. Spenden, welche auch in Deutschland notwendig wären, da das Tierleid hier auch vorhanden ist.
Ich möchte dies keineswegs leugnen. Ich bin letzthin über die Zahlen eines deutschen Tierheims gestolpert. Die Ausgaben beliefen sich für ein Jahr auf rund 5 Millionen Euro. vermittelt hat das Tierheim zwischen 500 und 600 Tiere. Eine stolze Zahl und dank an jeden Spender, der diese hervorragende Arbeit unterstützt hat. Nur dank diesen, welche ev. eben dann halt nicht ins Ausland gespendet haben, konnten diesen Tieren hier geholfen werden. Wobei hier auch zu sagen ist, dass das Tierheim auch Tiere aus dem Ausland vermittelt.
Das PAD vermittelt pro Jahr etwa 600 bis 700 Tiere. Bei den Katzen werden ca. 70% vor Ort vermittelt. Bei den Hunden kann ich es Euch nicht sagen. Das Budget des PAD liegt bei ca. 200'000 Euro.
Es wurde bemängelt, dass man mit schockierenden Bildern versucht Hilfe zu erlangen. Ich verstehe eigentlich nicht so richtig, was daran so schlecht, schlimm, oder was auch immer ist. Ich glaube, bei der grossen Überschwemmung in den 90ern der Elbe (korrekter Strom?) wurde auch mit solchen Bildern Spenden gesammelt. Ist es nicht eher üblich, dass man kurzfristig mit schlimmen Bildern spenden sammelt? Tsunami, Erdbeben, Überschwemmungen..... Was für Bilder wünscht ihr Euch denn?
Ich kann Euch gerne andere liefern:
Pietro hat überlebt, weil er schon um den 10. Dezember vermittelt worden ist.
Hier seine "Zellenkollegen". Wer von den 4 bis Dato nicht vermittelt war, ist heute tot. Ganz sicher tot ist der kleine
Siam. Der hätte hier ein Zuhause gehabt.
Diese 4 haben überlebt. Ihr Käfig war nicht am Boden
Diese drei sind tot, ausser sie sind vorher vermittelt worden.
So sah das Aussengehege vorher aus. ca. 20 Katzen mussten sich auf dem hinteren Holshäusschen oder auf dem Dach dieses Geheges retten. Wenn es alle überlebt haben. Der Kater auf dem Stuhl mit dem hellblauen Teppich hat ein ganz schlimmes Auge nun. Da ich Euch nicht mit solch schlimmen Bildern belasten möchte, zeige ich es nicht.
Währenddem unter ihnen die anderen Kitten ertranken, blieben sie am Leben.
ob sie überlebt hat, weiss ich noch nicht. Auch sie sass in einem unteren Gehege. Wahrscheinlich ist sie tot.
Es wurde bemängelt, dass es keine Argumente oder zuwenige, oder zuwenige wirklich gute Argumente gäbe, um den Tieren im Ausland zu helfen. Die Argumente nur den Tieren in Deutschland zu helfen sind, so wie ich es sehe, auch nicht gerade berauschend. Es soll hier kein Pro und Contra entstehen, trotzdem möchte ich hier doch auch noch einige Gründe auflisten, weshalb ich lieber den Tieren in Spanien helfe:
Die Menschen vor Ort stecken mehr Herzblut in ihre Arbeit. Ich kenne niemanden hier, der mehr als 50 Tiere alleine versorgt, nur um sie zu retten und gut zu vermitteln.
Die Menschen vor Ort sind dankbar für die Hilfe aus dem Ausland.
Wenn ich dort in ein Tierheim gehe, dann bekomme ich ohne wenn und aber ein Tier. Was auch nicht nur positiv ist.
Tiere, die ich in einem ausländischen Tierheim finde, sind selten gestört.
Jedem Tier wird eine Chance gegeben, auch den behinderten und chronisch kranken.
private Tierschützer töten keine Tiere (ausser kranke, welchen nicht mehr geholfen werden kann)
Mit wenig Geld wird viel geleistet.
Der Tierschutz in den Schulen ist präsenter als hier.
Die Tiere sind dankbar, wenn sie ein Zuhause bekommen.
Ich hatte Chantal mehrfach am Telefon und sie hat über Tage wohl mehr oder weniger geheult. Jemand, der soeben alles selber verloren hat und auch eigene Tiere, sich trotzdem um weitere hunderte Tiere kümmert, organisiert, springt und macht, solche Menschen haben meiner Meinung nach etwas mehr Achtung und Respekt verdient. Egal in welchem Land sie leben. wenn man sowas erlebt, solche Menschen kennenlernen durfte, kann man sich im eigenen Spiegelbild nur beschämend betrachten.
Es ist nicht notwendig, dass ihr dem Mitleid, welches die ersten Bilder bei Euch ausgelöst hat, nachgebt und spendet. Ihr könntet jedoch Würde, Achtung und Respekt zeigen, wenn ihr Eure Wortwahl etwas ändern würdet und dieser Arbeit, an der wohl jeder, der hier gepostet hat, zerbrechen würde, somit mehr Wohlwollen entgegenbringt. Denn die Arbeit all der Menschen, welche wirklich an der Front arbeiten, in Tötungen gehen und so über Leben und Tod entscheiden, diese Arbeit verlangt schlicht und einfach unmenschliche Kräfte ab. Alle, die so was nicht selber erlebt haben, können wohl nur einen winzigen Bruchteil davon erahnen. Ich glaube nicht, dass es viele Tierheimmitarbeit hier gäbe, welche solche eine Arbeit über längere Zeit erfolgreich verrichten könnte.
Ich wünsche dem PAD viele Spenden und freue mich, dass nächstes Jahr doch einige reservierte Katzen in ihr Zuhause ziehen dürfen.