....stimmt, man muss weiterleben und weiter funktionieren.
Morgens mit gutem Gewissen in den Spiegel schauen können.
Sylvia, ich glaube hier gibt es niemanden der dir vorwerfen würde du hättest Zoe gehen lassen, weil dir das Ganze zu viel wurde und du nicht mehr die Kraft hattest weiter zu kämpfen.
Falls es doch jemand wagen sollte kriegt der/diejenige es mit mir zu tun. Das ist keine Drohung, sondern eine Warnung.
Egal wie du dich entscheidest, es ist deine Entscheidung. Nur wenn du diese Entscheidung triffst solltest du folgende Punkte und deinen Entschluss mit einfließen lassen.
Du hast noch zwei andere Katzen um die du dich kümmern musst.
Du musst dich auch um dich selber kümmern, zumal du gesundheitlich ziemlich angeschlagen bist und jetzt bestimmt auch weiter abgenommen hast.
Was passiert mit Oskar und Joschi wenn du umfällst und ins Krankenhaus muss, von Zoe mal ganz abgesehen.
Du hast Zoe einmal das Versprechen gegeben, dass sie nicht leiden muss.
Ich kann dies aus der Ferne nicht beurteilen und die Tierärzte haben dir ja auch versichert, dass sie keine Schmerzen hat.
Ach verdammt ich kann nachvollziehen wie du dich fühlst. Es ist einfach zum kot...zen.
Weißt du bei Shanks habe ich mir im Nachhinein den Vorwurf gemacht, dass ich zu lange gewartet habe.
Als bei ihm HCM festgestellt wurde haben ihm die Ärzte noch ein halbes Jahr gegeben.
Er hat noch 3 Jahre gelebt und es gab mehrere kritische Phasen von denen er sich immer wieder erholt hat, deshalb habe ich im Juni 2012 auch lange gezögert. Eine Woche vor seinem Tod hatte ich mich dazu durchgerungen mit ihm in die Klinik zu fahren. Obwohl er kaum noch laufen konnte ist er miauend aus seiner Box gesprungen und geflüchtet. Ich war völlig perplex und wusste, es ist noch zu früh.
Ich habe auch gezögert, da er sich in der Vergangenheit mehrmals wieder gefangen hat, obwohl die Tierärzte da schon gesagt haben man sollte ihn doch besser erlösen.
Montag war es sehr warm und er war total unruhig und lief von einem Schlafplatz zum nächsten. Wusste nicht wie und wo er sich hinlegen sollte. Hat hektisch geatmet und nur noch wenig gefressen. Es ist mir auch an diesem Tag nicht gelungen ihm seine Medikamente zu geben, die er sonst freiwillig genommen hat.
Dienstags war es auch sehr warm. Er hat nur noch auf der Seite gelegen und nach Luft geschnappt. Ich habe noch gewartet bis mein Sohn aus der Schule wieder da war. Er wollte sich auf jeden Fall verabschieden. Dann habe ich Shanks gehen lassen. Wir sind außerhalb der normalen Sprechzeit hingefahren. Das war mit der Tierklinik so abgesprochen.
Im Nachhinein hätte ich ihm den Dienstag gerne erspart. Aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer.
Irgendwie hatte ich auch immer gehofft er würde allein den Weg über die Regenbogenbrücke finden, still und friedlich. Ich glaube das wünscht sich jeder Katzenbesitzer, dass einem diese entsetzliche Entscheidung erspart bleibt und man sich nicht ganz so mies fühlt und sich nicht mit der Frage herumquält, ob man zu früh aufgegeben hat.
Drück dich
Tina