Es tut mir leid dass ich hier so viel texte. Aber es hilft mir mich wieder zu spüren.
Die beiden Männer vor Ort waren viel erträglicher. Sie hatten sie, so wie ich sie abgegeben hatte in dem flachen Karton und der Decke in einen kleinen Sarg gelegt. Sehr liebevoll. Nur, dass es nur unter Schmerzen möglich war, überhaupt an sie ran zu kommen. Trotzdem konnte ich nicht früher gehen, ich möchte niemals vergessen wie sich ihr Fell angefühlt hat, wie sie ausgesehen hat. Es war so viel Stau dass ich trotz riesen Zeitreserve fast zu spät gekommen wäre. Letztlich hatte ich wohl 35 Minuten zum Abschied nehmen. Als er sie dann geholt hat und ich mir das auf dem Monitor angeschaut hab hat es mich das erste mal fast zerlegt. Vorher hatte ich wie immer wenn ich für sie stark sein musste eine steinerne Ruhe.
Das zweite mal als ich wartend draußen saß und eine Frau mittleren Alters und ein älterer Mann einen Hund gebracht haben. Sie hat ihn reingetragen. Er stand dann mit dem Rücken zu mir... und nur seine bebenden Schultern haben ihn "verraten".
Es hieß es dauere ungefähr eine Stunde. Nach 50 Minuten bin ich wieder rein. Irgendwann kam die junge Frau vom Montag hat gefragt, was ich brauche. Sie ist dann schauen gegangen, kam mit einer Tüte wieder. Ohne reinzuschauen dachte ich mir meinen Teil und hab zum dritten mal an dem Tag um eine Pappurne gebeten. Sie hat es dann tatsächlich geschafft alles wieder mitzunehmen und die kleine Tüte in die Pappschachtel zu tun. In der Zeit fiel mir dann zum Glück noch ein, dass wir vereinbart hatten dass ich die Decke wieder haben will. Daran nochmal daran zu erinnern, dass ich gerne Asche mitnehmen würde habe ich nicht gedacht. Und sonst natürlich auch niemand.
Sie hat es dann ganz zum Schluss doch noch geschafft, einen mitfühlenden Satz vom Stapel zu lassen. Das war das dritte mal dass meine Selbstbeherrschung Risse bekam.
Durch einen Zufall bin ich heute früh an den Briefkasten. Dort lag die sehr persönliche Karte der TÄ auf die ich ein wenig schon gewartet hatte (ich wusste von einer Bekannten, dass sie das tun).