Liebe Melli,
ich hätte es euch so sehr gewünscht, dass eure Ärztin Unrecht hat und dass die Befunde deutlich besser aussehen. Ich weine mit dir, dass es doch Krebs ist, was der heutige Befund leider eindeutig gezeigt hat.
Ich weiß, dass ihr alles machen werdet, um Feivi Schmerzen zu ersparen und ihm das Leben so schön wie nur irgend möglich zu machen.
Wenn ich an die letzte Zeit mit Timmy zurückdenke, war die Zeit der Sorge und der Befürchtungen, in der aber auch noch Hoffnung bestand, fast schwieriger, als die Zeit, als ich wusste, wie schlimm es um ihn steht, weil mir die Zweifel genommen wurden. So schwer das war, am Schluss die Diagnose zu kennen und zu wissen, dass seine Lebenszeit zu Ende gehen würde, es hat mir Klarheit verschafft, dass ich keine unnötigen Versuche mehr machen könnte.
Ich weiß, dass du, genau wie ich es bei Timmy gemacht habe, auf deinen Feivi schaust und dass du ihm helfen wirst, so lange es nur irgendwie geht, wenn er nicht in dieser Phase unnötig leidet. Wenn aber der Punkt erreicht ist, wo man ihm die Schmerzen nicht mehr nehmen kann, wo er keine Lebensqualiät mehr hat, weil ihm ständig übel ist und er nicht mehr fressen kann und wo auch keine Verbesserung dieses Leidens mehr zu erwarten ist, dann werdet ihr gemeinsam ihn sanft einschlafen lassen. Ich hoffe, dass ihr bis dahin mit den Medikamenten noch einige Zeit gewinnen könnt, in der ihr euren süßen Feivi noch verwöhnen könnt.
Ich drücke dich ganz lieb und ich wünsche dir und deinem Mann ganz viel Kraft, um mit dieser traurigen Situation umgehen zu können.

